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Diese Stellen machen den Schulweg für Kinder gefährlich

05.09.2026 • 17:30 Uhr
Diese Stellen machen den Schulweg für Kinder gefährlich
Sicher über die Straße: Gerade das Queren von Fahrbahnen sollten Kinder vor Schulbeginn gemeinsam mit ihren Eltern üben. serra, öamtc, vcö/Sufiyan

Im Jahr 2025 wurden 42 Schulkinder auf Vorarlbergs Schulwegen verletzt. Eine Woche vor Schulbeginn bleibt noch Zeit, den Weg gemeinsam zu üben. Worauf Eltern achten sollten, warum Kinder im Verkehr anders reagieren und was Autofahrer wissen müssen.

Der erste Schulweg ist für Kinder ein großer Schritt in Richtung Selbstständigkeit. Damit dieser Weg sicher gelingt, sollten Eltern nicht bis zum ersten Schultag warten. Gerade jetzt, eine Woche vor Schulbeginn, bleibt noch Zeit, die Strecke gemeinsam abzugehen, schwierige Stellen anzuschauen und das Verhalten beim Queren von Straßen zu üben.

42 Schulkinder verletzt

Dass das wichtig ist, zeigen die aktuellen Zahlen: 2025 wurden in Vorarlberg bei 37 Schulwegunfällen 42 Schulkinder im Alter von 6 bis 15 Jahren verletzt, vier davon schwer. Einen tödlichen Schulwegunfall gab es nicht. Im Jahr davor waren bei 29 Schulwegunfällen 27 Kinder verletzt worden. Damit ist die Zahl der verletzten Schulkinder innerhalb eines Jahres um 55,6 Prozent gestiegen.

Zu Fuß unterwegs

Besonders auffällig ist die Entwicklung bei Kindern, die zu Fuß unterwegs waren. 2025 wurden 15 Schulkinder als Fußgänger auf dem Schulweg verletzt, zwölf davon leicht und drei schwer. Im Jahr davor waren es sieben.Gerade beim Queren der Fahrbahn kann es schnell zu kritischen Situationen kommen. Neun der 37 Schulwegunfälle ereigneten sich 2025 auf einem Schutzweg. Damit passierte beinahe jeder vierte Schulwegunfall auf einem Zebrastreifen. „Kinder sind vom Vertrauensgrundsatz ausgenommen. Das muss sich auch im Fahrverhalten bemerkbar machen“, sagt VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk. Autofahrer müssen Geschwindigkeit und Abstand entsprechend anpassen und Kindern das sichere Überqueren ermöglichen. Das gilt auch dann, wenn kein Schutzweg vorhanden ist. Für Kinder wiederum sollte das richtige Verhalten beim Queren geübt werden. Vor dem Schutzweg stehen bleiben, auf den Verkehr achten und erst dann die Fahrbahn betreten. Solche Abläufe können Eltern direkt am Schulweg mit ihren Kindern durchspielen.

Diese Stellen machen den Schulweg für Kinder gefährlich

„Auch in Vorarlberg sind weitere Maßnahmen nötig, um die Verkehrssicherheit für Kinder insgesamt und am Schulweg im besonderen zu erhöhen.“

Klara Maria Schenk, Verkehrsclub Österreich

Kinder reagieren anders

Was für Erwachsene oft wie eine einfache Verkehrssituation aussieht, kann für Kinder deutlich anspruchsvoller sein. Sie müssen ihren Weg finden, das eigene Tempo halten, den Verkehr beobachten und gleichzeitig ihre Umgebung im Blick behalten. Gerade jüngere Kinder bleiben eher stehen, ändern die Richtung oder verändern plötzlich ihr Tempo. „Besonders gefährlich ist es, wenn Kinder plötzlich und unvorhersehbar auf die Straße rennen, oft zwischen parkenden Autos hindurch, oder ihr Gehtempo am Zebrastreifen stark variieren. Dieses impulsive Verhalten ist eine der Hauptursachen für Fußgängerunfälle bei Kindern unter neun Jahren und fordert hohe Rücksicht von Lenkenden“, sagt Elke Bickel vom ÖAMTC. Ablenkung und Unsicherheit können die Situation zusätzlich erschweren.

