Anwälte zu Christa Pikes Zustand: “Kognitiv verwirrt”

07.10.2026 • 21:33 Uhr
Anwälte zu Christa Pikes Zustand: "Kognitiv verwirrt"

Eine Woche nach der gescheiterten Hinrichtung im US-Bundesstaat Tennessee haben Anwälte am Mittwoch über den Gesundheitszustand der zum Tode verurteilten US-Amerikanerin Christa Pike informiert. Die 50-Jährige sei “kognitiv immer noch sehr verwirrt”, erklärte Pikes Anwalt Randy Spivey bei einer Pressekonferenz nach einer Verhandlung am Gericht in Nashville im US-Bundesstaat Tennessee. Sie sei sich jedoch im Klaren darüber, dass der Staat versucht habe, sie hinzurichten.

Ihre ersten Worte nach dem Aufwachen im Krankenhaus seien gewesen: “Wo bin ich und wer seid ihr?”. Die verurteilte Mörderin habe ein Blutgerinnsel in einem ihrer Arme und könne keinen ihrer beiden Arme bewegen. “Wir wissen nicht, ob und inwieweit sie die Funktion ihrer Arme wiedererlangen wird”, sagte Spivey. Außerdem sei Pike an einer Lungenentzündung erkrankt und werde ernährt. Sie habe einen langen Weg der Genesung vor sich.

Anwalt: Pike kann “in begrenztem Umfang sprechen”

Pike habe bis Dienstag “nicht mit ihren Anwälten und nicht mit ihrem medizinischen Betreuungsteam kommunizieren können”, sagte Anwalt Luke Ihnen zuvor bei einer Gerichtsverhandlung zu dem Fall in Nashville. Sie könne überdies lediglich “in begrenztem Umfang sprechen”.

Ihre Anwälte zeigten sich überrascht, dass Pike eine Woche nach der gescheiterten Hinrichtung das Bewusstsein wiedererlangte. “Am Montagabend gingen wir davon aus, dass Christa hirntot war, und dass die lebenserhaltenden Maßnahmen am nächsten Tag abgeschaltet werden würden”, erklärte Spivey. Zur “großen Überraschung aller”, sei Pike aufgewacht und habe begonnen zu sprechen.

Zuvor hatte Richterin I’Ashea Myles der Forderung von Pikes Anwälten stattgegeben, die Beweismittel zur versuchten Hinrichtung vergangene Woche zu sichern. Dies sei relevant, sollte Pike eine zukünftige Hinrichtung anfechten müssen, erklärte Anwalt Ihnen vor Gericht. Die “New York Times” weist darauf hin, dass wahrscheinlich ihr Gesundheitszustand dafür entscheidend sein werde, ob man zu einem späteren Zeitpunkt erneut versuchen wird, Pike hinzurichten.

Pike überlebte zwei Dosen Pentobarbital

Pike waren am Mittwochabend vergangene Woche nach Angaben der Behörden die im Hinrichtungsprotokoll vorgesehenen zwei Dosen des Mittels Pentobarbital verabreicht worden. Dennoch lebte sie weiter.

Pike war 1996 für den Mord an der damals 19-jährigen Colleen Slemmer zum Tode verurteilt worden. Sie selbst war zur Tatzeit 18 Jahre alt. Slemmer war 1995 in einem abgelegenen Gebiet nahe der Universität von Tennessee in Knoxville über längere Zeit gefoltert und schließlich getötet worden.