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Moschee-Neubau in Dornbirn: Bürgermeister möchte Umsetzung ermöglichen, stellt aber vier Bedingungen

05.08.2026 • 10:30 Uhr
Moschee-Neubau in Dornbirn: Bürgermeister möchte Umsetzung ermöglichen, stellt aber vier Bedingungen
Bürgermeister Fäßler informierte vorab über das Moschee-Projekt der ATIB. Canva/Shutterstock, Hartinger

ATIB-Vorprojekt wurde von der Stadt abgelehnt. Umsetzung soll unter Auflagen dennoch gelingen.

Der türkische Kulturverein ATIB möchte am bestehenden Standort in der Dornbirner Quellengasse den Neubau einer Moschee mit Kulturzentrum umsetzen. Naturgemäß sorgt dieses Vorhaben für Sprengkraft, weshalb Bürgermeister Markus Fäßler (SPÖ) die Pressevertreter bei einem Medientermin vorab informierte. Grundsätzlich, so der Stadtchef, wolle er eine Umsetzung ermöglichen. Er stellt er jedoch vier Bedingungen, damit diese gelingen kann: projektbegleitender Dialog, Architekturwettbewerb, Sonderwidmung und gesellschaftlicher Mehrwert.

Vorprojekt nicht genehmigungsfähig

Ein Vorentwurf für das Projekt, der seitens der ATIB vorgelegt wurde, sei städtebaulich und durch den unabhängigen Stadtplanungsbeirat bewertet worden. “Das Ergebnis ist eindeutig”, so Fäßler: “Das Projekt ist in der vorliegenden Form aus mehreren Gründen in Dornbirn weder darstellbar noch umsetzbar.” Zu den Herausforderungen, schildert die Stadt, gehören neben der Einbindung in das Quartier insbesondere die Dimension des für bis zu 400 Personen ausgelegten Gebäudes sowie die Darstellung sakraler Symbole. So war ein Minarett – die Atib bezeichnet es als “Stele” – im Vorentwurf enthalten.

Die Stadt stellt aber auch klar: Die Religionsfreiheit umfasse grundsätzlich das Recht jeder Religionsgemeinschaft, ein religiöses Gebäude zu errichten. Und die Stadt Dornbirn begleitee dieses Bauvorhaben als zuständige Behörde nach denselben gesetzlichen und städtebaulichen Vorgaben wie jedes andere. “Dabei ist es mir aber wichtig, dass es für dieses Vorhaben auch eine Akzeptanz in unserer Stadt gibt. Diese ist aus meiner Sicht dann gegeben, wenn das Projekt im Einklang mit den Bedürfnissen der Stadt, der Bevölkerung und des unmittelbaren Umfelds entwickelt wird. Das bedeutet: gut eingebettet in unsere gewachsene Kultur, unsere Gesellschaft und das Stadtbild”, so Fäßler beim Pressegespräch.

Dialogprozess und Architekturwettbewerb

Er will daher noch heuer einen Dialogprozess starten, in den neben Vertretern der ATIB auch Menschen aus der unmittelbaren Nachbarschaft, Vertreter der politischen Fraktionen sowie die Stadtverwaltung eingebunden sind. Informationen zur genauen Zusammensetzung und Teilnahmemöglichkeit für Anwohnende sollen folgen. 

Darüber hinaus soll es für den Moschee-Neubau einen Architekturwettbewerb geben. “Die städtebaulichen Vorgaben für den Wettbewerb werden von der Stadtplanung in Abstimmung mit dem Stadtplanungsbeirat erarbeitet. Im konkreten Fall fließen auch Ergebnisse des projektbegleitenden Dialogs mit ein”, so Stadtplaner Martin Assmann. Eine unabhängige Jury bewertet anschließend die eingereichten Entwürfe. Was bauliche und sakrale Symbole betrifft, verfolge die Stadt Dornbirn grundsätzlich einen “zurückhaltenden Ansatz”, heißt es. Im Hinblick auf die zu erwartenden Auswirkungen auf Verkehr, Lärm und Nachbarschaft komme für die Stadt die Errichtung ausschließlich auf einer entsprechend gewidmeten Sondergebietsfläche infrage.

Religionsübergreifender Dialog

Den geplanten Moschee-Neubau nimmt die Stadt überdies zum Anlass, den Dialog zwischen den Religionen zu beleben und das Zusammenleben zu fördern. “Mit dem ,Dornbirner Dialog – das Zusammenleben der Religionen’ wollen wir Begegnung und gegenseitiges Kennenlernen ermöglichen und damit Verständnis, Offenheit, Toleranz sowie gesellschaftliche Integration und Vernetzung stärken”, so Natascha Garvin Barba, Expertin für Integration in der Stadtverwaltung.

Unabhängig von den Auflagen der Stadt dürfte der geplante Neubau der ATIB-Moschee für umfassende Diskussionen in Dornbirn sorgen. Es wird sich zeigen, wie die Opposition diesen Vorstoß des Bürgermeisters aufnimmt.

(NEUE Vorarlberger Tageszeitung)