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Nur sechs von 32 Winterreifen bekommen die Note „gut“: ÖAMTC-Experte erklärt, worauf es ankommt

28.10.2026 • 14:23 Uhr
Nur sechs von 32 Winterreifen bekommen die Note „gut“: ÖAMTC-Experte erklärt, worauf es ankommt
Der aktuelle ÖAMTC-Winterreifentest zeigt deutliche Qualitätsunterschiede. Nur sechs von 32 getesteten Reifen erhielten die Bewertung „gut“. ÖAMTC/APA-Fotoservice
Hörmandinger

Ab kommenden Sonntag, 1. November, gilt die situative Winterausrüstungspflicht. Ein aktueller ÖAMTC-Test zeigt deutliche Qualitätsunterschiede bei Winterreifen. Kfz-Meister Stephan Fritz erklärt, worauf Autofahrer beim Reifenwechsel und Reifenkauf achten sollten.

Was bedeutet „situative Winterausrüstungspflicht“?

Die situative Winterausrüstungspflicht schreibt vor, dass Pkw bei Schnee, Schneematsch und Eis mit geeigneten Winterreifen ausgestattet sein müssen. Die Regelung gilt von 1. November bis 15. April. Alternativ dürfen Schneeketten auf mindestens zwei Antriebsrädern verwendet werden, sofern die Fahrbahn durchgehend oder nahezu durchgehend mit Schnee oder Eis bedeckt ist. Auch geeignete Ganzjahresreifen sind erlaubt. Bei trockener oder lediglich kalter Fahrbahn dürfen Autofahrer weiterhin mit Sommerreifen unterwegs sein.

Wann ist der beste Zeitpunkt für den Wechsel?

Als Orientierung gilt die sogenannte O-bis-O-Regel, also von Oktober bis Ostern. Ein frühzeitiger Reifenwechsel ist besonders dann sinnvoll, wenn die Temperaturen morgens bereits niedrig sind und die Fahrbahnen häufig nass bleiben. Winterreifen können unter solchen Bedingungen Vorteile bieten. Wer erst beim ersten Schneefall einen Werkstatttermin vereinbart, muss dagegen oft mit längeren Wartezeiten rechnen. Der ÖAMTC empfiehlt deshalb, den Reifenwechsel rechtzeitig zu planen. Vor der Montage sollten die Reifen außerdem auf ausreichendes Profil und mögliche Schäden überprüft werden.

Nur sechs von 32 Winterreifen bekommen die Note „gut“: ÖAMTC-Experte erklärt, worauf es ankommt

„Ein bekannter Markenname oder ein hoher Preis sind nicht automatisch eine Garantie für gute Reifenqualität.“

Stephan Fritz, Kfz-Meister ÖAMTC

Welche Strafen drohen bei falscher Bereifung?

Wer bei winterlichen Fahrbahnverhältnissen ohne die vorgeschriebene Winterausrüstung unterwegs ist, riskiert eine Verwaltungsstrafe. Bei einer Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer können die Strafen deutlich höher ausfallen. Auch nach einem Unfall kann die falsche Bereifung rechtliche und versicherungstechnische Folgen haben. Entscheidend ist dabei unter anderem, ob die ungeeigneten Reifen zum Unfall beigetragen haben.

Wie überprüft man alte Winterreifen richtig?

Vor dem Reifenwechsel sollten die Winterreifen auf Profiltiefe, Alter und mögliche Schäden kontrolliert werden. Gesetzlich vorgeschrieben sind bei den üblichen Radialreifen mindestens vier Millimeter Profil. „Die gesetzliche Mindestprofiltiefe von vier Millimetern ist aus unserer Sicht sinnvoll“, erklärt Stephan Fritz vom ÖAMTC. Eine aktuelle Untersuchung zeigt allerdings, dass Winterreifen bei dieser Profiltiefe bereits deutlich an Sicherheitsreserven verlieren. Besonders auf nasser Fahrbahn nimmt die Fähigkeit, Wasser zu verdrängen, gegenüber neuen Reifen um bis zu 25 Prozent ab. Dadurch steigt das Aquaplaning-Risiko. Der ÖAMTC empfiehlt deshalb, mit mindestens fünf bis sechs Millimetern Profil in die Wintersaison zu starten. So bleibt auch bei höherer Fahrleistung genügend Reserve, um die gesetzliche Mindestprofiltiefe bis zum Winterende einzuhalten. Auch Risse, Beulen oder andere Schäden können einen Austausch erforderlich machen.

