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Preis-Check zum Schulstart: Hier zahlen Eltern mehr als das Doppelte

28.08.2026 • 12:14 Uhr
Preis-Check zum Schulstart: Hier zahlen Eltern mehr als das Doppelte
Ähnliche Produkte, unterschiedliche Preise: Beim Einkauf für die Schule zählt der Blick aufs Preisschild besonders. APA, ak vorarlberg, ifs

Für dasselbe Schulprodukt zahlen Familien je nach Händler teils mehr als doppelt so viel. Die NEUE hat bei AK Vorarlberg und ifs Schuldenberatung nachgefragt, wo Eltern besonders genau hinschauen sollten.

Wer beim Kauf von Schulsachen nicht vergleicht, kann ordentlich draufzahlen. Für ein und dasselbe Markenprodukt verlangen Händler teilweise mehr als das Doppelte. Das zeigt der aktuelle Preismonitor der Arbeiterkammer. „Der AK-Preismonitor zeigt: Bei gleichen Markenprodukten zahlen Eltern teils mehr als das Doppelte, je nachdem wo sie einkaufen. Wer vergleicht, kann sparen, dazu raten wir eindringlich. Aber Schule kostet grundsätzlich sehr viel Geld, deshalb müssen auch die Schulbeihilfen spürbar verbessert werden“, sagt AK-Präsident Bernhard Heinzle.

Große Preisunterschiede

Wie groß die Unterschiede tatsächlich sind, zeigt der Blick auf einzelne Produkte. Bei den konkret vergleichbaren Schulartikeln betrug die Preisdifferenz bis zu 101 Prozent. Ein Aristo-Radiergummi kostete beim günstigsten Anbieter 79 Cent, beim teuersten 1,59 Euro. Beim Uhu-Alleskleber mit 35 Gramm Inhalt reichte die Spanne von 1,79 bis 3,49 Euro, ein Unterschied von 95 Prozent. Für zwölf Stabilo-Filzstifte zahlten Eltern je nach Geschäft zwischen 3,99 und 6,99 Euro. Selbst beim Jolly-Holzlineal lagen zwischen dem günstigsten und teuersten Angebot 60 Cent. Es kostete zwischen 99 Cent und 1,59 Euro. Die Beispiele zeigen, wie groß die Unterschiede beim Preisvergleich sind.

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Was der Schulstart kostet

Wie sehr der Schulbeginn das Budget beansprucht, zeigt auch der aktuelle Consumer Check des Handelsverbands. Familien in Vorarlberg und Tirol planen heuer im Schnitt 161 Euro pro Kopf für Einkäufe und Geschenke rund um die Schule ein. Am häufigsten landen Schreibwaren, Hefte und Notizblöcke sowie neue Kleidung und Schuhe im Einkaufskorb. Sparen lässt sich allerdings schon, bevor überhaupt das erste Geschäft betreten wird.

Preis-Check zum Schulstart: Hier zahlen Eltern mehr als das Doppelte

„Der AK-Preismonitor zeigt: Bei gleichen Markenprodukten zahlen Eltern teils mehr als das Doppelte, je nachdem wo sie einkaufen.“

Bernhard Heinzle, AK-Direktor

Spar-Tipps von den Experten

Bevor neue Sachen gekauft werden, lohnt sich ein Blick in Schränke und Schubladen. Wasserfarben, Stifte, Zeichenblöcke oder unbenutzte Hefte aus dem vergangenen Schuljahr sind oft noch gut zu gebrauchen. Bei mehreren schulpflichtigen Kindern kann manches weitergegeben werden. „Für ein realistisches Budget hilft der Blick zurück auf den letzten Schulbeginn: Welche Ausgaben waren besonders hoch und welche hätten sich vielleicht vermeiden lassen?“, rät Eike Grabher von der ifs Schuldenberatung. Er ergänzt mit Blick auf Mehrkindfamilien: „Vieles muss nicht jedes Jahr neu gekauft werden, etwa Wasserfarben, Stifte, Zeichenblöcke oder unbenutzte Hefte aus dem vergangenen Schuljahr.“

Was tatsächlich fehlt, muss ebenfalls nicht zwingend neu sein. Die Arbeiterkammer nennt Schultaschen, Geodreiecke, Zirkel, Taschenrechner, Sportbeutel, Bücher und Bastelmaterial als Möglichkeiten für den Gebrauchtkauf. Bei Schultaschen sollten Passform, Rückenpolsterung und Reflektoren in Ordnung sein. Auf Plattformen wie willhaben finden sich zehntausende Anzeigen für Schulsachen. Mehr als ein Drittel davon wird laut Unternehmen in neuem oder neuwertigem Zustand angeboten. „Secondhand ist günstiger und qualitativ oft gleichwertig!“, bekräftigt Eike Grabher.

