Adidas erwartet nach Rekordquartal mehr Gewinn

Ein Rekordquartal und die Rückerstattung von US-Einfuhrzöllen machen den weltweit zweitgrößten Sportartikelkonzern Adidas zuversichtlicher. Das Unternehmen aus dem fränkischen Herzogenaurach schraubte seine Prognose für den Betriebsgewinn in diesem Jahr am Dienstagabend um 200 Millionen auf rund 2,5 Milliarden Euro nach oben. Dabei profitiert Adidas davon, dass es rund 200 Millionen Euro der von US-Präsident Donald Trump verhängten Zölle zurückerhalten hat.
Ein Gericht hatte sie für unzulässig erklärt. Im dritten Quartal stieg der Umsatz um neun Prozent auf 7,25 Milliarden Euro, währungsbereinigt lag das Plus bei sieben Prozent. Das Betriebsergebnis schnellte um 37 Prozent auf 1,01 Milliarden Euro – der höchste Quartalsgewinn der Firmengeschichte.
Aktie zog an
Die Adidas-Aktie zog auf der Plattform Tradegate um bis zu 3,6 Prozent auf 162,75 Euro an. Im Sommer hatte das Unternehmen die Anleger noch massiv enttäuscht, weil es seine Gewinnerwartungen nicht erhöht hatte.
Vorstandschef Björn Gulden sprach von einem “großartigen Quartal”. “Die Investitionen und die Kreativität in unserem Marketing haben unsere Marke stark und Adidas weltweit wieder populär gemacht.” Das Unternehmen stemmt sich erfolgreich gegen die schwache Branchenkonjunktur, weil seine Schuhe und Kleidungsstücke gefragt sind. Adidas rechnet für 2026 weiterhin mit einem währungsbereinigten Umsatzzuwachs von neun bis zehn Prozent. Der Erzrivale Nike muss seine Ware dagegen mit Rabatten verkaufen und erwartet für sein Geschäftsjahr 2026/27 (per Ende Mai) ein Umsatzminus von bis zu neun Prozent.
Adidas kann auf seine Klassiker aus den 70er und 80er Jahren bauen, die das Unternehmen in vielen Varianten neu auflegt, und setzt auf eine Regionalisierungsstrategie, die vor allem in China neue Kunden angezogen hat. Bei Nike brach der Umsatz dort dagegen zuletzt regelrecht ein.
Verkauf zum vollen Preis
Eigentlich sei Adidas sogar auf Kurs zu einem Betriebsgewinn von 2,6 Milliarden Euro, erklärte das Unternehmen. Denn neben dem Zoll-Effekt von 200 Millionen Euro schlage mit weiteren 100 Millionen Euro zu Buche, dass Adidas mehr Ware zum vollen Preis verkaufen könne. Das habe negative Wechselkursentwicklungen mehr als wettgemacht. Die Bruttomarge stieg im dritten Quartal von 51,8 auf 54,3 Prozent. Bei Nike waren es von Juni bis August nur 42,8 Prozent. Adidas kündigte aber an, noch in diesem Jahr 100 Millionen Euro in die Hand zu nehmen, um Ausgaben etwa für IT-Infrastruktur oder Logistik vorzuziehen, die sich künftig in höheren Gewinnen niederschlagen sollen.
Die Zollerstattung hatte der scheidende Finanzvorstand Harm Ohlmeyer bereits im August angekündigt. Damals kalkulierte sie Adidas vorsichtshalber noch nicht in die Prognose ein. Damals hatte sie Adidas aus Vorsichtsgründen noch nicht in die Prognose einkalkuliert. Nun sei ein Großteil der Erstattungen aber eingegangen, hieß es in der Mitteilung. Trump hatte massive Zölle gerade auf die asiatischen Länder verhängt, in denen Adidas, Nike und viele andere Sportartikelhersteller ihre Ware fertigen lassen.