Astronomie bei der Langen Nacht der Forschung

Kommenden Freitag können Kinder und Erwachsene aktiv bei spannenden Forschungen mitmachen.
Am 24. April zwischen 17 und 23 Uhr öffnen 110 Labors, Werkstätten, Firmen und Vereine an neun Standorten in Dornbirn und Lustenau ihre Türen und geben Einblicke in ihre Forschungen. Viele der Stationen laden zum Experimentieren ein. Kinder und Jugendliche werden zu aktiven Entdeckern. Von Lasern über Roboter und dem Einsatz von künstlicher Intelligenz bis zu Fragen der Nachhaltigkeit reicht die Bandbreite. Eine Seilbahn steuern oder zu erfahren, wie der Senf in die Tube kommt, sind weitere interessante Themen. Insgesamt sechs Stationen befassen sich mit Weltraumfragen und Astronomie. Als Betreiber einer mobilen Sternwarte darf ich schon zum vierten Male bei der Langen Nacht der Forschung dabei sein. Ein Abend, bei dem der Sternwarte-Anhänger direkt vor einer Haltestelle der Shuttle-Busse gestanden ist, wird mir immer in positiver Erinnerung bleiben. Während sechs Stunden haben mehr Interessierte durch das Teleskop geblickt als sonst in mehreren Jahren.
Ruth Grützbauch hat ein mobiles, aufblasbares Planetarium, das rasch aufgebaut ist und mit dem sie unabhängig vom Wetter eine Reise in die unvorstellbaren Weiten des Alls unternehmen kann. „Wir zoomen an Planeten und deren Monde heran, als wären wir in einer Rakete“, so Grützbauch. Aber auch Nebel und explodierende Sterne können besucht werden. Die Besucher entscheiden, wohin die Reise gehen soll. Der Planetariums-Projektor und das künstliche Firmament führen überall hin.
Das Österreichische Weltraumforum ist eine Forschungseinrichtung zu Fragen der Raumfahrt. Wissenschaftliche Exzellenz und internationale, gute Vernetzung sind selbstverständlich. Bekannt wurde das Weltraumforum mit seinem Direktor Gernot Grömer für die Durchführung von sogenannten analogen Marsmissionen. Dabei wurde in Wüsten und anderen abgelegenen Orten ein Aufenthalt auf dem Mars simuliert und eine reale Mission vorbereitet. Bei der Langen Nacht wird mit umgebauten Waagen gezeigt, welches Gewicht man auf anderen Planeten hätte. Entfernungen im Weltraum werden verständlich gemacht und die Frage, wie es auf dem Mond riecht, geklärt.
Das Team „Sightseeing im Universum“ setzt sich aus Stefanie Unterguggenberger, Paul Baumgartner und mir zusammen. Die Tour führt die Gäste mit Teleskopen zum Mond. An der Grenze von Licht und Schatten sind viele Details zu sehen. Dort können die Besucher genauer hinschauen und die Größe von Kratern vermessen. Wir suchen auch jene Gegend im „Meer der Ruhe“, in der 1969 Neil Armstrong als erster Mensch den Mond betreten hat.
Thomas Schnur von den Vorarlberger Amateurastronomen kann mit einer selbstgebauten Teilchenkammer kosmische Strahlung sichtbar machen. Die Protonen, Elektronen und Myonen genannten Teilchen werden in der Sonne, in Pulsaren und bei Schwarzen Löchern erzeugt.
Die Bezauer Wirtschaftsschulen untersuchen das Raketenprinzip. Bei einer Antriebsart erzeugt ausgestoßenes Wasser den Rückstoß. Auch mit Federn, Gummibändern und Gasgemischen wird experimentiert. Das Rückstoßprinzip wird experimentell erforscht und die Antriebsarten werden verglichen. Schließlich ist es interessant zu verstehen, wie vor drei Wochen mit der Artemis-Mission Menschen zum Mond und zurück gebracht wurden.
Welche Chancen birgt der Weltraum für Vorarlberger Firmen? An der Station der Wisto können mit Hilfe von KI-Tools innovative Produkte für Raketen oder Mondbasen entwickelt werden. Die Lange Nacht der Forschung wird sicherlich auch eine interessante Astro-Nacht werden.