Im ÖAMTC-Winterreifentest wurden nur sechs von 32 Winterreifen mit „gut“ bewertet. Worauf sollten Käufer achten?

Der aktuelle ÖAMTC-Winterreifentest zeigt erhebliche Qualitätsunterschiede. Besonders auf nasser Fahrbahn zeigten sich deutliche Unterschiede beim Bremsverhalten. „Bei einzelnen Tests waren Fahrzeuge mit schwächeren Reifen noch mit fast 50 km/h unterwegs, während jene mit den besten Reifen bereits standen“, berichtet Stephan Fritz. Der Experte empfiehlt deshalb, sich vor dem Kauf über aktuelle Testergebnisse zu informieren. Gute Winterreifen müssen auf Schnee, bei Nässe und auf trockener Fahrbahn zuverlässig funktionieren. „Dabei sind weder ein bekannter Markenname noch ein hoher Preis automatisch eine Garantie für gute Qualität“, erklärt Fritz.

Sind Ganzjahresreifen eine sinnvolle Alternative?

Ganzjahresreifen können für bestimmte Autofahrer eine sinnvolle Alternative sein. „Wer überwiegend im Rheintal fährt, nur wenige Kilometer zurücklegt und bei starkem Schneefall auf das Auto verzichten kann, kommt mit guten Ganzjahresreifen möglicherweise gut zurecht“, erklärt Fritz. Wer hingegen regelmäßig in höheren Lagen oder auf Bergstraßen unterwegs ist, sollte weiterhin auf klassische Winterreifen setzen. Gerade in Vorarlberg können sich die Straßenverhältnisse innerhalb weniger Kilometer deutlich verändern. Im aktuellen ÖAMTC-Test erhielt nur eines von 16 Modellen die Bewertung „gut“.

Welche Regeln gelten im Ausland?

Die Vorschriften zur Winterausrüstung unterscheiden sich von Land zu Land. In Deutschland gilt bei winterlichen Straßenverhältnissen eine Winterreifenpflicht. Seit Oktober 2024 müssen die Reifen das Alpine-Symbol mit Berg und Schneeflocke tragen. Die frühere M+S-Kennzeichnung allein reicht dort nicht mehr aus. In der Schweiz und in Liechtenstein besteht hingegen keine allgemeine Winterreifenpflicht. Das Fahrzeug muss aber jederzeit sicher beherrschbar sein. „Wir empfehlen deshalb für Fahrten in unsere Nachbarländer vier Winterreifen mit Alpine-Symbol und mindestens vier Millimetern Restprofil“, sagt Fritz. Wer Bergstrecken befährt, sollte außerdem passende Schneeketten mitführen. Bei entsprechender Beschilderung sind diese verpflichtend.

So macht man das Auto selbst fit für den Winter

Vor dem ersten Kälteeinbruch empfiehlt sich, das Fahrzeug gründlich zu überprüfen. Denn neben der richtigen Bereifung spielen auch andere Fahrzeugteile eine wichtige Rolle. Deshalb sollten Autofahrer rechtzeitig einen Blick auf den technischen Zustand ihres Fahrzeugs werfen. Mit einfachen Kontrollen lassen sich mögliche Probleme frühzeitig erkennen.

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Batterie überprüfen
Defekte oder altersschwache Batterien sind laut ÖAMTC die häufigste Pannenursache. Besonders bei niedrigen Temperaturen können ältere Batterien Probleme bereiten. Deshalb sollte ihr Zustand rechtzeitig überprüft werden.

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Frostschutz kontrollieren
Sowohl im Kühlsystem als auch in der Scheibenwaschanlage muss ausreichend Frostschutz vorhanden sein. Eine rechtzeitige und gründliche Kontrolle verhindert, dass Flüssigkeiten bei Minusgraden einfrieren.

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Licht und Sicht verbessern
Die Fahrzeugbeleuchtung sollte auf Funktion und richtige Einstellung überprüft werden. Scheibenwischer, die Schlieren hinterlassen, müssen ausgetauscht werden. Auch Eiskratzer und Schneebesen sollten im Auto liegen.

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Türdichtungen checken
Bei Frost können Türdichtungen anfrieren und das Öffnen der Türen erschweren. Der ÖAMTC empfiehlt deshalb, die Dichtungen rechtzeitig mit einem geeigneten Pflegemittel zu behandeln.