2025 kam es in Österreich zu 730 Nebelunfällen

29.10.2026 • 09:23 Uhr

Im Herbst und Winter herrscht vor allem in der Früh immer wieder dichter Nebel. Dieser kann die Sicht beim Autofahren stark einschränken und das Unfallrisiko erhöhen. 2025 kam es zu 730 Nebelunfällen mit Personenschaden – der höchste Wert seit mindestens 20 Jahren, berichtete der ÖAMTC am Donnerstag in einer Aussendung. Nach Zahlen der Statistik Austria kamen in Österreich im Vorjahr 17 Menschen bei Nebelunfällen ums Leben. Der Mobilitätsklub warnte vor den Unfallursachen.

Hauptfaktoren seien nicht angepasste Geschwindigkeit verbunden mit zu geringem Abstand zum vorderen Fahrzeug. Für eine sichere Fahrt durch den Nebel gilt: Tempo reduzieren, Abstand vergrößern und Abblendlicht einschalten. “Viele Autofahrerinnen und Autofahrer orientieren sich instinktiv am Rücklicht des vorausfahrenden Fahrzeugs. Das vermittelt eine trügerische Sicherheit und führt gerade auf Freilandstraßen und Autobahnen häufig zu einem viel zu geringen Abstand”, warnte Roland Frisch, Pkw-Chefinstruktor der ÖAMTC-Fahrtechnik in der Mitteilung.

Stattdessen sollte man sich beim Fahren am rechten Fahrbahnrand orientieren und auf Überholmanöver verzichten. Vorausschauendes Fahren und erhöhte Vorsicht sind den Angaben zufolge insbesondere bei Baustellen, Kreuzungen und unübersichtlichen Straßenabschnitten geboten. Blicke auf das Smartphone, Telefonate oder Gespräche im Fahrzeug sollte man während der Fahrt durch den Nebel vermeiden. Auch Müdigkeit beeinträchtigt Aufmerksamkeit und Reaktionszeit, betonte der ÖAMTC. Gerade bei Nebel sei volle Konzentration besonders wichtig.

2025: Extreme Werte bei Nebelunfällen

2025 war ein Jahr der Extreme: Österreichweit wurden 730 Nebelunfälle mit Personenschaden verzeichnet, dabei kamen laut Zahlen der Statistik Austria 17 Menschen ums Leben. Im Bundesländervergleich verzeichnete Niederösterreich im vergangenen Jahr mit 219 die meisten Nebelunfälle mit Personenschaden. Das sind mehr als doppelt so viele Unfälle wie 2024. Oberösterreich landet mit 168 Unfällen auf Platz zwei in der Statistik, dahinter die Steiermark mit 135 Nebelunfällen, ebenfalls mehr als doppelt so viele wie im Jahr zuvor. In Wien wurden mit 46 Unfällen im vergangenen Jahr viermal so viele registriert wie 2024.

Anders sieht die Entwicklung im Westen Österreichs aus: In Salzburg (28), Vorarlberg (27) und Tirol (26) gingen die Zahlen gegenüber 2024 zurück. Das Burgenland verzeichnete im Bundesländervergleich mit 23 Unfällen zwar die wenigsten, dennoch sind es auch dort ebenfalls mehr als doppelt so viele wie 2024.

Mit rund 20 Prozent war die Altersgruppe der 20- bis 29-Jährigen am häufigsten in Nebelunfälle mit Personenschaden verwickelt. “Gerade jungen Lenkerinnen und Lenkern fehlt aufgrund ihrer noch geringen Fahrpraxis häufig die Erfahrung, um sich auf schwierige Wetter- und Verkehrssituationen richtig einzustellen”, erklärte ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger.