Feingefühl gefragt

Franziska Wicke‑Bergmann (40) arbeitet für das Vorarlberg Museum im Bereich Konservierung und Restaurierung.
Wie sieht ein typischer Arbeitstag aus?
Franziska Wicke-Bergmann: Mein Arbeitstag beginnt meist mit etwas Büroarbeit, um E-Mails zu checken und den Überblick über laufende Projekte zu behalten. Danach arbeite ich projektbasiert, zum Beispiel an Ausstellungsvorbereitungen: Objekte verpacken, Zustände kontrollieren, dokumentieren und kleinere Reinigungsarbeiten. Dabei organisiere ich mich sehr selbstständig. Wichtig ist vor allem, dass alles rechtzeitig fertig wird.
Wie sind Sie auf diesen Beruf gekommen?
Wicke-Bergmann: Ich bin eher zufällig zu diesem Beruf gekommen. Nach dem Gymnasium mit technischem Profil habe ich einen abwechslungsreichen Beruf gesucht. In einem Studienführer entdeckte ich den Studiengang Restaurierung für technisches Kulturgut in Berlin, der Naturwissenschaften, Technik, Kunst und Handwerk verbindet. Diese Mischung und die handwerkliche Arbeit haben mich sofort überzeugt.
Was gefällt Ihnen am besten an diesem Beruf?
Wicke-Bergmann: Am besten gefällt mir die Abwechslung in meinem Beruf. Außerdem arbeiten wir sehr interdisziplinär, also mit ganz unterschiedlichen Teams zusammen. Dazu gehören Techniker, Naturwissenschaftler, Kunsthistoriker und auch die Künstler selbst. Gerade bei Ausstellungen hat man viel Kontakt mit verschiedenen Menschen und Perspektiven, was die Arbeit besonders spannend und vielseitig macht.
Mit welchen Materialien arbeitest Sie?
Wicke-Bergmann: Ich arbeite mit sehr unterschiedlichen Objekten und Materialien. Mein Schwerpunkt liegt auf technischem Kulturgut und modernen Materialien, vor allem auf zeitgenössischer Kunst. Daneben kommen auch Alltagskultur, Papier, Textilien und teilweise archäologisches Kulturgut vor.
Was ist in dieser Austellung sehr Intressant?
Wicke-Bergmann: Besonders interessant finde ich derzeit eine Gipsinstallation. Spannend ist vor allem ihre Herstellung und der konzeptuelle Hintergrund, da es um Abformung, die Idee der Urform und Formgestaltung geht. Gleichzeitig ist das Objekt auch sehr herausfordernd, weil es extrem empfindlich ist. Beim Transport sind einige Bruchstücke entstanden, die wieder bearbeitet werden mussten.