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„Beide waren geil auf den Kampf“: Streit mit Gürtel und Pfefferspray

29.09.2026 • 12:06 Uhr
„Beide waren geil auf den Kampf“: Streit mit Gürtel und Pfefferspray
Die Angeklagten am Landesgericht Feldkirch. NEUE/Frick

Gürtelschläge, Pfefferspray, Schwitzkasten: Ein 45-Jähriger soll mit seinen Söhnen einen Mann verletzt haben. Das Gericht hat nun eine Entscheidung getroffen.

“Ich bekenne mich in keiner Weise schuldig”, erklärt der 45-jährige Erstangeklagte. Das betont er wiederholt lautstark, mit fuchtelnden Händen. Richterin Sabrina Tagwercher muss mehrmals mahnen, dass sich der Angeklagte beruhigen soll.

Gürtel und Pfefferspray

Der 45-Jährige soll einen anderen Mann und dessen Tochter bedroht haben. Schließlich seien die beiden Männer aneinandergeraten, der Erstangeklagte habe unter anderem mit einem Gürtel zugeschlagen. Seine beiden herbeieilenden Söhne habe er ebenfalls zu Gewalt aufgefordert. Diese sollen das angebliche Opfer daraufhin in den Schwitzkasten genommen und zugeschlagen haben. Sie stehen als Zweit- und Drittangeklagter vor Gericht.

Der Erstangeklagte sagt, die Aggression sei von seinem Gegenüber ausgegangen. Dieser habe einen Gürtel gezogen, gefuchtelt und schließlich zugeschlagen. Nachdem der 45-Jährige diesen abgenommen habe, habe sein Gegner ein Pfefferspray gezogen und herumgesprüht. Anschließend soll noch ein Gerangel entstanden sein.

Die 19-jährigen Söhne bestreiten die Vorwürfe gegen sie ebenfalls. Sie seien von einer dritten Person informiert worden und wollten die Situation vor Ort beruhigen.

Zeugenaussagen

Mehrere Zeugen sind geladen, nur wenige haben die gesamte Situation mitbekommen. Einer sagt über das Verhalten der Männer: “Beide waren geil auf den Kampf.”

Während der Einvernahme des angeblichen Opfers werden mehrere von dessen Aussagen hinterfragt. Dieses habe Angst, sei aber trotzdem nicht nach Hause gefahren. Der Mann habe zum Erstangeklagten zu Beginn des Konflikts gesagt, dieser solle sich entfernen, sei aber selbst auf diesen zugegangen. Zwar sagt er, sein Gegenüber sei aggressiv gewesen, den Gürtel habe er aber aus Angst selbst gezogen. Letztlich sollen mindestens vier Männer auf ihn eingeschlagen haben, darunter der Zweitangeklagte. Dieser sei aber hinter ihm gestanden.

Ein Verwandter des angeblichen Opfers soll während des gesamten Vorfalls anwesend gewesen sein. Dieser spricht von gegenseitigen Schlägen. Der Erstangeklagte habe zwischenzeitlich jemanden angerufen, woraufhin die Söhne eingetroffen seien. Mehrere Personen sollen dann auf seinen Verwandten eingeschlagen haben.

Das Urteil

Die Richterin spricht die Angeklagten im Zweifel frei. Die Drohungen seien nicht eindeutig nachweisbar. Zeugen machen sehr unterschiedliche Aussagen zum Streit. Von Seiten des angeblichen Opfers sei ebenfalls Aggression zu erkennen.

Der Staatsanwalt gibt keine Erklärung ab. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.