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Ein schneller Eingriff verursachte 12.000 Euro Schaden

25.06.2026 • 16:42 Uhr
Ein schneller Eingriff verursachte 12.000 Euro Schaden
Während des gesamten Prozesses ließ der Angeklagten den Kopf gesenkt. Frick

Ein 31-Jähriger muss sich vor Gericht wegen schwerer Sachbeschädigung in einem Wettlokal verantworten.

Regelmäßig sitzen Angeklagte fast regungslos vor dem Richter, antworten nur knapp. Doch der 31-jährige Mann sticht in diesem Fall noch hervor. Er wirkt zeitweise abwesend, flüstert, hebt nicht einmal den Kopf. Die Assoziation, dass er sich schämt, liegt nahe. Ob es so ist, bleibt ungewiss. Zu den Vorwürfen kann der Angeklagte letztlich nur eine Aussage mehrmals wiederholen: “Ich erinnere mich nicht.”

Neutralleiter abgeklemmt

Der 31-Jährige habe in einem Wettlokal die barrierefreie Toilette betreten. Er selbst ist in keinerlei Weise sichtlich eingeschränkt. In der Toilette befindet sich allerdings der Schaltkasten. Der Angeklagte kam, wie auf einem Überwachungsvideo ersichtlich, wieder heraus und der Strom fiel praktisch gleichzeitig aus.

Wie die Untersuchungen ergaben, wurde der Neutralleiter abgeklemmt. Die Sicherung flog immer wieder raus. Mehrere Geräte wurden durch den Spannungsabfall in Folge unbrauchbar: Kaffeemaschine, Fernseher, ein automatischer Seifenspender und ein automatischer Handtrockner. Der Gesamtschaden beläuft sich auf rund 12.000 Euro.

Es gibt für den Vorfall keine unmittelbaren Zeugen, jedoch bestimmte Punkte, die auf den Angeklagten schließen lassen. Zum einen ist da das Überwachungsvideo. Ein Polizist sagt aus, der 31-Jährige habe sich bei seiner Einvernahme darin wiedererkannt. Zudem ist der Angeklagte gelernter Elektriker.

Eins und eins zusammenzählen

Für Richter Alexander Wehinger besteht letztlich kein Zweifel an der Schuld des Angeklagten. Angesichts des Videos sowie der unzweifelhaften Manipulationen und des folgenden Spannungsabfalls müsse man nur eins und eins zusammenzählen.

Das Gericht verhängt eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten. Zudem muss er Privatbeteiligtenansprüche von insgesamt 4000 Euro bezahlen. Von einem Widerruf zweier bedingter Verurteilungen wurde abgesehen. Diese 19 Monate Haft drohen ihm, sollte er in den nächsten fünf Jahren nochmals vor einem Strafgericht landen.

Alle Parteien nehmen Bedenkzeit. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.