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Das hört ja nie auf – Schon wieder Geburtstag!

23.05.2026 • 15:00 Uhr
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Kaum hat man einen halbwegs verarbeitet, steht der nächste schon geschniegelt vor der Tür und tut so, als wäre das alles völlig normal. Und während man früher Geburtstage herbeigesehnt hat wie ein persönliches Weihnachten mit Torte, Geschenken und der legitimen Erlaubnis, zehn Kinder kreischend durchs Haus laufen zu lassen, merkt man irgendwann: Das Älterwerden zeigt sich nicht nur im Gesicht. Sondern auch darin, wie man Geburtstag feiern möchte. Oder besser gesagt: wie nicht mehr.

Früher, also wirklich ganz früher … bestand ein perfekter Geburtstag aus möglichst viel Action. Freunde einladen, Verstecken spielen, Gummihupfen („Hau ruck, Donald Duck, Micky Maus, Rein Raus“) , Schokoladentorte essen und Kerzen ausblasen. Die Kerzenflammen mussten mit einem Puster verschwinden. Das war Gesetz!

Irgendwann tauschte man Gummihupfen gegen Cocktails, Kinderlieder gegen Playlists und den Partykeller gegen Studentenbuden, in denen zwanzig Menschen auf acht Quadratmetern feierten, als gäbe es weder Nachbarn noch Uhrzeiten. Und dann stand da irgendwann plötzlich eine „eigene Bar“ in der Wohnung. Es wurde getanzt. Selbstverständlich laut und euphorisch, sonst machte das ja alles keinen Sinn. Bis irgendwann nachts die Polizei an der Tür klopfte – mit diesem sehr wienerischen: „Geht’s ah a bisserl leiser“. Wobei man beim Blick der Beamten in die Wohnung kurz das Gefühl hatte, zumindest einer würde eigentlich lieber mitfeiern.  Und heute? Heute erkennt man den Alterungsprozess an ganz anderen Dingen.

Nicht nur daran, dass man beim Aufstehen Geräusche macht oder plötzlich orthopädisch sinnvolle Schuhe attraktiv findet. Man erkennt ihn eben auch daran, dass der größte Geburtstagswunsch plötzlich lautet: Bitte einfach ein gemütlicher, ruhiger, sonniger und möglichst unstressiger Tag.

Keine riesige Organisation. Kein „Wo gehen wir danach noch hin?“. Eigentlich wäre es schon schön, einfach irgendwo draußen zu sitzen. In der Sonne. Vielleicht ein bisschen grillen. Vielleicht auch nicht. Ganz ehrlich: Das Grillen ist mittlerweile optional. Die Sonne nicht. Und möglichst wenig denken müssen.

Das ist überhaupt der wahre Luxus ab einem gewissen Alter: wenn niemand etwas von einem will. Wenn man einfach sitzen darf. Mit einem Glas Prosecco in der Hand, das irgendwann vielleicht auch zu zwei oder drei oder vier Gläsern wird.

Früher wollte man, dass der Geburtstag legendär wird. Heute reicht es völlig, wenn er angenehm ist, mit viel Sonne auf der Nasenspitze.

Und habe ich das Bedürfnis nach Sonne eigentlich schon erwähnt?