Kultur

Verteilung der “Kraft des Guten”

21.09.2020 • 20:48 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
"Kind.Erbe.Reich" von Barbara Herold. <span class="copyright">Mark Mosman</span>
"Kind.Erbe.Reich" von Barbara Herold. Mark Mosman

Verspätet wurde “Kind.Erbe.Reich” in Wien uraufgeführt.

Die Corona-Pandemie hat es Theatermacherin Barbara Herold und ihrem Team nicht leichtgemacht: Durch den Lockdown wurden die Proben gestoppt, die für März in Feldkirch geplante Premiere musste verschoben, neue Termine gefunden werden. Am vergangenen Freitag war es dann so weit: Im Kosmos Theater Wien wurde das neue Stück „Kind.Erbe.Reich“ der Compagnie dieheroldfliri.at, als Koproduktion mit ebengenanntem Haus und dem T:K Theater Kempten, uraufgeführt. Dabei zeigte sich eine sehr humorbetonte Auseinandersetzung mit dem Thema Erben, die neben zahlreichen Witzen auch noch einige Infos  rund um das Erben und der heimischen Vermögensverteilung auf Lager hat.

Motivierende Sprüche

Zugegeben: Der von Herold selbst verfasste Text ist gefüllt mit Pointen, die meist außerordentlich simpel gestrickt sind – doch sie funktionieren. Das gelingt auch dank des Spiels der drei Darsteller Maria Fliri, Marion Freundorfer und Peter Bocek. Zuerst aber wird der Zuschauer beim Einlass mit einer Leier von Sprüchen, wie sie von einer Motivations-CD stammen könnten, beglückt. „Geld ist eine wunderbare Kraft des Guten“, „Geld fließt aus mehreren Quellen zu mir“ – so leicht ist es im wirklichen Leben dann doch nicht.

Ungleichheit

Die drei Darsteller schlüpfen in verschiedene – auch tierische – Rollen, um dem Publikum das Thema zu unterbreiten. Da gibt es etwa die Erben-Therapiegruppe („Mein Name ist Ludwig, und ich bin liquid“) oder ein Kindergeburtstag, bei dem die Vermögensverhältnisse mit der Verteilung eines Kuchens dargelegt werden. Die gängige Praxis des Erbens verhärte die Ungleichheit, so die Botschaft. Im schnellen Szenenwechsel und im knallig-glänzenden Bühnenbild von Caro Stark ist das Stück sehr unterhaltsam, kurzweilig und auch sehr, wohl etwas zu belehrend. Auch wenn hier offensichtlich für eine Erbschafts- oder Vermögenssteuer plädiert wird, sei das Wichtigste, überhaupt ein Testament zu hinterlassen, heißt es am Schluss.

Ab 27. November kommt das Stück nach Vorarlberg ins Alte Hallenbad.