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Postner reitet wieder gegen Stadttunnel aus

02.02.2024 • 19:03 Uhr
Tunnelgegner Andreas Postner von der Umweltinitiative Transform. <span class="copyright">Hartinger</span>
Tunnelgegner Andreas Postner von der Umweltinitiative Transform. Hartinger

Tunnelkritiker spricht einmal mehr von Rechtswidrigkeit und weiterer Verteuerung – Land hält dagegen.

Andreas Postner, der früher einmal Vorstandssprecher der Grünen war und vor vielen Jahren die Umweltinitiative Transform gegründet hat, reitet regelmäßig gegen Vorarlbergs größtes Straßenbauprojekt, den Stadttunnel, aus. Am Freitag war es wieder so weit. Im Rahmen eines Pressegesprächs im Café Feuerstein holte der Architekt einmal mehr zum Rundumschlag aus.

Kritikpunkte

Er wetterte gegen das Bauprojekt im Allgemeinen und die „explodierenden“ Kosten im Besonderen – und auch die Politik bekam wieder ihr Fett weg, allen voran Landeshauptmann Markus Wallner. Dieser hatte einen Tag nach Weihnachten – für Postner „überraschend“ – verkündet, dass über die zweite Bauetappe, also den Tunnelarm in den Ortsteil Tosters, erst nach der Wahl entschieden werden soll. Laut Postner könne das Projekt aber nur als Ganzes umgesetzt werden, der UVP-Bescheid sehe nichts anderes vor. In der Abteilung Verkehrsrecht kam man aber bereits nach einem Antrag auf Baustopp im Frühjahr 2023 zum Schluss, dass der Genehmigungsbescheid ausdrücklich eine abschnittsweise Umsetzung und schrittweise Verkehrsfreigabe vorsieht.

In der Felsenau gehen die Arbeiten voran. <span class="copyright">NEUE</span>
In der Felsenau gehen die Arbeiten voran. NEUE

Stillstand?

Weiters stellte Postner mehrere Behauptungen auf, ohne diese auch nur ansatzweise belegen zu können. So etwa, dass das Aushubmaterial von „extrem schlechter Qualität“ sei, was zu einer weiteren Verteuerung des Projektes führen werde. Außerdem glaubt er zu wissen, dass im Erkundungsstollen wegen der Gefährdung der Trinkwasserleitung im Stadtschrofen nur noch gebohrt und nicht mehr gesprengt werden dürfe. Für den Tunnelgegner steht fest: „Die Baustelle steht de facto still. Die Flanke in der Felsenau sieht verheerend aus und suggeriert, dass weiß Gott etwas gebaut wird. Das ist absolut nicht der Fall.“

Das sagt das Land

Von Stillstand könne keine Rede sein, sagt Projektleiter Bernhard Braza von der Abteilung Straßenbau auf Anfrage. Derzeit werde in der Felsenau die zweite Hälfte der Unterführung fertiggestellt. Bis Mitte des Jahres soll dann „die gesamte Situation in der Felsenau tunnelfit“ sein.

Projektleiter Bernhard Braza von der Abteilung Straßenbau des Landes. <span class="copyright">Hartinger</span>
Projektleiter Bernhard Braza von der Abteilung Straßenbau des Landes. Hartinger

Der Erkundungsstollen Tisis wurde im November 23 fertiggestellt. Laut Braza finden dort noch Restarbeiten statt. “Aufgrund des neuen erfolgreich angewandten Allianzbauvertrages und der guten geologischen Verhältnisse wurden der 1200 Meter lange Vortrieb um rund zwei Monate früher fertig. Dies wird sich auch positiv auf die veranschlagten Baukosten des Stollens auswirken.”Das Vergabeverfahren für die Bauarbeiten am Haupttunnel befindet sich nach Angaben des Projektleiters in der zweiten Stufe. Er rechnet mit einem Baubeginn Anfang 2025.

Zu den Behauptungen von Postner hält Braza sachlich fest, dass die Wasserleitung nicht gefährdet sei und die Qualität des Gesteins „überdurchschnittlich gut“. Große Teile des Ausbruchsgesteins seien dem harten Schrattenkalk zuordnen. “Dies bedeutet, dass das Tunnelmaterial für Frostkoffer und Betonzuschlag geeignet ist. Bei der bekannten prekären Baurohstoffsituation in Vorarlberg ist das Tunnelausbruchsmaterial am Markt durchaus begehrt.”