Laut ÖAMTC können sich dann unter anderem Schrittlänge und Tempo verändern. Für Autofahrer sowie Rad- und Scooterfahrer heißt das, rund um Schulen besonders aufmerksam zu sein. „Andere Verkehrsteilnehmer – Kfz-Lenker, aber auch Rad- und Scooterfahrende – sollten in der Nähe von Schulen, Spielplätzen und Wohngebieten stets mit plötzlichen, unkoordinierten Bewegungen von Kindern rechnen und die Geschwindigkeit und den Abstand entsprechend anpassen.“

Diese Stellen machen den Schulweg für Kinder gefährlich

„Besonders gefährlich ist es, wenn Kinder plötzlich und unvorhersehbar auf die Straße rennen, oft zwischen parkenden Autos hindurch, oder ihr Gehtempo am Zebrastreifen stark variieren.“

Elke Bickel, ÖAMTC

Nicht nur die Strecke selbst, auch die benötigte Zeit sollten Eltern vor Schulbeginn testen. Ein sechs- bis siebenjähriges Kind kann laut ÖAMTC für 500 Meter unter realen Bedingungen etwa zehn Minuten benötigen. Beim gemeinsamen Probegang sollte das Kind deshalb sein eigenes Tempo bestimmen. Wer die tatsächliche Wegzeit kennt, kann die Morgenroutine realistischer planen und vermeiden, dass schon am ersten Schultag Zeitdruck entsteht. Kinder sollten beim Gehen nicht gedrängt werden. Auch die Bedingungen beim Üben spielen eine Rolle. Ein ruhiger Schulweg am Wochenende kann anders aussehen als an einem Werktag am Morgen. Wenn möglich, sollten Eltern die Strecke einmal ungefähr zu jener Zeit testen, zu der das Kind später tatsächlich unterwegs sein wird.

Wo die Unfälle passieren

Auch innerhalb Vorarlbergs gibt es Unterschiede. In 75 der 96 Gemeinden wurde 2025 kein Schulwegunfall registriert. Die meisten Unfälle gab es mit jeweils fünf in Lauterach und Dornbirn, gefolgt von Bregenz mit vier sowie Feldkirch, Frastanz und Hohenems mit jeweils drei. Die Zahlen sind allerdings nicht als Rangliste der gefährlichsten Schulwege zu verstehen, da in den Gemeinden unterschiedlich viele Kinder unterwegs sind. Der VCÖ sieht dennoch Handlungsbedarf bei der Gestaltung des Schulumfelds. Mehr Verkehrsberuhigung, Tempo 30, übersichtliche Straßenübergänge, durchgehende Gehwege und eine gute Rad-Infrastruktur könnten die Sicherheit erhöhen. „Aber auch in Vorarlberg sind weitere Maßnahmen nötig, um die Verkehrssicherheit für Kinder insgesamt und am Schulweg im besonderen zu erhöhen“, sagt VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk.
Als eine Möglichkeit nennt der VCÖ Schulstraßen. Dabei wird die Straße vor einer Schule in der Früh rund eine halbe Stunde für den Kfz-Verkehr gesperrt. Damit soll auch Verkehrschaos durch Elterntaxis verhindert werden. Als Beispiele aus Vorarlberg nennt der VCÖ die Volksschule Altenstadt in Feldkirch und die Volks- und Mittelschule Schendlingen in Bregenz.

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Jetzt gemeinsam üben

Eine Woche vor Schulbeginn bleibt damit noch Zeit, den Schulweg gemeinsam mit dem Kind zu testen. „Natürlich muss der Schulweg mit den Kindern gut geübt werden. Auch für ältere Kinder ist eine Wiederholung wichtig“, betont Mario Amann von Sicheres Vorarlberg. Beim gemeinsamen Abgehen sollten Eltern besonders auf Kreuzungen, Schutzwege, Einfahrten, Baustellen, parkende Fahrzeuge und dicht am Gehweg geführte Radwege achten. Auch für Kinder, die mit dem Bus unterwegs sind, lohnt sich eine Vorbereitung. An der Haltestelle sollte mit Abstand gewartet werden. Nach dem Aussteigen sollte die Straße erst überquert werden, wenn der Bus weggefahren ist. Wer den Schulweg und mögliche Gefahrenstellen kennt, sorgt damit für mehr Sicherheit auf dem täglichen Weg zur Schule.