Prinz Grizzleys dunkle Heimkehr

Der Bregenzerwälder Country-Musiker veröffentlicht mit „Put Me Down (A Foreign Man)“ die erste Single seines kommenden Albums „Tilda“.
Wie prächtig der Pathos amerikanischer Country-Musik die düstere Romantik des Alpinen fassen kann, bezeugt das Schaffen des Bregenzerwälder Musikers Prinz Grizzley. Sein neues Album „Tilda“ erscheint am 2. Oktober. Bereits jetzt gewährt der Country-Sänger einen Vorgeschmack: Die Single „Put Me Down (A Foreign Man)“ ist am 12. Juni samt Musikvideo erschienen.
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Entwurzelt
Der Song erzählt die Geschichte eines Fremden, der nach einer Affäre seine Heimat nie wieder lebend erreicht. Im Musikvideo erklingt das Klagelied im Setting der noch immer sehr gefährlichen Forstarbeit. Doch statt modernen Rodungsmaschinen zeigt es Männer mit alten Sägen. Die bergige Kulisse könnte genauso gut in Oregon liegen. Durch die alpine Szenerie wird der universelle Appeal des Genres deutlich. Überdeutlich zeigen Song und Video, wie der einsame Arbeiter selbst zu einem Ding verkommt. Denn wo die Stimme nach vergeblicher Erlösung fleht und sich nach einer Bestattung in der Heimat sehnt, fällt im Clip der Baum. Entwurzelt wie der Fremde, findet das tote Holz seine Bestimmung in der Fremde.

International
Prinz Grizzley, mit bürgerlichem Namen Chris Comper, veröffentlichte 2016 mit „Wide Open Country“ seine erste EP. Seither sind die Alben „Come On In“ (2018), „To My Green Mountains Home“ (2020) und zuletzt „Dear Leftovers“ (2024) erschienen.
Auftritte beim renommierten SXSW-Festival in Austin, dem AmericanaFest in Nashville oder der Folk Alliance International in Kansas City machen deutlich, dass seine Musik auch dort funktioniert, wo Countrymusik zuhause ist.