Ätna sorgt weiter für Flugchaos
Am fünften Tag der jüngsten Eruptionsphase des Ätna haben sich zwei weitere Lavaströme gebildet. Gleichzeitig sorgte eine Aschewolke weiterhin für massive Einschränkungen am Flughafen von Catania auf Sizilien. Der Airport ist praktisch seit fünf Tagen nur eingeschränkt nutzbar und bleibt wegen der Sperre des Luftraums bis Donnerstag um 16.00 Uhr geschlossen. Tausende Reisende sitzen fest oder mussten auf die Flughäfen Palermo und Comiso ausweichen.
Die Eruptionsphase des Ätna hat damit erhebliche Auswirkungen auf den Reiseverkehr der Hochsaison. Seit Montag können in Catania aus Sicherheitsgründen keine Maschinen mehr landen oder starten. Für viele Urlauber bedeutet das Umbuchungen, lange Wartezeiten und zusätzliche Fahrten quer durch Sizilien. Andere sahen sich gezwungen, ihre Reisepläne gänzlich aufzugeben.
Chaotische Lage auf Siziliens Flughäfen
Zwischen dem 8. und 11. August fielen am Flughafen Catania nach Angaben der Betreibergesellschaft Sac rund 700 Flüge aus oder konnten nicht wie geplant durchgeführt werden. Allein rund 400 Abflüge wurden gestrichen. Weitere 52 Flüge fielen am Mittwoch aus. Hinzu kommen zahlreiche Verbindungen, die wegen der durch die Vulkanasche beeinträchtigten Lufträume auf andere Flughäfen verlegt wurden. Mehr als 250 Flüge wurden bisher auf andere Flughäfen umgeleitet oder dort neu organisiert.
Rund 30.000 Passagiere bekamen bisher die Folgen der anhaltenden Eruption des Ätna zu spüren. In den sozialen Netzwerken veröffentlichten verärgerte Urlauber Fotos von langen Schlangen an den Schaltern der Fluggesellschaften und berichteten von kurzfristigen Umbuchungen und erheblichen Schwierigkeiten bei der Weiterreise. Viele Reisende mussten sich nach den Flugausfällen kurzfristig auf andere Flughäfen umorientieren. Als Ausweichmöglichkeiten dienten vor allem Palermo und Trapani, zeitweise auch Comiso im Südosten Siziliens. Die Passagiere mussten die Flughäfen teilweise mit Bussen oder auf eigene Faust erreichen – vielfach mit nur sehr kurzer Vorbereitungszeit.
Doch auch Comiso blieb nicht von den Auswirkungen der Vulkanasche verschont. Der Flughafen musste wegen der Asche vorübergehend ebenfalls geschlossen werden. Erst im Laufe des späten Mittwochvormittags konnte der Betrieb wieder aufgenommen werden.
Erhebliche Probleme für Reisende
Die Nachfrage nach Bussen und anderen Transportmöglichkeiten ist entsprechend hoch. Die Preise für Taxifahrten schnellten in die Höhe. Der Präsident der Region Sizilien, Renato Schifani, verwies auf die Notwendigkeit, das Luftfahrtsystem der Insel weiter auszubauen. Insbesondere der Airport von Comiso müsse leistungsfähiger werden. Die Regionalregierung habe deshalb zusätzliche Investitionen beschlossen.
Die Aschewolke des Ätna hatte am Dienstag auch den Flugverkehr auf Malta beeinträchtigt. Mehrere Gesellschaften mussten Verbindungen absagen. Bis Dienstagnachmittag wurden 19 Flüge gestrichen, weitere hätten erhebliche Verspätungen gehabt. Der internationale Airport von Malta liegt rund 220 Kilometer südlich des Ätna. Die Asche gelangte laut Experten sogar nach Libyen.
Ausbruch zieht Schaulustige an
Während die Vulkanasche in Catania Einwohner und Touristen vor Probleme stellt, zieht der Ausbruch gleichzeitig zahlreiche Schaulustige an. Vor allem nach Einbruch der Dunkelheit strömen Menschen in Richtung Ätna, um die glühenden Lavaströme und die Eruptionen zu beobachten. Auf den schmalen Provinzstraßen rund um den Vulkan kam es dadurch zu erheblichen Verkehrsbehinderungen. Auch illegale Parkplatzwächter versuchten, aus dem Besucherandrang Profit zu schlagen.
Der aktuelle Ausbruch bietet spektakuläre Bilder: Aus dem Krater sind wiederholt Explosionen und glühendes Magma zu sehen. Zudem haben sich inzwischen mindestens vier Spalten geöffnet, aus denen Lavaströme austreten und sich in mehrere Arme aufteilen.