Nicht nur auf den günstigsten Preis schauen

Vergleichen lohnt sich, doch der niedrigste Preis allein sollte nicht entscheiden. Gerade bei Stiften, Scheren oder Zirkeln kann sich Qualität auszahlen, wenn die Sachen im Schulalltag stark beansprucht werden. Auch ein Aktionspreis ist nicht automatisch das günstigste Angebot. Heinzle rät deshalb, reduzierte Preise mit den normalen Preisen anderer Händler zu vergleichen. Auch bei befüllten Federpennalen lohnt sich ein genauer Blick auf den Inhalt. Laut Arbeiterkammer kosten diese zwischen elf und 35 Euro. Gleichzeitig rät die Arbeiterkammer, nicht allein nach dem Preis zu entscheiden: „Bei Verbrauchsmaterial wie Heften spielt die Marke eine geringe Rolle. Bei Stiften, Scheren oder Zirkeln lohnt sich Qualität aber häufig. Billige Stifte brechen leicht ab, dann muss man doppelt kaufen. Bei Farbkästen ist es sinnvoll, auf austauschbare Einzelfarben zu achten, das spart auf Dauer, weil man nicht den ganzen Kasten neu kaufen muss.“

Auch kleine Ausgaben summieren sich

Nicht nur der große Einkauf zum Schulbeginn belastet das Familienbudget. Während des Schuljahres kommen laufend kleinere Ausgaben hinzu. Eine Möglichkeit, diese zu reduzieren, sieht die ifs Schuldenberatung bei der täglichen Jause. „Wer etwas von zuhause mitnimmt und statt gekaufter Getränke eine mit Wasser gefüllte Trinkflasche dabeihat, kann über das gesamte Schuljahr viele Euro sparen. Schon fünf Euro Ersparnis pro Schultag ergeben bei 40 Schulwochen rund 1000 Euro“, rechnet Grabher vor.

Preis-Check zum Schulstart: Hier zahlen Eltern mehr als das Doppelte

„Wer Jause von zu Hause mitnimmt, kann über das Schuljahr viele Euro sparen. Schon fünf Euro Ersparnis pro Schultag ergeben bei 40 Schulwochen rund 1000 Euro.“

Eike Grabher, ifs Schuldenberatung

Wenn das Geld nicht reicht

Für manche Familien reichen Preisvergleiche und Sparmaßnahmen dennoch nicht aus. Von Ratenzahlungen oder „Buy now, pay later“ bei Schulsachen hält Grabher wenig. „Von Ratenzahlungen oder ‚Buy now, pay later‘ bei Schulsachen halten wir gar nichts. Solche Finanzierungen führen direkt in die Ver- und Überschuldung.“ Stattdessen rät er, bei finanziellen Schwierigkeiten das Gespräch mit der Schule zu suchen. „Am ratsamsten ist der Kontakt zur Schuldirektion, der Lehrperson oder dem Elternverein. Wenn deutlich wird, dass sich Familien nicht alle Ausgaben leisten können, können vielleicht auch bestehende Vorgaben oder Anschaffungen überdacht werden.“

Unterstützung für Familien

In Vorarlberg gibt es Stellen, die finanzielle Unterstützungen für Familien anbieten. Dazu zählen unter anderem Schulbeihilfen von Bund und Land sowie Schulstartplus mit einer 150-Euro-Bezahlkarte pro Schulkind. Auch Caritas und Volkshilfe bieten Unterstützung. Wichtig ist vor allem, finanzielle Probleme nicht auf die lange Bank zu schieben.

Finanzielle Hilfe zum schulstart

Schulstartklar!
Für Familien mit Schulkindern, die im Juni 2026 Mindestsicherung beziehen. Pro Schulkind gibt es 150 Euro für Schulsachen. Der Gutschein wird über die Schulstart-App freigeschaltet und kann bei Libro und Pagro eingelöst werden. Berechtigte Familien erhalten dazu einen Brief mit QR-Code. Hotline: 0800 4000 33, schulstart.gv.at

Schulstartgeld
Für Kinder von sechs bis 15 Jahren gibt es im August 121,40 Euro zusätzlich zur Familienbeihilfe. Das Geld wird automatisch ausbezahlt, ein Antrag ist nicht nötig.

Volkshilfe Vorarlberg
Die Schulstartaktion 2026 richtet sich an armutsgefährdete Familien, die keine Sozialhilfe beziehen. Die Antragstellung ist bis 4. September 2026 möglich und erfolgt persönlich in Bregenz oder Feldkirch.

Weitere Unterstützung
Für Familien kommen je nach Situation außerdem Schulbeihilfen von Bund und Land sowie weitere Unterstützungen von Caritas und Volkshilfe infrage. Einen Überblick über staatliche Beihilfen bietet oesterreich.gv.at.