Wo Lernen Spaß macht

In den Caritas Lerncafés lernen Kinder auf sich selbst und ihre Fähigkeiten zu vertrauen.
„Alle Kinder sollten dieselbe Chance haben, ihre Potenziale zu entfalten“, ist Denise Zech, Leiterin des Caritas Lerncafés Bludenz überzeugt. Gemeinsam mit einem Team von Freiwilligen unterstützt sie hier Schülerinnen und Schüler bei der Bewältigung ihrer schulischen Aufgaben, der deutschen Sprache und in ihrer Persönlichkeitsentwicklung. Lerncafés sind eine österreichweite Initiative. Das erste Lerncafé Vorarlbergs wurde 2011 in Lustenau gegründet und feiert heuer sein 15-jähriges Jubiläum. Mittlerweile gibt es die Einrichtung an 16 Standorten, wo derzeit 525 Kinder betreut werden. An jedem Standort arbeitet eine hauptamtliche Koordinatorin mit einem unterschiedlich großen Team aus Ehrenamtlichen.

Kinder im Alter von acht bis 14 Jahren bekommen hier Hilfe, die weit über Nachhilfe hinausgeht. Ein großes Anliegen von Denise Zech ist es, die Kinder nachhaltig zu begleiten und Herzensbildung, Selbstvertrauen, Resilienz sowie das soziale Miteinander zu stärken. „Wir möchten den Kindern Mut machen, gemeinsam Erfolgserlebnisse schaffen und sie darin bestärken, an ihre eigenen Fähigkeiten zu glauben. Das erreichen wir durch das Setzten realistischer Ziele und konsequentes Dranbleiben“, erklärt sie. Lernen soll Freude bereiten, eine freundliche und wohlwollende Atmosphäre ist ihr wichtig. Die älteren Kinder und Jugendlichen werden in Kooperation mit Partnerbetrieben auch bei der Berufsauswahl unterstützt: „Wir sind froh, dass wir in Zusammenarbeit mit der illwerke vkw die älteren Kinder- und Jugendlichen in Bezug auf die Berufsauswahl gut begleiten können.“ Im Rahmen dieser Zusammenarbeit werden auch Workshops angeboten, etwa zum Thema: „Wie kommt der Strom in die Steckdose?“

Die Kinder besuchen das Lerncafé einmal wöchentlich nachmittags. Zu einem Nachmittag gehört hier nicht nur das Lernen, sondern auch eine gemeinsam zubereitete gesunde Jause und Zeit für kreative Aktivitäten und Spiele. Die 11-jährige Manesa besucht das Lerncafé seit zwei Jahren und kommt sehr gerne her. Freudig erzählt die Viertklässlerin von ihren Erfahrungen: „Mir gefällt es, dass wir hier auch Neues lernen, und ich habe hier Freunde gefunden. Und auch die Jause ist ganz lecker, es gibt manchmal sogar Erdbeeren.“

Derzeit engagieren sich 155 Freiwillige in den Vorarlberger Lerncafés. „Sie funktionieren nur, weil Ehrenamtliche wunderbare Arbeit leisten. Manchmal genügen schon zwei Stunden Zeit pro Woche, um einem Kind neue Perspektiven zu eröffnen“, betont Zech. Zwei von ihnen sind Thomas und Ingrid. Thomas ist seit der Gründung des Bludenzer Lerncafés vor sieben Jahren mit an Bord. Der mittlerweile pensionierte Sales- und Projektentwickler möchte zur gelungenen Integration beitragen, unsere Kultur und Werte vermitteln und benachteiligten Kindern helfen: „Ich möchte denen helfen, die Schwierigkeiten haben und bei denen es zu Hause nicht so gut geht. Es ist sehr schön, zu erleben, was von diesen jungen Menschen alles zurückkommt, wenn sie merken, dass sie auch Erfolge haben.“ Ingrid engagiert sich seit etwa vier Jahren im Lerncafé. Auch sie ist bereits in Pension und weiß sie aus eigener Erfahrung, wie es ist in einem fremdsprachigen Land zu leben und wie wichtig es ist, die Landessprache zu beherrschen: „Die Kombination aus Unterrichten und zu sehen wie das Selbstvertrauen der Kinder wächst, ist auch für mich eine riesige Freude. Hier habe ich eine Möglichkeit meine Liebe zum Unterrichten zu leben und es macht mir unglaublich Spaß“.

Christine Moosmann-Hämmerle