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„Leopoldstadt“ erinnert an eine zerstörte Welt

05.10.2026 • 12:34 Uhr
Historiker Harald Walser mit Ehefrau Barbara und Stefanie Grävea
Historiker Harald Walser mit Ehefrau Barbara und Stefanie Gräve. Ritter(10)

Tom Stoppards „Leopoldstadt“ spannt den Bogen vom selbstbewussten jüdischen Bürgertum Wiens bis zur Vernichtung durch die Nationalsozialisten. Das Landestheater Vorarlberger bringt das Familiendrama in einer Inszenierung von Johannes Lepper auf die Bühne.

Das Vorarlberger Landestheater feierte am Freitag Premiere auf der Werkstattbühne des Bregenzer Festspielhauses. Im Theaterstück “Leopoldstadt”, das im Jahr 1899 spielt, erzählt der 2025 verstorbene Dramatiker Tom Stoppard in seinem letzten Stück die jüdische Geschichte Wiens vom Glanz bis zur Auslöschung. Die jüdische Familie Merz, zu der längst auch angeheiratete Christen gehören, feiert Weihnachten. Bald bricht ein neues Jahrhundert an, und voller Hoffnung schaut man ihm entgegen. Zwar werden Juden immer noch diskriminiert, trotzdem haben es die Merzens weit gebracht, verkehren mit Gustav Klimt und Arthur Schnitzler, und fast alle finden Theodor Herzls Idee von einem eigenen jüdischen Staat recht abwegig. Über 50 Jahre später, 1955, nach zwei Weltkriegen, einer Wirtschaftskrise und nach dem Holocaust, den die wenigsten von ihnen überleben, begegnen sich die letzten Merz-Nachkommen in derselben, nun verlassenen Wohnung, wo nichts mehr an die Zuversicht von einst erinnert. Autor Tom Stoppard richtet seinen Blick auf eine Vergangenheit, die gerade in einer Zeit, in der Antisemitismus wieder salonfähig wird, hochaktuell ist. In der Inszenierung von Regisseur Johannes Lepper, im Bühnenbild von Doreen Back und in den Kostümen von Monika Gebauer spielen Sabine Wegmann, Nurettin Kalfa, Thieß Brammer, Maria Lisa Huber, Rebecca Hammermüller, Michael Witte, Nanette Waidmann, Isabella Campestrini, Nico Raschner-Ernst, Olga Gubina und Luzian Hirzel. Auf der Zuschauertribüne saßen Landesrätin Barbara Schöbi-Fink und Philipp Schöbi, Monika Wagner, Claudia Voit, Christiane Zaunmaier, Schauspielerin Sabine Lorenz, Eva Puchner und Hubert Krenkl.

Benjamin Morgenstern und Alexander Schmidt
Benjamin Morgenstern und Alexander Schmidt.
Landesrätin Barbara Schöbi-Fink und Ehemann Philipp Schöbi
Landesrätin Barbara Schöbi-Fink und Ehemann Philipp Schöbi.
KUGES-Geschäftsführerin Monika Wagner kam mit Schauspielerin Sabine Lorenz
KUGES-Geschäftsführerin Monika Wagner kam mit Schauspielerin Sabine Lorenz.
Jelena Gaurich und Schauspieler Süuat Ünaldi
Jelena Gaurich und Schauspieler Süuat Ünaldi.
Theaterfreundinnen Elisabeth Türk und Doris Gunz
Theaterfreundinnen Elisabeth Türk und Doris Gunz.
Christoph und Vera Splechtna (Hypo)
Christoph und Vera Splechtna.
Christine Sutterlüty und Sabine Liebmann waren gespannt auf die Inszenierungg
Christine Sutterlüty und Sabine Liebmann waren auf die Inszenierung gespannt.
Byat Solsaeva, Anita Niegelhell und Petra Klose vom Jüdischen Museum
Byat Solsaeva, Anita Niegelhell und Petra Klose vom Jüdischen Museum.
Bühnenbildnerin Doreen Back,Kostümbildnerin Monika Gebauer und Dramaturg Elias Lepper
Bühnenbildnerin Doreen Back, Kostümbildnerin Monika Gebauer und Dramaturg Elias Lepper.

Yasmin Ritter