Grazer muss sich in London vor Gericht verantworten

Ein 30-jähriger Grazer steht in London aufgrund der mutmaßlichen Planung eines terroristischen Staatsakts vor Gericht.
Am Londonder Strafgerichtshof – dem Old Bailey – wird am Freitag ein 30-jähriger Grazer vor Gericht aussagen müssen. Er ist wegen der mutmaßlichen Planung eines terroristischen Staatsaktes angeklagt. Der Grazer soll sieben Videos über die Sicherheitsvorkehrungen von den Büroräumlichkeiten des regimekritischen TV-Sender “Iran International” angefertigt haben. Das berichten die englische Daily Mail sowie der Kurier. Der Angeklagte ist demnach am 11. Februar von Wien nach London geflogen und habe sich zum Chiswick Business Park im Westen Londons begeben. Dort habe er sich mit einer Gesichtsmaske und einer Baseballmütze dem Gebäude genähert, in dem der TV-Sender drehte, und sein Telefon in einer Bewegung hochgehalten, die auf ein Fotografieren oder Filmen schließen lässt, wird Staatsanwalt Michael Haggar in der Daily Mail zitiert. Er wurde daraufhin festgenommen.
Erschien vor Gericht in Jogginghose
Der TV-Sender wurde von der Londoner Metropolitan Police über das Bestehen ernsthafter Bedrohungen für die Sicherheit der iranischen Journalisten informiert und übersiedelte daraufhin nach Washington. Bereits am 14. Februar musste der Grazer erstmals vor Gericht erscheinen. Laut Daily Mail erschien er damals in einer grauen Jogginghose und teilte – mit der Hilfe eines deutschsprachigen Übersetzers – einzig seinen Namen mit.
Die österreichische Botschaft in London unterstützt den Mann seit dessen Festnahme im Februar 2023 mit Haftbesuchen sowie dem laufenden Austausch mit den britischen Behörden. “Unsere Botschaftsmitarbeiter beobachten den laufenden Strafprozess und stehen mit den Rechtsanwälten des Betroffenen in Kontakt. Zudem steht die Botschaft mit den Angehörigen in regelmäßigem Kontakt”, erklärt das Außenministerium auf Anfrage der Kleinen Zeitung.
Absitzen einer Haftstrafe auch in Österreich möglich
Der Österreicher arbeitet laut Daily Mail als IT-Techniker und ist Vater dreier Kinder. Seine Frau würde derzeit eine Ausbildung zur Krankenschwester machen. Ihr Mandant, so Anwältin Seema Dosaj laut Daily Mail, wollte sich vor dem Gebäude mit einem Freund treffen. Er plädiere auf nicht schuldig.
Bei einer rechtskräftigen Verurteilung des 30-Jährigen besteht die Möglichkeit auf eine Überstellung in den österreichischen Strafvollzug, das bedeutet, er könne seine Haftstrafe auch in Österreich absitzen. “Über solche Anträge entscheidet im Einzelfall zuerst die britische sowie im Anschluss die österreichische Justiz”, heißt es vom Außenministerium.