Allgemein

Melancholie statt Romantik

15.10.2026 • 07:00 Uhr
SENSE AND SENSIBILITY
Zwischen Liebeskummer und Hoffnung: Die Schwestern müssen sich auf dem Land zurechtfinden. Universal Pictures

Die romantische Komödie „Sinn und Sinnlichkeit“ von Ang Lee gilt als Kultfilm und die Neuauflage kommt nun ins Kino.

Im Mittelpunkt stehen die Schwestern Elinor und Marianne Dashwood, so wie in Jane Austens Kultroman. Als ihr Vater stirbt, erbt ihr Halbbruder John ihr nobles Zuhause Norland Park. Elinor und Marianne, ihre Mutter und ihre jüngere Schwester Margaret müssen in ein bescheidenes Haus auf dem Land ziehen. Dort beginnt ein komplizierter Liebesreigen. Elinor liebt Edward Ferrars, der ihre Gefühle erwidert, aber nicht so zu ihnen stehen kann, wie er will. Auch die Liebe von Colonel Christopher Brandon zu Marianne scheint aussichtslos, ist sie doch rettungslos dem Bad-Boy-Charme verfallen. Die Damen zeigen ihre Gefühle ungeschönt – von verliebter Träumerei bis zur schieren Verzweiflung.

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Herzschmerz

Elinor und Marianne sind bei Oakley starke junge Frauen und machen ihr Glück nicht von einem Ehemann abhängig, schließlich hält das Leben noch ganz andere Herausforderungen und Chancen bereit. Und auch ihr Alltag auf dem Land wird nicht romantisiert. Sie leben nun in einem Bauernhaus im Nirgendwo – das ist hart und fernab jeglicher Idylle. Sie habe das Leben vor 200 Jahren möglichst authentisch zeigen wollen, sagt die Regisseurin. Oakley setzt auf intensive Erd- und Naturtöne, beige, grün, rot-orange, braun. Das wirkt bisweilen düster, fast wehmütig, aber auch gemütlich – und weitab der Hochglanzwelt im „Bridgerton“-Stil. Sie habe eine ungezwungene Atmosphäre vermitteln wollen, jenseits der Vorstellung, dass sich bei Austen alles „in einem spießigen Salon abgespielt hat“, so Oakley. Austens scharfzüngige Gesellschaftskritik wird bei Oakley zu einer Studie der Befindlichkeiten. Das geht auf Kosten des subtilen, spitzen Humors, der die Kultromane der Autorin (1775-1817) so vergnüglich macht. Einige vergnügliche Dialoge gibt es aber doch. Oakley setzt Akzente und passt mit dem melancholischen Unterton gut in die heutige Zeit.

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