“Sie wissen schon, was da alles geworfen wurde?” – Fußballfan nach Ausschreitungen vor Gericht

Mitte November kam es zu Ausschreitungen beim Spiel Altach Juniors gegen Wacker Innsbruck. Nun steht einer der vermeintlichen Randalierer, ein 47-jähriger Altach-Fan, vor Gericht.
Polizisten bildeten eine Abwehrkette, um die Fans voneinander abzuhalten. Dann seien Fans auf sie zugestürmt – und der angeklagte 47-Jährige ganz vorne. Ein Polizist griff zum Pfefferspray, drückte den gewaltbereiten Mann zu Boden: Widerstand gegen die Staatsgewalt, so lautet der erste Anklagepunkt.
Obwohl er sich “in Grund und Boden” schäme, ist der Angeklagte mit dem Vorwurf “Gewalt” nicht einverstanden. Er habe nicht versucht, den Polizisten zu schlagen. Ein Foto lässt jedoch auf Gewalt schließen, die polizeiliche Einvernahme ebenfalls. Der Betroffene kann sich selbst nicht mehr so genau erinnern. Er weiß, dass der Angeklagte gezielt auf ihn zugestürmt sei, aber nichts mehr von Schlagbewegungen.
Kein Widerstand ohne Gewalt
Hier verweist Richter Alexander Wehinger allerdings auf die Rechtssprechung: Widerstand und Gewalt gehören zusammen. Kein Widerstand ohne Gewalt. “Sie wissen schon, was da alles geworfen wurde?”, fragt der Richter den 47-Jährigen mit ernster Stimme. Zwar werde dies dem Angeklagten nicht konkret zur Last gelegt, trotzdem seien da Menschen, die nur ihren Job machen.
Weiters wird dem Mann die Beschädigung von drei LED-Paneelen zur Last gelegt. Eine Zeugin fordert hierfür 500 Euro Schadensersatz, was der Angeklagte akzeptiert.
Die Frage zur Gewalt gegen den Polizisten bleibt offen. Das Gericht muss ein Video einholen, da weder Zeugenaussage noch Standbilder den Sachverhalt eindeutig bestätigen. Die Verhandlung wird auf 18. Februar vertagt.