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Großer Mountainbike-Ausbau im Montafon: Neun Strecken beantragt

27.03.2026 • 11:46 Uhr
Großer Mountainbike-Ausbau im Montafon: Neun Strecken beantragt
Projektwerber und die Standort-Bürgermeister sind auf Linie, was das Projekt betrifft.Shutterstock, NEUE, Archiv

Silvretta Montafon Bergbahnen GmbH hat um naturschutzrechtliche und forstrechtliche Bewilligungen angesucht. Projektbetreiber und Standortgemeinden sprechen von “Gemeinschaftsprojekt für die Zukunft des Montafoner Sommers”

Im Sommertourismus gewinnt das Mountainbiken zunehmend an Bedeutung, nicht zuletzt durch den Boom bei E-Mountainbikes. Bereits rund ein Drittel der Sommergäste in Österreich kommt nach Angaben des Tourismus-Staatssekretariats zum Radfahren ins Land. Damit ist Radfahren nach dem Wandern die zweithäufigste Sportart im Sommertourismus.

Vor diesem Hintergrund rückt nun auch im Montafon der Ausbau des Mountainbike-Angebots stärker in den Fokus. Während das Winterangebot in der Region bereits stark ausgebaut ist, setzen die Bergbahnen jetzt verstärkt auf den Ausbau im Sommer.

Laut einer Kundmachung der Bezirkshauptmannschaft Bludenz hat die Silvretta Montafon Bergbahnen GmbH um naturschutzrechtliche und forstrechtliche Bewilligungen für den Bau und Betrieb von insgesamt neun Mountainbike-Strecken angesucht. Das Projekt firmiert unter dem Namen “Nova Trails”. Eine mündliche Verhandlung ist für 15. April angesetzt.

Rodungen

Geplant sind Trails unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade in den Gebieten Valisera und Versettla in den Gemeinden St. Gallenkirch und Gaschurn. Wie aus dem behördlichen Schreiben hervorgeht, muss dafür auch Wald weichen. Vorgesehen sind dauerhafte Rodungen auf meheren Grundstücken im Gesamtausmaß von 5.171 Quadratmetern, das entspricht nicht ganz einem Fußballfeld. Das Ausmaß der befristeten Rodungen wird mit 3.795 Quadratmetern beziffert.

Was sagt die Naturschutzanwältin Katharina Lins zu den Plänen? „Wir müssen das im Detail und – wenn es geht – in der Natur ansehen. Grundsätzlich lehnen wir nichts von vornherein ab, aber müssen natürlich immer ein kritisches Auge auf neue Anlagen haben.” Man werde sich genau ansehen, wie sich „die zusätzlichen Geländeeingriffe, Störungen etc.“ auswirken. Aus ihrer Sicht gebe es aufgrund der Lage keine grundsätzlichen Ausschlusskriterien, wie das in ökologisch besonders sensiblen Gebieten der Fall wäre.

Zum genauen Streckenverlauf macht die Seilbahngesellschaft auf Anfrage noch keine Angaben. „Da sich das gesamte Projekt noch in einer Phase befindet, in der notwendige Bewilligungen und Beschlüsse fehlen, können wir alle weiteren Details erst nach erfolgreichem Abschluss aller dieser notwendigen Schritte veröffentlichen“, heißt es.

Gemeinden im Boot

Das Projekt ist als gemeinsames Vorhaben der beteiligten Gemeinden und der Bergbahnen angelegt. Mit dem Ausbau des Bike-Angebots reagieren die Projektwerber nach eigenen Angaben auf eine steigende Nachfrage und versuchen, bestehende touristische Strukturen im Sommer gezielt weiterzuentwickeln. „Mit den Nova Trails investieren wir gezielt in die Weiterentwicklung unseres Sommerangebots”, sagt Lisi Kuster, Bürgermeisterin von St. Gallenkirch. Das Projekt eröffne neue Möglichkeiten für Gäste und Einheimische gleichermaßen und stärke die Attraktivität der Gemeinde nachhaltig.

Großer Mountainbike-Ausbau im Montafon: Neun Strecken beantragt
Bürgermeisterin Lisi Kuster. NEUE

Auch in Gaschurn wird das Vorhaben als wirtschaftliche Chance bewertet. „Der Ausbau des Bike-Angebots ist eine große Chance für die gesamte Region. Er schafft zusätzliche Nachfrage, stärkt bestehende Betriebe und bringt neue Impulse für den Sommer“, betont Bürgermeister Daniel Sandrell.

Großer Mountainbike-Ausbau im Montafon: Neun Strecken beantragt
Bürgermeister Daniel Sandrell. NEUE

“Nachhaltige Entwicklung”

Die Silvretta Montafon spricht von einem Aufbau eines Angebots, das langfristig wirken soll. “Es geht um eine nachhaltige Entwicklung, von der kommende Generationen profitieren – so wie die Talschaft derzeit schon in den Wintersaisonen von den touristischen Pionierleistungen der Vergangenheit profitiert“, erklärt Projektleiter Simon Wohlgenannt.

Pumptrack Galgenul
SIMO-Projektleiter Simon Wohlgenannt udn Bürgermeisterin Lisi Kuster. VN

Lenkung der Besucherströme

Ein Ziel des Projekts ist laut Silvretta Montafon auch die Lenkung der Besucherströme. Durch ausgewiesene Strecken sollen Mountainbiker gezielt auf dafür vorgesehene Routen geführt werden, anstatt bestehende Wege oder sensible Bereiche zu nutzen. Die Trails sind nach Angaben der Bergbahnen bewusst in Gebieten geplant, die bereits touristisch erschlossen sind. Damit sollen Nutzungskonflikte etwa mit Wanderern oder Grundeigentümern reduziert werden. Gleichzeitig soll der Druck auf bislang weniger genutzte Naturräume verringert werden. Durch ein entsprechendes Angebot sollen laut Projektwerbern klar definierte Bewegungsräume entstehen. Unkontrolliertes Ausweichen auf nicht freigegebene Wege soll so eingeschränkt werden.