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Neue Daten: So gut ist die Volksschule ihres Kindes

19.10.2026 • 18:30 Uhr
Neue Daten: So gut ist die Volksschule ihres Kindes
Der Bildungskompass vergleicht Volksschulen mit ähnlichen Voraussetzungen.Symbolbild APA

Bildungskompass-Daten zeigen erstmals, wie Vorarlbergs Volksschulen im Vergleich zu ähnlich aufgestellten Standorten in Österreich abschneiden. Hier geht´s zum Tool des Bildungsministeriums, außerdem zeigt die NEUE die Ergebnisse der Volksschulen in Vorarlbergs Städten auf einen Blick.

Wie schneiden Vorarlbergs Volksschulen im Vergleich zu Standorten mit ähnlichen Voraussetzungen ab? Der Bildungskompass bündelt Schulprofile und ordnet die iKMPLUS-Ergebnisse in Deutsch (Lesen) und Mathematik in drei Vergleichsdrittel ein. Die NEUE hat in einem ersten Schritt die Daten der 28 öffentlichen Volksschulen in Vorarlbergs Städten übersichtlich dargestellt. Nur drei Schulen liegen in beiden Fächern im oberen Drittel ihrer Vergleichsgruppe, zwei weitere in jeweils einem Fach. Im unteren Drittel liegen hingegen fünf Schulen in beiden Fächern, sechs weitere in jeweils einem Fach.

Was zeigt der Bildungskompass?

Die Schulprofile enthalten Basisdaten wie Schülerzahl, Klassenanzahl und durchschnittliche Klassengröße. Für Volksschulen zeigt die Plattform außerdem ausgewählte Ergebnisse der iKMPLUS-Erhebungen in Deutsch (Lesen) und Mathematik. Diese werden als oberes, mittleres oder unteres Drittel im Vergleich mit ähnlich zusammengesetzten Schulen dargestellt.

Wo finde ich die Daten?

Die Profile aller öffentlichen und privaten Volksschulen Österreichs stehen auf bildungskompass.gv.at. Dort lässt sich nach einem Schulnamen oder einem Ort suchen; die Schulen können auch über die Kartenansicht gefunden werden. Im jeweiligen Profil sind die verfügbaren Basis- und Leistungsdaten aufgeführt.

Was bedeutet oberes, mittleres oder unteres Drittel?

Die Einteilung zeigt, wo der Schulmittelwert innerhalb der Gruppe vergleichbarer Schulen liegt. Das obere Drittel bedeutet, dass der Wert im Vergleich zu dieser Gruppe weiter oben liegt; das untere Drittel, dass er weiter unten liegt. Es handelt sich weder um eine Schulnote noch um eine Rangliste aller Schulen in Österreich. Die Kategorien erlauben auch kein Gesamturteil über die Qualität einer Schule. Das Ministerium betont, dass die Ergebnisse im Zusammenhang mit den jeweiligen Rahmenbedingungen betrachtet werden sollen.

Wie werden die Werte ermittelt?

Die Schulmittelwerte beruhen auf den iKMPLUS-Erhebungen der Schuljahre 2022/23, 2023/24 und 2024/25. Die Schulen werden anhand von Merkmalen wie Bildungsstand, Erwerbsstatus und Einkommen der Eltern sowie Migrationshintergrund und Alltagssprache der Kinder mit ähnlichen Schulen verglichen. Innerhalb dieser Vergleichsgruppe werden die Werte gereiht und in drei Drittel eingeteilt.

Warum fehlen bei manchen Schulen Angaben?

Der Bildungskompass nennt Datenschutzgründe. Ergebnisse werden unter anderem nicht angezeigt, wenn weniger als sechs teilnahmepflichtige Kinder vorliegen, der vollständige Drei-Jahres-Zyklus fehlt oder eine Schule während aller drei Jahre ein- oder zweiklassig war. Welcher Grund bei einer einzelnen Schule ausschlaggebend ist, wird nicht ausgewiesen.

Was bezweckt das Ministerium mit der Veröffentlichung?

Bildungsminister Christoph Wiederkehr hat erklärt, die Daten sollten für mehr Transparenz und eine sachliche, faktenbasierte Diskussion über Schulen sorgen. Ziel sei, Stärken sichtbar zu machen und Schulen bei ihrer Weiterentwicklung zu unterstützen. Das Ministerium spricht von Orientierung und Austausch zwischen Schulen, nicht von Rankings.

Wann kommen Daten zu Mittelschulen und AHS dazu?

Das Ministerium kündigt an, den Bildungskompass ab 2027 um Schulen der Sekundarstufe I und II zu erweitern. Ein genauer Veröffentlichungstermin für einzelne Schularten wie Mittelschulen oder AHS ist bisher nicht genannt.

Neue Daten: So gut ist die Volksschule ihres Kindes
APA

Wien haben Vorarlbergs Viertklässler bei der iKMPLUS -Studie eigentlich abgeschnitten?

