Sonnenfinsternis und Sternschnuppen: Wann sich der Blick zum Himmel lohnt

Einige Stunden nach der Sonnenfinsternis am Mittwoch regnet es Sternschnuppen.
Zu den besten Himmelsschauspielen, die einen großen Teil der Menschen faszinieren, zählen Finsternisse und Sternschnuppenströme. Kommenden Mittwoch kann man beides erleben. Die totale Sonnenfinsternis hat über Vorarlberg einen Bedeckungsgrad von immerhin 90 %. In der darauffolgenden Nacht haben die Perseiden ihren Auftritt. Da sich Sonnenfinsternisse immer bei Neumond ereignen, stört kein Mondlicht die Ausschau nach Sternschnuppen.
Sonnenfinsternis
Totale Sonnenfinsternisse sind für einen definierten Ort sehr selten. Im Durchschnitt treten sie nur alle 375 Jahre auf. Die letzte totale Sonnenfinsternis, die in einem schmalen Streifen von Salzburg bis ins Burgenland zu sehen war, ereignete sich am 11. August 1999. Über Vorarlberg waren immerhin 98 % der Sonne durch die Mondscheibe verdeckt. Während der Verfinsterung wurde es merklich dunkler und kühler. Die nächste totale Sonnenfinsternis erlebt Vorarlberg am 3. September 2081. Kommenden Mittwoch reicht die Totalitätszone von der Arktis bis ins westliche Mittelmeer. In Teilen Islands und Spaniens lässt sich das Ereignis gut verfolgen, falls das Wetter klar ist.

Beobachtung
Bei einer Sonnenfinsternis schiebt sich der Mond auf seiner Bahn exakt zwischen die Sonne und die Erde. Da der Mond sowohl 400-mal kleiner als auch 400-mal näher als die Sonne ist, haben beide Objekte mit einem halben Grad denselben Winkeldurchmesser. Daher kann die Mondscheibe die Sonne komplett abdecken. Über Vorarlberg sollte man kommenden Mittwoch zur Beobachtung einen Ort mit freier Sicht zum Westhorizont wählen. Ab 19.24 Uhr schiebt sich der Neumond vor die Sonnenscheibe. Die Sonne steht nur elf Grad über dem Horizont. Um 20.17 Uhr sind 90 % der Sonnenoberfläche vom Mond angeknabbert, das Maximum der Finsternis ist erreicht. Die Sonne steht zu diesem Zeitpunkt nur knapp über zwei Grad hoch. 20 Minuten später geht die Sonne unter, noch bevor sich der Mond gänzlich von der Sonnenscheibe zurückgezogen hat. Auch die tief stehende Sonne ist für die ungeschützte Beobachtung viel zu intensiv. Ohne Finsternis-Brille bei freiäugiger Beobachtung oder Spezialfolie vor Ferngläsern und Fernrohren würde das Auge sofort schweren Schaden nehmen.
Sternschnuppen
Spätestens ab 22 Uhr sollte man wieder den Blick zum Himmel richten. Im Nordosten steigt der Perseus über den Horizont. Jedes Jahr um diese Zeit durchquert die Erde auf ihrer Umlaufbahn eine Staubwolke, die der Komet 109P/Swift-Tuttle hinterlassen hatte. Die Staubkörner verglühen in der Atmosphäre. Ihre Lichtspuren sehen wir als Sternschnuppen. Die Erde bewegt sich derzeit in die Richtung des Sternbilds Perseus. Von hier scheinen die Perseiden ihren Ausgang zu nehmen. Kein Mondlicht stört heuer die Beobachtungen, und so werden auch schwächere Meteore sichtbar. Gegen Mitternacht und danach tauchen immer mehr Sternschnuppen auf, da der Perseus höher steigt. Sichtungen sind bis zum Morgengrauen möglich. Zum Sternschnuppen-Schauen genügt eine Liege gegen Nackensteife und eventuell eine Jacke gegen Kälte. Ferngläser oder Fernrohre werden nicht benötigt. Bei optimalen Bedingungen zählt man im Schnitt eine Sternschnuppe pro Minute. Die Bezeichnung Laurentiustränen geht auf eine Legende zurück. Am 10. August 258 starb der römische Diakon Laurentius den Märtyrertod. Er vergießt jedes Jahr Mitte August Tränen, die als Sternschnuppen sichtbar werden. Die Laurentiustränen können auch in den folgenden Nächten bis zum 24. August mit abnehmender Anzahl verfolgt werden. Auch der tief stehende Mond stört kaum. Auch der tiefstehende Mond stört kaum.