Brand in Flüchtlingsheim gibt Polizei Rätsel auf

Ermittler weiterhin mit Zeugenbefragungen beschäftigt, Hinweise auf Brandstiftung gibt es aber nicht. Der Abbruchbescheid wurde erlassen.
Eineinhalb Monate ist es her, dass das ehemalige Gasthaus „Zum Schützen“ in Kennelbach bei einem Großbrand völlig zerstört wurde. Im Haus waren 21 Flüchtlinge untergebracht, darunter eine achtköpfige Familie aus Syrien. Zum Glück wurde niemand ernsthaft verletzt. Die Suche nach einer neuen Unterkunft verlief rasch und unkompliziert, in Zusammenarbeit mit der Caritas konnte rasch eine Lösung gefunden werden. Ungewöhnlich lange dauern dagegen die Ermittlungen zur Brandursache. Die Polizei steht derzeit noch vor einem Rätsel.

Hoher Zerstörungsgrad
Die Ermittlungen zur Brandursache werden von den Brandermittlern des Landeskriminalamtes in Zusammenarbeit mit der Polizeiinspektion Wolfurt und einem Sachverständigen der Brandverhütungsstelle geführt. Warum das Feuer in der Nacht auf den 24. April ausbrach, ist auch eineinhalb Monate nach dem Brand noch unklar. Aufgrund des hohen Zerstörungsgrades könne die Ursache nicht zweifelsfrei festgestellt werden, begründet Polizeisprecher Fabian Marchetti auf NEUE-Anfrage.
Die Ermittlungen würden sich daher vor allem auf Zeugenaussagen stützen. Die Kriminalisten sind laut Polizei noch mit den Befragungen beschäftigt. Neue Erkenntnisse, die Rückschlüsse auf die Brandursache zulassen würden, gebe es jedoch nicht, heißt es. Auch die Spurenauswertung dauere noch an. Hinweise auf Brandstiftung liegen laut Polizei nicht vor.

Abbruchbescheid
Die Brandruine wurde von der Polizei bereits freigegeben. Die Gemeinde hat am gestrigen Mittwoch den Abbruchbescheid erlassen. Demnach muss die Eigentümerin der Liegenschaft die kläglichen Reste der ehemaligen Flüchtlingsunterkunft innerhalb der nächsten fünf Monate beseitigen lassen.
Bürgermeisterin Irmgard Hagspiel würde sich freuen, wenn der Brandschutt so schnell wie möglich verschwindet. „Sobald es warm wird, entwickeln sich Gerüche, die den Nachbarn nicht zuzumuten sind“, sagt sie auf NEUE-Anfrage.
Was mit dem Gelände passiert, ist noch unklar. Ursprünglich sei jedenfalls ein Neubau geplant gewesen, weiß die Gemeindechefin.

Die Geflüchteten, darunter drei Familien mit Kindern, haben bei dem Brand bis auf ihre Ausweise ihr gesamtes Hab und Gut verloren. Eine Familie hat bereits eine eigene Wohnung in Bregenz gefunden, die anderen Familien und Personen werden aktuell noch von der Caritas betreut.