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Nächster Schritt:  Jetzt sitzt sie hinter dem Lenkrad

18.10.2026 • 14:00 Uhr
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Himmel! Meine Tochter Nr. 1 hat sie geschafft, gleich beim ersten Anlauf – die Führerscheinprüfung. Und jetzt habe ich „den Scherm auf“: Sie will fahren, vorzugsweise mit meinem Auto.

Nun gut, ich nutznieße auch ein wenig davon, denn plötzlich geht man mit Freude alleine einkaufen und nimmt einen halbseitigen Einkaufszettel in Kauf, nur damit sie alleine Auto fahren kann. Die letzten Tage musste ich keinen einzigen Fuß in den Supermarkt setzen. Dafür bibbere ich daheim und jedes Mal, wenn das Telefon läutet, hoffe ich, dass es nicht heißt: „Mama, ich habe den Begrenzungsstein übersehen!“ Bis dato habe ich Glück. Es sind nur Rückfragen, wo denn die Marmelade, der Reis oder der gewünschte Käse zu finden ist. So lernt sie wenigstens zusätzlich zum Führerschein endlich, wie ein Supermarkt aufgebaut ist.

Dass ich mich nun jedes Mal, wenn ich mich in mein Auto setze, erst wieder neu justieren muss, ist eine komplett neue Erfahrung. Der Sitz zu weit vorn, das Lenkrad zu hoch oben, die Rückspiegel verstellt. Bevor ich losfahren kann, brauche ich erst mal fünf Minuten, damit alles wieder so ist, wie ich das für mich gewöhnt bin.

Okay, sie geht auch Autowaschen, tatsächlich. Dass sie dann auch noch ihre Freundin heimbringt, nachdem sie gefühlt eine Spritztour rund um Vorarlberg gemacht hat, wurde nicht zusätzlich erwähnt. Ich muss jetzt nachfragen, wann mein Auto wieder retour ist, um selbst auf den Weg zu gehen (fahren).

Nun gut, ich werde diesen einen Monat, in dem alles noch so „krass neu“ für sie ist, ausnützen und den Einkaufs-Lieferdienst voll auskosten. Lange wird er nicht andauern. Gegengleich werde ich loslassen und meine Mutterängste überwinden. Irgendwann muss man loslassen und den nächsten Schritt in die Unabhängigkeit zulassen. Den Zweitschlüssel vom Auto hat sie schon einmal für sich beansprucht. Aber ich, ich bin noch unsicher, ob oder wie oft ich die Erlaubnis erteilen kann, dass sie sich hinter das Steuer setzt. Noch bin ich der unentspannt. Mir wäre lieber, sie säße noch am Dreirad, würde ihre Kreise im Garten drehen und das Schlimmste, was ihr passieren könnte, wäre ein aufgeschürftes Knie. Nicht, dass ich ihr nicht vertraue. Ich vertraue nur den anderen Verkehrsteilnehmern nicht (bitte nicht persönlich nehmen, das ist so ein Mama-Ding), oder der Sonne die blendet, oder den Randsteinen – eigentlich überhaupt der ganzen Straße. Somit: Könntet ihr bitte das nächste halbe Jahr mit den Öffentlichen Verkehrsmittel fahren, meine Tochter ist auf der Straße und übt. Danke!