Flora

Ein Zorro auf vier Hufen

02.02.2024 • 23:00 Uhr
Lena Giesinger mit den Eseln, die manchmal mehr, manchmal weniger gefragt Küsschen verteilen. <span class="copyright">Hartinger</span>
Lena Giesinger mit den Eseln, die manchmal mehr, manchmal weniger gefragt Küsschen verteilen. Hartinger

Lena Giesinger (22) arbeitet als Tierpflegerin im Doppelmayrzoo in Wolfurt. Ein Beruf, von dem sie schon seit der Kindheit träumt.

Wie verläuft ein gewöhnlicher Arbeitstag?

Lena Giesinger: Ich starte um sieben Uhr, das Erste, was ich mache, ist das Futter für alle Tiere vorbereiten. Das hat ganz einfach den Zweck, dass am Morgen gleich alle Tiere was gegessen haben. Im Anschluss machen wir untereinander die Arbeitsteilung, ich bleibe meistens im oberen Bereich des Zoos. Dann reinige ich die Gehege, für die ich zuständig bin. Manchmal stehen auch größere Arbeiten an, wie etwa das Schneiden einer Hecke. Am Nachmittag geht es eher an die Reparaturen und sonstige Termine, zum Beispiel wenn wir ein neues Tier bekommen. Aber eigentlich ist jeder Tag total unterschiedlich. Die einzige Routine, die wir wirklich täglich habenm ist das morgendliche Füttern von allen Tieren.

Welcher Beruf wäre für Sie definitiv der falsche?

Giesinger: Ein Bürojob. Ein Job, in dem ich jeden Tag das gleiche mache, das geht gar nicht. Ich muss draußen arbeiten. Eigentlich geht kein Job ohne Tiere.

Was würden Sie sich von einem Lottogewinn kaufen?

Giesinger: Ich weiß nicht, ob ich direkt was kaufen würde. Vermutlich würde ich das Geld irgendwo anlegen, oder in Richtung Landwirtschaft investieren. Zuerst würde ich mir einen Stall kaufen.

Was bedeutet für Sie Luxus?

Giesinger: Das ist schwierig zu definieren, aber ich glaube einfach wenn ich etwas habe, sei es ein Job oder ein Hobby, wofür ich am Morgen gerne aufstehe. Zum Beispiel so ein Job (Tierpflegerin). Das was man tut, nicht das was man hat, kann man zusammengefasst sagen.

Was ist Ihr Lieblingstier?

Giesinger: Tatsächlich der Papageientaucher. Hier im Zoo sind es – glaube ich – die Nasenbären, oder die Waschbären, wobei ich natürlich viele Tiere sehr gerne habe.

Neugierig sind sie auch, die Esel. <span class="copyright">Hartinger</span>
Neugierig sind sie auch, die Esel. Hartinger

Haben Sie zu einem Tier im Zoo eine spezielle Bindung?

Giesinger: Ich kenne den Esel Zorro schon seit ich selbst ein kleines Kind war. Den mag ich bis heute besonders gerne. Dann gibt es noch eine Ziege, die mir immer das Futter der Enten klauen will, die mag ich auch (lacht).

Was wollten Sie als Kind werden?

Giesinger: Tierpflegerin. Das war immer schon mein Wunsch. Ich habe schon mit fünf Jahren zu meiner Mutter gesagt: „Irgendwann arbeite ich hier im Doppelmayrzoo.“

Haben Sie privat auch Tiere?

Giesinger: Ja, Wachteln. Die sind fein, man kann sie im Garten, wenn man nicht so viel Platz hat, gut halten. Sie sind einfach eine liebe Gesellschaft.

Wenn Sie eine Sache in der Welt verändern dürften, welche wäre das?

Giesinger: Das ist eine schwierige Frage. Vielleicht, dass alles wieder ein bisschen bodenständiger wird. Dass die Leute Wert auf grundlegende Sachen legen. Dass man einander nicht bewertet, sondern aufeinander schaut.

Haben Sie auch eine kritische Meinung zu Zoos?

Giesinger: Ich finde bestimmte Tiere, wie zum Beispiel Orcas, Elefanten oder Giraffen gehören nicht in einen Zoo, weil sie einfach zu groß sind. Diesen Tieren wird man nie genug Platz bieten können. Wenn sie aber sowieso schon gezähmt, oder in Gefangenschaft geboren sind, finde ich es okay. Allerdings ist hier natürlich eine artgerechte Haltung wieder entscheidend. Was ich nicht mag, ist Wildfang. Das sind Tiere, die aus der Natur gefangen und eingesperrt werden.