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Prokurist von ehemaliger Installationsfirma in Bregenz und weitere 34 Angeklagte vor Gericht

29.09.2026 • 17:55 Uhr
Prokurist von ehemaliger Installationsfirma in Bregenz und weitere 34 Angeklagte vor Gericht
Großer Finanstrafprozess am Landesgericht Feldkirch. APA, NEUE

Im Mammutprozess am Landesgericht Feldkirch geht um mutmaßliche Schwarzgeldzahlungen, nicht gemeldete Lohnbestandteile sowie viel Bargeld, das der Hauptangeklagte sich selbst überwiesen bzw. gleich ausgegeben haben soll.

Gleich 35 Angeklagte müssen sich am heutigen Mittwoch vor einem Schöffengericht am Landesgericht Feldkirch verantworten. Der Prozess im Schwurgerichtssaal ist von 9 bis 18 Uhr anberaumt. Den Vorsitz des Schöffensenats führt Richter Theo Rümmele.

Im Mittelpunkt des Verfahrens steht ein Mann, der von 2015 bis 2023 als Prokurist und faktischer Geschäftsführer eines Installationsunternehmens im Unterland tätig gewesen sein soll. Ihm werden unter anderem Veruntreuung, betrügerische Krida, Untreue, schwerer Betrug sowie mehrere Finanzvergehen vorgeworfen.

“Vielzahl von Handlungen”

Laut Anklage soll sich der Angeklagte “in einer Vielzahl von Handlungen insgesamt 234.752,20 Euro an übernommenem Bargeld aus Werklohnzahlungen zugeeignet” haben. Das Geld soll er entweder auf persönliche Bankkonten eingezahlt oder unmittelbar für eigene Ausgaben verwendet haben. Dadurch soll die Befriedigung der Gläubiger des Unternehmens geschmälert worden sein.

Darüberhinaus geht es um mutmaßliche Schwarzlohnzahlungen. Sozialversicherungspflichtige Lohnbestandteile sollen nicht ordnungsgemäß gemeldet und falsche Beitragsgrundlagen übermittelt worden sein. Auch Umsätze und Einkünfte sollen gegenüber der Abgabenbehörde verschwiegen worden sein. Die Anklage wirft dem Mann zudem Verkürzungen bei Umsatz-, Körperschaft- und Kapitalertragsteuer vor.

Die weiteren 34 Angeklagten sollen für Leistungen des Installationsunternehmens Schwarzzahlungen mit dem damaligen Geschäftsführer vereinbart und diese geleistet oder veranlasst haben. Dadurch sollen die entsprechenden betrieblichen Umsätze und Einkünfte nicht in der Buchhaltung erfasst und in weiterer Folge gegenüber der Abgabenbehörde nicht offengelegt worden sein. Für sämtliche Angeklagten gilt die Unschuldsvermutung.

Prokurist von ehemaliger Installationsfirma in Bregenz und weitere 34 Angeklagte vor Gericht
Der Vorsitzende des Schöffensenats, Theo Rümmele. NEUE

Konkurs, Übernahme und Standort-Schließung

Die Firma, die im Bereich Sanitär, Heizung, Solar und Lüftung tätig war, schlitterte im September 2023 in den Konkurs. Laut Kreditschutzverband beliefen sich die Verbindlichkeiten damals auf rund eine Million Euro. Das Unternehmen beschäftigte zu diesem Zeitpunkt 26 Mitarbeiter. Nach dem Konkurs gab es eine Fortführung unter neuer Flagge. Ein anderes Vorarlberger Installationsunternehmen übernahm im Dezember 2023 im Rahmen eines Asset-Deals das operative Geschäft samt Fuhrpark, Geschäftsausstattung und laufenden Aufträgen. 18 der damals 26 Mitarbeiter, darunter sechs Lehrlinge, sollten übernommen werden. Der bisherige Bregenzer Standort wurde weitergenutzt. Diese Lösung hatte allerdings keinen dauerhaften Bestand. Der neue Betreiber trennte sich später einvernehmlich vom damaligen Bregenzer Teamleiter. Im Februar 2026 wurde der Standort in der Kirchstraße geschlossen, zwei Jahre früher als ursprünglich vorgesehen.