Neue Innovations-Schmiede in Dornbirn

Eröffnung des HSG-Instituts für Computer Science in Vorarlberg (ICV-HSG) für Landeshauptmann Markus Wallner “ein Meilenstein für den innovativen Bildungs- und Wirtschaftsstandort Vorarlberg”.
Im Campus V in Dornbirn wird in Partnerschaft mit der Uni St. Gallen nun anwendungsorientiert gearbeitet und geforscht. “Eine grenzüberschreitende Win-Win-Situation”, zeigte sich auch Beat Tinner, Regierungsrat des Kantons St. Gallen, sehr angetan. “Für die Wirtschaft bedeute dies sowohl einen unmittelbaren konkreten Nutzen als auch einen intensiven Wissenstransfer und Innovationsschub”, strichen auch Wirtschaftspräsident Wilfried Hopfner und Elmar Hartmann, Präsident der Industriellenvereinigung , die Wichtigkeit dieses Projektes heraus. Die Vorarlberger Partner beteiligen sich im Ramen der Kooperation mit zehn Millionen Euro in den nächsten zehn Jahren.
Das HSG-Institut für Computer Science in Vorarlberg (ICV-HSG) ist sowohl in Vorarlberg als auch in St. Gallen aktiv: Es hat seine Betriebsstätte in Dornbirn, ist aber zugleich voll in den Forschungs- und Lehrbetrieb der Universität St. Gallen (HSG) eingebunden. Der Hauptfokus des Instituts besteht in der Durchführung von Lehr-, Forschungs- und Weiterbildungsarbeiten in den thematischen Schwerpunktfeldern Embedded Sensing Systems (inklusive der Berücksichtigung industrieller Netze) und Big Data Infrastrukturen. Unter der Leitung von HSG-Dozierenden werden insbesondere auch PhD-Studierende in diesen Schwerpunktfeldern in der Vorarlberger Betriebsstätte forschen.
Gemeinsames Projekt
Das Institut ist ein gemeinsames Projekt des Landes Vorarlberg, der illwerke vkw AG, Kooperationspartnern der Vorarlberger Wirtschaft sowie Industrie und der Universität St. Gallen. Im Rahmen des neuen Instituts wird anwendungsorientierte Forschung betrieben – in Zusammenarbeit mit einer Gruppe engagierter Vorarlberger Unternehmen, der WKV und der IV.
Das ICV-HSG ist somit eine Schnittstelle zwischen Forschung und Wirtschaft – eine „Innovations-Schmiede für die Digitalisierung in Vorarlberg“, so Landeshauptmann Markus Wallner: „Diese Forschungskooperation ist ein Meilenstein in Sachen grenz- und kompetenzüberschreitender Zusammenarbeit: Wirtschaft und Wissenschaft arbeiten Hand in Hand, der Wissens- und Erfahrungsaustausch erfolgt über die Landesgrenzen hinweg.“

Alle Seiten profitieren
Auch Regierungsrat Beat Tinner kann dem gestern gestarteten Projekt nur Positives abgewinnen: „Für den Kanton St. Gallen ist die grenzüberschreitende Förderung der Bildung und Forschung essenziell. Unsere Wirtschaft ist eng mit dem grenznahen Ausland vernetzt. Genau so arbeiten wir zusammen. Alle Seiten profitieren – die Studierenden und die Volkswirtschaften beider Länder.“
Finanzierung
Wie wurde das Projekt finanziert? „Die Vorarlberger Partner beteiligen sich im Rahmen der Kooperation mit zehn Millionen Euro in den nächsten zehn Jahren“, rechnet Landeshauptmann Wallner vor. Vorarlberg stellt für die Einrichtung des Instituts in Dornbirn samt Dozenturen, Geschäftsführung, sechs Doktorandenstellen und weiteren Stellen über eine Laufzeit von zehn Jahren jeweils eine Million Euro jährlich zur Verfügung. Die Finanzierung erfolgt zur Hälfte durch das Land Vorarlberg, die andere Hälfte wird laut Wallner von der Wirtschaft und Industrie abgedeckt. Die HSG sichert die akademische Qualität des Instituts und gewährleistet die Freiheit von Lehre und Forschung.
Zwei Themenschwerpunkte
In Dornbirn werden mit Embedded Sensing Systems und Big Data Infrastruktur inhaltlich zwei Themenschwerpunkte behandelt. Beide Punkte haben eine zentrale Bedeutung auf für das wichtige Thema der Energieautonomie in Vorarlberg. Darüber hinaus ist das ICV-HSG auch Teil der School of Computer Science der Uni St. Gallen, an der 13 weitere Dozierende mit ihren Teams im Bereich Informatik forschen und lehren. “Die Universität St. Gallen strebt danach, anwendungsorientierte Forschung und intensiven Wissenstransfer mit der Wirtschaft in der Region zu stärken. Hier nimmt das HSG-Institut für Computer Science in Vorarlberg eine wichtige Rolle ein”, führt Manuel Ammann, Rektor der Uni St. Gallen aus.

Als Direktor der ICV-HSG amtet Stephan Aier. Getragen wird das Institut von den Experten Bruno Rodrigues (Embedded Sensing Systems) und Bernhard Bermeitinger (Big Data Infrastruktur). Beide haben ihre Arbeit am 1. Februar aufgenommen. An beiden Dozenturen werden künftig weitere Doktoranden tätig sein, damit bringt das ICV-HSG die HSG-Doktoratsausbildung nach Vorarlberg.
Schrittweise aufbauen und gestalten
Das ICV-HSG wird künftig neben seinen Beiträgen zur universitären Lehre und zur Grundlagenforschung auch ein breites Portfolio an Praxiskooperationen anbieten. Um dieses Portfolio bedienen zu können, wird das ICV-HSG schrittweise die notwendige Infrastruktur aufbauen und gestalten.
Wichtig für Vorarlberger Wirtschaft und Industrie
Wie wichtig dieses Projekt für die Vorarlberger Wirtschaft und Industrie ist, wurde bei der Eröffnung noch eindringlich hingewiesen. Wilfried Hopfner, Präsident der Wirtschaftskammer Vorarlberg: „Das universitäre Forschungsangebot in Vorarlberg erfährt mit der Gründung einer Zweigniederlassung der HSG eine wertvolle Erweiterung. Mit dieser Kooperation stärken wir durch Forschung in Innovationsthemen das europaweit einzigartige Potenzial unserer Region und forcieren maßgeblich einen intensiven Wissenstransfer für die regionale Wirtschaft zu relevanten Themen. Unsere Unternehmen können so von spannenden Forschungsprojekten profitieren. Von der Präsenz der HSG in Vorarlberg erwarten wir uns eine Steigerung der Standortattraktivität für unsere Mitglieder – was auch einen erhöhten Zuzug der dringend benötigten Fachkräfte mit sich bringen kann.“ Elmar Hartmann, Präsident der Industriellenvereinigung Vorarlberg: „Eine Universität ist nicht nur ein Ort des Lernens, sondern auch ein Raum, der Inspiration, der Innovation und des intellektuellen Wachstums, an dem Wissenschaft, Forschung und Gemeinschaft miteinander verschmelzen. Die HSG-Niederlassung ist eine großartige Ergänzung für den Wirtschaftsstandort Vorarlberg.“