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Nächste Weichenstellung für neuen Bahnhof in Götzis

11.02.2026 • 16:19 Uhr
Nächste Weichenstellung für neuen Bahnhof in Götzis
Der Bahnhof Götzis ist in die Jahre gekommen – und nicht barrierefrei. ÖBB

ÖBB ließ klären, ob Modernisierung des Bahnhofs inklusive Zulegung eines neuen Gleises eine Umweltverträglichkeitsprüfung benötigt. Jetzt liegt der Bescheid des Landes vor.


Seit Anfang der 2000er-Jahre wird in Götzis über den Bahnhof diskutiert. Vor mehr als zehn Jahren starteten Gespräche zwischen Gemeinde, Land und ÖBB über die Modernisierung im Rahmen des Rheintalkonzepts. Zahlreiche Bahnhöfe wurden erneuert, Götzis blieb sprichwörtlich auf der Strecke. Der Zustand des Bahnhofs ist seit Jahren Thema. Die Bahnsteige sind nicht barrierefrei, zwischen Zug und Plattform besteht ein Höhenunterschied von 17 Zentimetern.

UVP-Klärung

Nun liegt eine Entscheidung vor, die für das weitere Verfahren wesentlich ist. Das Land Vorarlberg hat festgestellt, dass für den Umbau des Bahnhofs Götzis keine Umweltverträglichkeitsprüfung erforderlich ist. Die ÖBB-Infrastruktur AG hatte im Juni 2025 beantragt, klären zu lassen, ob eine UVP notwendig ist. Hintergrund ist unter anderem die Zulegung eines neuen Bahnhofsgleises mit einer Mindestlänge von 760 Metern in Richtung Norden. Dieses Gleis berührt das örtliche Schutzgebiet Sonderberg, das als Schutzgebiet der Kategorie A gilt Die maßgebliche Bestimmung setzt allerdings eine Gleiszulegung auf einer durchgehenden Länge von mindestens 2,5 Kilometern voraus. Diese Länge wird in Götzis nicht erreicht.

Keine Änderung einer Eisenbahnstrecke

Entscheidend war zudem die rechtliche Einordnung. Der eisenbahntechnische Amtssachverständige hielt fest, das neue Gleis liege zwischen den Einfahrsignalen des Bahnhofs Götzis und sei damit Teil eines Bahnhofumbaus. Es handle sich nicht um eine Änderung einer Eisenbahnstrecke im Sinn des UVP-Gesetzes.
Das Projekt selbst ist umfangreich. Vorgesehen sind neue Bahnsteige, eine Fußgängerunterführung mit Lift und Treppen sowie eine Radunterführung. Der Hausbahnsteig soll erhalten bleiben. Zudem sind Anpassungen an Gleisen und Oberleitungen geplant. Der Bahnhofsbereich wird in Richtung Norden verlängert, die Einfahrtsweiche verschoben. Auch ein Busterminal, Bike-and-Ride- und Park-and-Ride-Anlagen sowie eine Neugestaltung des Vorplatzes sind Teil des Vorhabens. Laut ÖBB belaufen sich die geschätzten Vorhabenskosten auf rund 100 Millionen Euro.
Die Pläne sorgten immer wieder für Spannungen. 2019 war von fehlendem Konsens zwischen Gemeinde und ÖBB die Rede. Diskussionen gab es auch über Prioritäten und Budgetmittel.

Inbetriebnahme 2032

Und auch der Zeitplan blieb nicht stabil. Mehrfach wurden Etappen verschoben. Im zuletzt präsentierten Rahmenplan ist die Inbetriebnahme nun für 2032 vorgesehen, ein Jahr später als ursprünglich geplant.