Der Traum von der Freiheit

Zwischen Liebe, gesellschaftlichen Erwartungen und dem Wunsch nach Freiheit erzählt „Virginia Woolf‘s Night & Day“ die Geschichte einer mutigen Frau.
Kinder, Küche, Haushalt – was heute oftmals partnerschaftlich geteilt wird, war früher alleinige Aufgabe der Frauen. Warum sollten sie studieren und dann gar einen Beruf ergreifen, wenn sie doch eine gute Partie machen konnten? Doch schon damals gab es Frauen, die sich damit nicht abfinden wollten – so wie die Heldin in Virginia Woolfs Roman „Nacht und Tag“, der nun verfilmt wurde.
Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Youtube angezeigt.
Standesgemäß
Katherine soll sich darin als höhere Tochter auf eine standesgemäße Ehe mit dem etwas drögen Dichter William Rodney vorbereiten. Doch viel lieber will die neugierige und intelligente junge Frau als Astrophysikerin das Weltall erforschen. Auf Anraten der Frauenrechtlerin Mary bewirbt sie sich gegen alle Widerstände für ein Studium an der Universität in Cambridge. Die Familie ist entsetzt – und auch in der Liebe gerät einiges durcheinander. Katherine lehnt sich gegen die einengenden Regeln auf. Unterstützt wird sie dabei von ihrem Cousin Cyril, der selbst mit den Konventionen hadert und von einer aufgeschlossenen, offenen Welt träumt, in der jeder so leben kann, wie er möchte. „Wir leben im falschen Jahrhundert Kit, tut mir leid“, versucht er, seine Cousine zu trösten. Katherines Vater hadert mit seiner rebellischen Tochter, ist gleichzeitig aber auch beeindruckt. Die Regisseurin Gharavi inszeniert ihre Heldin als unerschrockene und temperamentvolle junge Frau, die die Aufgeblasenheit und Wichtigtuerei der Männer um sie herum gekonnt und lustvoll entlarvt. Etwa, wenn die Herren den Frauen den Zugang zur Astronomischen Gesellschaft versagen, mit kläglicher Begründung („Das ist eine seriöse Gesellschaft für seriöse Männer“). Kombiniert mit Wortwitz und Schlagfertigkeit wird daraus eine erfrischende und vergnügliche Geschichte.




