Maskierte Punkrocker für alle Generationen

Batman and the Mighty Antiheroes rockten am Samstag das Between in Bregenz. Diesen Freitag stellen sie ihr neues Album im Chybulski in Feldkirch vor.
Punk ist nicht tot, aber schon ziemlich alt. Besonders in Feldkirch weiß man um diesen Umstand, denn 1978 gaben dort Chaos das erste Punkkonzert Vorarlbergs im Graf Hugo. In dieser Traditon stehen Batman and the Mighty Antiheroes, die am 3. Jänner ihr neues Album „Punk’s not dead, Punk is BAT!“ im Chybulski präsentieren werden. Beim „Stay Sick Festival“ im Between Bregenz gaben sie letzten Samstag noch einmal ihr altes Set zum Besten.
Punker Tracht
Das gut besuchte Jugendzentrum verwandelte sich an diesem Abend zu einem Treffpunkt der Generationen. Während die Altersspanne der Besuchenden von 17 bis über 60 reichte, waren auffällig viele Jugendliche in traditioneller Punker-Tracht, mit festem Schuhwerk, gepatchten Jacken und gefärbten Haaren unterwegs. Zwischen ihnen gutbürgerlich gekleidete Gäste, die genauso gut einem Orchester lauschen könnten.
Wrestlingmaske
Zur Eröffnung spielte das Garage-Punk-Surf-Duo Boss Brain Twisters aus Feldkirch. Mit warmem Gitarren-Geschrammel, witzigen Texten und einer mexikanischen Wrestlingmaske setzten sie den Stil, der sich durch das ganze Festival zog.

Superhelden und ihre Kostüme
So auch bei Batman and the Mighty Antiheroes. Während der namensgebende Sänger und Gitarrist maskiert auftrat, schmückten sich Bassist Woderwoman mit falschen Haaren. Gitarrist Green Hornet trug hingegen einen grünen Bademantel. Einzig Hamburglar, Schlagzeuger der Vierercombo, trat in Straßenkleidung auf. Kostüme seien in der Szene nichts Ungewöhnliches, bekräftigt Batman. Er selbst schätzt die vermeintliche Anonymität, da sie erlaubt, wie ein Narr im Mittelalter auf der Bühne stehen zu können. Wie konsequent sie ihren Klamauk zum Besten geben, verdeutlichen Songs wie „I lost my Brain and feel good“ oder „Who the fuck is Superman?“. Während die Gruppe primär mit Eigenkompositionen das Publikum zum Springen brachte, würdigten sie mit einem Cover von „Get Out Of My Pocket“ ihre Punk-Urväter von Chaos.

Nach einer Zugabe übernahmen Thee Garagekid aus Bayern die Bühne. Die Gruppe um Chris Reeky bot fetzigen Rock ‘n’ Roll, stilsicher in Matrosenkostüm und Wrestling-Montur.

Menschen im Mittelpunkt
Eine unverkennbar gute Zeit hatten der 17-jährige Klostertaler Luis Dietrich und Joel Rauch (18) aus Tirol. Letzterer war zuvor noch nie auf einem Konzert in Vorarlberg. Dabei erlebt er die Szene als klein, aber ausgesprochen cool. Dietrich kann sich dem nur anschließen. Für ihn stehen bei derartigen Events die Menschen mehr im Mittelpunkt als die Konzerte. Dabei ließ er sich die Gelegenheit zu tanzen nicht nehmen.

Auf dem Grab tanzen
So auch Batman, dessen neues Album ihn als shakende Comicfigur auf den Gräbern von Sid Vicious und Vivienne Westwood zeigt. Die Schallplatte wurde von Michael Hacker gestaltet und bietet neben vier neuen Songs auch zwei frühere Nummern in frischem Gewand.
Dabei kann man sich auf eine humorvolle Release-Show mit viel Körpereinsatz einstellen, die sich der nach eigenen Angaben 1943 geborene Fledermausmann nicht nehmen lässt.
Batman and the Mighty Antiheroes
Album release: “Punk’s not dead, Punk is BAT!”
03. Jänner, 20 Uhr
Antiquariat Chybulski
Bahnhofstraße 11, Feldkirch