Wie bereits berichtet, liegt Vorarlberg bei den Ergebnissen der iKMPLUS in beiden Bereichen unter dem Österreich-Schnitt. Die Mittelwerte betragen 485 Punkte in Mathematik und 490 Punkte in Deutsch (Lesen), österreichweit sind es jeweils 500. In Mathematik liegt nur Wien mit 482 Punkten darunter. Beim Lesen weist nur Wien mit 475 Punkten einen niedrigeren Mittelwert auf; das Burgenland liegt mit 532 Punkten an der Spitze.

Bei den Bildungsstandards zeigt sich der Abstand vorallem beim Lesen: In Vorarlberg erreichen 49 Prozent der Kinder den Standard, weitere sechs Prozent übertreffen ihn. Österreichweit sind es 52 oder sieben Prozent. 17 Prozent der Vorarlberger Kinder erreichen den Standard nicht, 28 Prozent teilweise. In Mathematik erreichen 67 Prozent den Standard und 14 Prozent übertreffen ihn; österreichweit sind es 65 und 18 Prozent. Neun Prozent erreichen ihn nicht, zehn Prozent teilweise. Zusammengenommen erreichen oder übertreffen damit 55 Prozent der Kinder in Vorarlberg den Standard im Lesen und 81 Prozent in Mathematik.

Datenblick · Bildungskompass · Vorarlberg

Volksschulen in Vorarlbergs fünf Städten

Für unsere Leserinnen und Leser haben wir die im Bildungskompass veröffentlichten Daten der öffentlichen Volksschulen in den Städten Bludenz, Bregenz, Dornbirn, Feldkirch und Hohenems ausgewertet und zusammengefasst. Die Tabelle zeigt die Ergebnisse in Deutsch (Lesen) und Mathematik.

28 Schulprofile · iKMPLUS-Erhebungen 2022/23 bis 2024/25 · private Schulen sind nicht berücksichtigt

Oberes Drittel Mittleres Drittel Unteres Drittel Keine Angabe
Volksschule Kinder Kl. Ø Klassen-
größe
Deutsch
(Lesen)
Mathematik
Stadt Bludenz · 2 Volksschulen
Mitte 264 14 21 Unteres Drittel Unteres Drittel
Obdorf 131 8 17 Oberes Drittel Mittleres Drittel
Stadt Bregenz · 4 Volksschulen
Augasse 233 13 19 Mittleres Drittel Unteres Drittel
Bregenz-Stadt 159 8 21 Oberes Drittel Oberes Drittel
Rieden 241 12 21 Unteres Drittel Unteres Drittel
Schendlingen 273 14 20 Mittleres Drittel Oberes Drittel
Stadt Dornbirn · 13 Volksschulen
Edlach 251 13 20 Mittleres Drittel Mittleres Drittel
Fischbach 142 9 17 Keine Angabe Keine Angabe
Gütle 30 2 15 Keine Angabe Keine Angabe
Haselstauden 256 12 22 Mittleres Drittel Mittleres Drittel
Heilgereuthe 16 1 16 Keine Angabe Keine Angabe
Kehlegg 29 2 15 Keine Angabe Keine Angabe
Markt 237 12 20 Mittleres Drittel Unteres Drittel
Mittelfeld 174 9 20 Mittleres Drittel Mittleres Drittel
Oberdorf 176 10 19 Mittleres Drittel Unteres Drittel
Wallenmahd 191 10 20 Unteres Drittel Mittleres Drittel
Watzenegg 57 4 13 Oberes Drittel Oberes Drittel
Winsau 22 2 11 Keine Angabe Keine Angabe
Leopoldstraße 194 11 19 Mittleres Drittel Mittleres Drittel
Stadt Feldkirch · 5 Volksschulen
Altenstadt 231 13 20 Unteres Drittel Unteres Drittel
Gisingen-Oberau 224 12 20 Unteres Drittel Mittleres Drittel
Gisingen-Sebastianplatz 158 9 19 Mittleres Drittel Mittleres Drittel
VS Levis 152 8 19 Oberes Drittel Oberes Drittel
Nofels 169 9 21 Unteres Drittel Unteres Drittel
Stadt Hohenems · 4 Volksschulen
Herrenried 287 14 21 Mittleres Drittel Unteres Drittel
Markt 230 12 19 Unteres Drittel Unteres Drittel
Reute 40 3 18 Keine Angabe Keine Angabe
Schwefel 278 18 20 Mittleres Drittel Mittleres Drittel

So sind die Werte zu lesen: Der Schulmittelwert aus drei iKMPLUS-Erhebungsjahren wird innerhalb einer Gruppe österreichischer Schulen mit ähnlichen sozialen und wirtschaftlichen Voraussetzungen gereiht und einem Drittel zugeordnet. Das ist keine Schulnote und kein Gesamturteil über eine Schule.

Fehlende Angaben: Der Bildungskompass veröffentlicht aus Datenschutzgründen bei manchen Schulen keine Ergebnisse, zum Beispiel bei weniger als sechs teilnahmepflichtigen Kindern oder einem unvollständigen Drei-Jahres-Zyklus. Welcher Grund im Einzelfall zutrifft, wird nicht ausgewiesen. In dieser Zusammenstellung fehlt bei 6 Schulprofilen mindestens ein Fachwert.

Quelle: Bildungskompass · berücksichtigt wurden nur öffentliche Volksschulen.