Aufsteirern feiert 25-jähriges Jubiläum mit Neuerungen

17.06.2026 • 12:25 Uhr
Aufsteirern feiert 25-jähriges Jubiläum mit Neuerungen

Das Aufsteirern-Festival feiert am 19. und 20. September in Graz sein 25-jähriges Jubiläum mit einigen Neuerungen. Veranstalter Markus Lientscher von der Ivents Agentur blickte am Mittwoch bei einer Pressekonferenz auf das vergangene Vierteljahrhundert zurück: Insgesamt haben seit 2002 rund 2,14 Millionen Gäste das Brauchtumsfest in der Innenstadt besucht – im Vorjahr erstmals mehr als 200.000. Etwa 37.450 Musiker, Sänger und Tänzer sind bisher aufgetreten.

Das Aufsteirern ist laut Landeshauptmann Mario Kunasek (FPÖ) touristisch und wirtschaftlich ein “Faktor für Graz und Botschafter für die Steiermark” geworden. Es belege: “Die Volkskultur ist nichts Verstaubtes.” 40 Prozent der Besucherinnen und Besucher seien zwischen 18 und 29 Jahre alt. Auch heuer würden auf 17 Bühnen rund 200 Stunden Programm geboten.

Aber “ohne Geld ka Musi'”, so der Volkskulturreferent. Das Land Steiermark unterstütze mit 400.000 Euro. Seitens der Stadt Graz kommen laut Wirtschaftsstadtrat Kurt Hohensinner (ÖVP) weitere 82.000 Euro dazu. Um auch die TV-Show, die seit der ersten Festival-Absage wegen der Corona-Pandemie 2020 jährlich aufgezeichnet und im ORF ausgestrahlt wird, wieder möglich zu machen, steuert diesmal auch die Erlebnisregion Graz für 2026 und auch für 2027 rund 270.000 Euro ausschließlich für die Fernseh-Show bei. Weitere 60.000 Euro fließen für das Festival im Herbst.

17 Millionen Euro Wertschöpfung

Laut Hohensinner bringt das Aufsteirern eine Wertschöpfung von rund 17 Millionen Euro, großteils der Stadt Graz. “Und die Hotels sind voll. 30 bis 40 Prozent mehr Nächtigungen”, schwärmte der Wirtschaftsstadtrat. Für Kulturlandesrat Karlheinz Kornhäusl (ÖVP) ist das Aufsteirern eine “Symbiose” zwischen Tradition, Brauchtum und Kultur. Das zeige auch das diesjährige Eröffnungskonzert am 16. September im Congress, wo unter anderem Trompeten-Star Thomas Gansch zu hören sein wird.

Organisator Lientscher sagte, dass die Tickets für das Eröffnungskonzert, das diesmal schon am Mittwoch stattfinden wird, bereits erhältlich sind. Für ihn sei das Jubiläum “schön, aber auch ein bisserl erschreckend”. Vor 25 Jahren habe es weder Facebook, noch YouTube noch Smartphones gegeben. Er und sein Team seien damals Studenten gewesen und hätten niemals mit gleich 40.000 Besuchern bei der Premiere gerechnet. Man sei fast ein wenig “überfordert” gewesen. Die vier Säulen des Events hätten sich seit damals nicht verändert: Volkskultur, Kulinarik, Handwerk und Kinderprogramm – “und kein Kitsch und kein Plastik” bei den Ständen. Das habe sich bis heute durchgezogen.

Herrengasse wird neu und länger “bespielt”

Apropos Stände: 2026 bringt eine Neuerung für die Herrengasse, denn die Straßenbahnen können erstmals über die im Vorjahr eröffnete Neutorlinie ausweichen. Dadurch werden auch die Schienenflächen in der Mitte der Herrengasse sowohl am Samstag als auch am Sonntag “bespielt”. Laut Lientscher wird der Samstag mittlerweile fast gleich groß wie der Sonntag aufgezogen, denn wie sich in den vergangenen Jahren gezeigt hat, nehmen die Gäste den Samstag immer öfter als Besuchstag an.

Nach dem Eröffnungskonzert am Mittwoch wird es daher schon am Samstag um 10.00 Uhr im Landhaushof losgehen, um 12.00 Uhr dann auch in der Herrengasse und in den anderen Gassen der Innenstadt. Die Oper Graz wird am Samstag um 12.00 Uhr ein Auftaktkonzert am Hauptplatz geben. Neu ist auch eine Volksliederwerk-Bühne im Lesliehof, wo unter anderem Crash-Kurse für Jodeln, Wirtshauslieder, das sogenannte Poschn und Gstanzlsingen geboten werden. Erstmals wird 2026 auch Jugendgruppen und Nachwuchsensembles mehr Raum gegeben und Taxitänzerinnen und -tänzer sind diesmal ebenfalls mit von der Partie.

Neue App und neue Website

Damit Gäste, die gerne tanzen wollen, aber niemanden passenden als Begleitung dafür haben, ihre Profi-Tänzer auch finden, wird in der neuen Handy-App eine Suchfunktion geboten, über die die Taxitänzer gefunden werden können. Aber nicht nur das: Die App soll auch Fahrgemeinschaften finden und das “Anbandeln” ermöglichen, um Menschen für ein gemeinsames Glas Wein oder auch mehr kennenzulernen. Neben der App wurde zum Jubiläum der Internetauftritt neu gestaltet.

2026 wird die TV-Show am 24. Oktober um 20.15 Uhr auf ORF 2 ausgestrahlt. Rund 500.000 Zuschauer werden die Aufzeichnung so wohl sehen, hieß es am Mittwoch. Wie immer gehe es dabei um die Vermischung verschiedener Musikstile. Bereits am 29. August werde ein Best-of der bisherigen sechs TV-Shows im ORF zu sehen sein.

Bisher rund 800.000 Stunden freiwillige Vereinsarbeit

In den vergangenen 25 Jahren sind zusammengerechnet rund 3.450 Musikerinnen und Musiker, etwa 20.000 Sängerinnen und Sänger von Chören, rund 7.500 Volkstänzerinnen und -tänzer sowie 6.500 Blasmusikerinnen und -musiker aufgetreten. Die meisten von ihnen gehören Volkskulturvereinen an und sie haben zusammengerechnet bei ihren Auftritten beim Aufsteirern rund 800.000 Stunden freiwillige Vereinsarbeit geleistet. Bis auf 2020 sowie 2024, als ein schwerer Sturm eine Absage unausweichlich gemacht hat, fand das Aufsteirern seit 2002 jedes Jahr statt.

Laut einer Public-Value-Analyse aus dem Jahr 2023 generiert das Festival pro Jahr über 28 Millionen Euro Nachfrageimpuls für die österreichische Wirtschaft, davon entfallen rund 20 Millionen allein auf die Steiermark. Es werden jährlich durch das Aufsteirern rund 4,3 Millionen Euro Steuern und Abgaben geleistet und etwa 250 Vollzeitarbeitsplätze direkt und indirekt gesichert.

(S E R V I C E – )