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Neue Impulse für freiwlliges Engagement

02.07.2021 • 11:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Musikvereine durften lange zeit nicht proben. jetzt geht es wieder aufwärts.
Musikvereine durften lange zeit nicht proben. jetzt geht es wieder aufwärts.

Strategiepapier soll Vereinswesen und Ehrenamt nach Corona wieder stärken.


Die Bereitschaft, sich freiwillig zu engagieren, ist in Vorarlberg stark ausgeprägt. Jeder zweite ist hierzulande ehrenamtlich tätig und trägt so mehr oder weniger zum Zusammenhalt in unserer Gesellschaft bei. Wie wichtig ehrenamtliches Engagement ist – sei es bei dem Roten Kreuz, der freiwilligen Feuerwehr oder beim mobilen Hilfsdienst – verdeutlichte die Corona-Krise. Allerdings haben die pandemiebedingten Einschränkungen viele Vereine lahmgelegt – besonders hart getroffen hat es beispielsweise Sport- und Musikvereine.
Bei ihrem lang ersehnten Comeback sollen die Vereine nun bestmöglich begleitet und unterstützt werden. Dazu hat das das Land, sprich das Büro für freiwilliges Engagement und Beteiligung (FEB), in den vergangenen vier Monaten eine Engagement-Strategie entwickelt. „Es geht uns darum, das Ehrenamt und Vereinswesen soweit zu stärken, dass mögliche Corona-Nachwirkungen rasch überwunden werden können “, sagte Landeshauptmann Markus Wallner bei der Präsentation des Papiers im Probelokal der Stadtmusik Bregenz.

Sechs Handlungsfelder

Die Engagement-Strategie gliedert sich in sechs Handlungsfelder namens „Entwickeln“, „Stärken“, „Förden“, „Vernetzen“, „Beraten“ und „Informieren“. Damit sich die Maßnahmen und Angebote am Bedarf orientieren, wurden diese gemeinsam mit Verantwortlichen in den Gemeinden und Regionen sowie engagierten Menschen aus den verschiedensten Bereichen erstellt“, erläutert FEB-Leiter Michael Lederer. In das Aufgabenfeld Entwickeln fällt beispielsweise das aufmerksame Beobachten von Engagement-Trends und die Begleitung von Pilotprojekten. Auch die Digitalisierung ist natürlich ein Thema. Hier sei der Beratungsbedarf enorm gestiegen, so Lederer.

“Wertvoller Schatz”

Mit 5100 registrierten Vereinen und vielen engagierten Menschen verfüge Vorarlberg über einen „wertvollen Schatz, den es mit aller Sorgfalt zu hüten und zu pflegen gilt“, stellte Wallner klar. Von der Engagement-Strategie erwartet er sich „wichtige Impulse“ und „langfristige Akzente“.
Hausherr Thomas Winzek, Obmann der Stadtmusik Bregenz, erinnerte an die Herausforderungen, die die Corona-Zwangspause mit sich brachte. „Das Wichtigste war für uns, mit den Mitgliedern in Kontakt zu bleiben, aber all dies ersetzt unser sonst so lebendiges Vereinsleben nicht.“

Engagement vor Ort

Für den Mellauer Bürgermeister Tobias Bischofsberger, Mitglied bei der Freiwilligen Feuerwehr und den Pfadfindern, betonte die Wichtigkeit des Engagements vor Ort. „Nur wenn wir es schaffen, uns selbst und vor allem unsere Kinder und Jugendlichen zu motivieren, in ihrem Dort mitanzupacken und die eigene Umwelt selbst mitzugestalten, werden wir gemeinsam erfolgreich sei“, sagte der Bürgermeister der Bregenzerwälder Kleingemeinde. Ziel müsse es sein, Rahmenbedingungen für mehr Eigenverantwortung zu schaffen – „in kleinen, überschaubaren und flexiblen Strukturen vor Ort“.

Jugend

Die Bedeutung junger Menschen für die Freiwilligenarbeit hob Barbara Österle von der aha Jugendinfo hervor. Den Jugendlichen stehe mit dem Anerkennungssystem aha plus, ein besonderes Instrument zur Verfügung. Das Prinzip dahinter ist einfach: Organisationen stellen Mitmach-Möglichkeiten online. „Neben Erfahrungen sammeln junge Menschen ab 12 Jahren hier auch Punkte, die gegen ein Dankeschön wie etwa Veranstaltungstickets oder einen Helikopterflug eingetauscht werden können. Mit der aha-plus-App wurden laut Österle mittlerweile 1400 Jugendliche erreich und 13.700 Mal Punkte vergeben.

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