Braugast Kreuz: Drei Wirte bringen neuen Schwung nach Frastanz

Das „Braugast Kreuz“ in Frastanz hat eine 120-jährige Geschichte vorzuweisen. Letztes Jahr bekam es mit drei neuen Gastwirten seinen vorerst letzten Neustart.
Ein aktives, lebendiges Gemeindeleben rückt immer verstärkter in den Fokus der Vorarlberger Bürgermeisterinnen und Bürgermeister. Gasthäuser, Cafes und Bars, Minigolfplätze und begrünte Flächen sollen die Bevölkerung zusammenbringen und dafür sorgen, dass das Gemeindeleben nicht ausstirbt. Dieses Phänomen findet man auch in Frastanz. Hier belebt das „Braugast Kreuz“ die Gemeinde und das schon seit über 120 Jahren.

Zentral gelegen, mit dem Bus gut erreichbar ist das traditionelle Gasthaus ein Herzstück der Marktgemeinde. Noch sitzen einige Gäste im Gastgarten und genießen die letzten spätsommerlichen Temperaturen, während Schnitzel, Kässpätzle und Co. in der Sonne glänzen. Trotz der großen Historie des „Braugast Kreuz“ und der vielen verschiedenen Abschnitte, die das Lokal bereits hinter sich hat, erlebte es vor gut einem Jahr noch einmal einen Neustart. Mit Nani Mock, Matthias Lins und Carsten Nolte bekam das Haus gleich drei neue Geschäftsführer. Die drei Männer bringen langjährige Erfahrung mit: Mock arbeitet seit 23 Jahren in der Gastronomie, Nolte klapperte alle möglichen Gasthäuser des Landes ab, bevor sie sich alle in Frastanz wiederfanden. Sie schätzen die Zusammenarbeit, auch wenn diese natürlich viel Feingefühl und gegenseitige Abstimmung erfordert.

Verschiedene Stuben
Das Wirtshaus erfüllt alle Kriterien, die man sich von einem klassischen Vorarlberger Lokal erhoffen und erwarten würde. Aus der Küche duftet es nach heimischen Gerichten, an den Wänden finden sich alte schwarz-weiß Aufnahmen, die teilweise das alte Gasthaus, oder traditionell österreichische Alpszenen zeigen. Von der Decke hängen Pflanzen, die Tische und Stühle, als auch die Barhocker, sind in rustikalem Holz gehalten. Die Historie des Lokals ist in jedem Winkel des Hauses spürbar. Da wäre einmal der Frastanzer Saal, der größte, der insgesamt drei verschiedenen Stuben. Wie der Name schon vermuten lässt, wird dieser Saal für Festlichkeiten und große Gesellschaften verwendet. Bis zu hundert Personen finden hier Platz, Nolte erzählt, dass hier regelmäßig Hochzeiten, größere Versammlungen und Feiern abgehalten werden. „Durch unsere Nähe zum örtlichen Friedhof kommen auch des Öfteren Trauergesellschaften nach Beerdigungen zu uns“, erzählt Mock.

Dann wäre da noch das „Stüble“, hier finden bis zu 23 Personen Platz. Der Raum kann durch eine Türe vom restlichen Wirtshausgeschehen abgetrennt werden. Die „Schwemme“ hingegen ist ein offener, geselliger Raum. Hier finden sich auch Stammtische und die Bar des Restaurants. Bis zu 48 Gäste finden hier Platz. Die drei Betreiber freuen sich, dass viele der Gäste regelmäßig zu ihnen kommen. „Wir haben fast 70 Vereine hier im Dorf, viele der Gruppen haben eine Dauerreservierung bei uns und kommen wöchentlich, unter anderem einige Frauengruppen“, so Mock.
Kreuz und Quer
In ihrer Küche achten die Betreiber darauf, so regional und saisonal wie möglich zu arbeiten. Es wird Wert darauf gelegt, Partnerbetriebe in der nächsten Umgebung des Restaurants zu stärken und gute Kooperationen zu führen. Eine Besonderheit ist sicherlich das Bier. Es liegt nahe, dass ein gutbürgerliches Restaurant in Frastanz in Kooperation mit der Brauerei Frastanz steht. Die Gastronomen legen jedoch Wert darauf, ein vielfältiges Bier-Sortiment anzubieten und Abwechslung in ihr Sortiment zu bringen.

Neben den klassisch gutbürgerlichen Speisen werden hin und wieder auch außergewöhnliche Gerichte serviert, die man nicht direkt mit Hausmannskost in Verbindung bringen würde. Zusätzlich dazu wollen Lins, Nolte und Mock ab Oktober ein Special einführen: Unter dem Motto „Kreuz und Quer“ wird es jeden zweiten Montag, ab 16 Uhr, eine kulinarische Überraschung geben. „Es werden ein, zwei Gerichte angeboten, ohne eine fixe Speisekarte“, erklären die Wirte. Für die nächsten Wochen stehen indes auch Schlachtpartie, Wildwochen und Ganslzeit auf dem Programm. Im Winter wird der Gastgarten zum Punsch-Garten umfunktioniert.
Am 3. Oktober feiern die drei Gastgeber außerdem einjähriges Jubiläum seit der Neueröffnung letztes Jahr. Geplant ist eine Feier mit Live-Musik und einer Hüpfburg für Kinder (nur bei Schönwetter).
Erster Lehling im Betrieb
Neben dem Lokal bietet das „Braugast Kreuz“ auch Zimmer an. Die Gäste erwarten sechs Doppelzimmer, die besonders im Sommer von Touristen nachgefragt werden. „Die Besucherinnen und Besucher schätzen die Tradition des Hauses. Traditionelle Betriebe sterben immer mehr aus“, so Nolte. Doch das Frastanzer Unternehmen hat sich abgesichert. „Wir haben ein tolles Team, das sich seit unserem Start vor einem Jahr großartig entwickelt hat.“

Seit kurzem beschäftigt das Gasthaus seinen ersten Lehrling. Deniz macht seine Ausbildung zum Restaurantfachmann. „Der Beruf soll nicht verloren gehen. Aktuell suchen wir noch nach einem Lehrling für die Küche“, sagt Mock. Insgesamt sind aktuell 15 Personen im Betrieb beschäftigt. „Der Reiz liegt darin, dass kein Tag dem anderen gleicht. Man macht ständig etwas anderes, jeder Tag bringt ein neues Erlebnis. Am meisten schätze ich, dass man durch die Arbeit neue Leute kennenlernt und auch neue Freundschaften schließt“, findet Mock.
braugast kreuz
Kontaktdaten und Öffnungszeiten
Adresse: Sägenplatz 7, 6820 Frastanz
Telefonnummer: 05522 20402
Öffnungszeiten: Montag und Dienstag geschlossen; Mittwoch bis Samstag 10 bis 23 Uhr; Sonntag 10 bis 15 Uhr
Homepage: kreuz-frastanz.at