71 Geschirrtücher erinnern im hdgö an Frauenmorde

30.07.2026 • 14:41 Uhr

Mit einem künstlerischen Neuzugang thematisiert das Haus der Geschichte Österreich (hdgö) geschlechterspezifische Gewalt. Die Textilarbeit “er/stickt. Über Femizide in Österreich” von Sabine Schwarz weist auf ermordete Frauen der Jahre 2023 bis 2025 hin. Die Innsbruckerin hat dafür 71 Geschirrtücher mit dem Ort, dem Datum des Verbrechens und – soweit bekannt – dem Vornamen des Opfers bestickt. Die Arbeit ist ab sofort in der hdgö-Hauptausstellung zu sehen.

“Als Museum, das Demokratie und Menschenrechte vermittelt, ist es uns ein Anliegen, das Thema geschlechtsspezifischer Gewalt aufzugreifen und dagegen Stellung zu beziehen. Dabei gilt es, einen sensiblen Zugang zu finden, der die Würde der Opfer wahrt und trotzdem die breite gesellschaftliche und politische Relevanz jedes einzelnen Falls ernst nimmt”, wurde hdgö-Direktorin Monika Sommer in einer Aussendung am Donnerstag zitiert.

Die Arbeit von Schwarz sei als laufender Prozess angelegt und werde jährlich im hdgö aktualisiert, hieß es: “Material und Technik greifen bewusst geschlechtsspezifische Zuschreibungen auf: Geschirrtücher verweisen traditionell auf den häuslichen Raum, Sticken auf eine textile Praxis, die feministische Künstlerinnen heute vielfach neu besetzen. So verbindet die Arbeit individuelle Erinnerung mit einer Reflexion über Geschlechterrollen, Machtverhältnisse und gesellschaftliche Verantwortung.”

(S E R V I C E – )