_Homepage

Was Dornbirn besonders macht: Persönliche Einblicke zum 125-jährigen Jubiläum

17.06.2026 • 10:00 Uhr
Was Dornbirn besonders macht: Persönliche Einblicke zum 125-jährigen Jubiläum
Die Stadt Dornbirn feiert 125-jähriges Bestehen. stadt dornbirn

Die Stadt Dornbirn wird 125 Jahre alt. Vereine, Unternehmen und engagierte Menschen erzählen der NEUE, was die Stadt ausmacht und welche Wünsche sie für die Zukunft haben.

Dornbirn feiert sein 125-jähriges Bestehen. Vom 19. bis 21. Juni wird das Jubiläum ein ganzes Wochenende zelebriert. Ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm, die Ausstellung „125 Erbstücke“ des Stadtmuseums sowie Programm in der Inatura ebenso rund um das Kloster und noch vieles mehr, machen die Dornbirner Innenstadt erlebbar. Das Highlight: Ein 19 Meter hohes Riesenrad, das einen Blick über das ganze Festgelände bietet und die Größe der Stadt greifbarer macht.

Marktplatz
Vom 19. bis 21. Juni feiert die Stadt Dornbirn ihr 125-jähriges Bestehen ein ganzes Wochenende lang. Stadt Dornbirn

Viele Vereine, Organisationen, Betriebe und engagierte Menschen gestalten das Jubiläum gemeinsam. Zahlreiche von ihnen begleiten die Stadt bereits seit Jahrzehnten. Die NEUE hat nachgefragt, wie sie Dornbirn geprägt haben und welche Bedeutung die Stadt für sie hat. Außerdem erzählen sie, was sich im Laufe der Zeit veränderte und welche Wünsche bei den Mitgliedern der Vereine und Unternehmen bestehen.

Bevölkerung und Name

Vor 125 Jahren hatte Dornbirn rund 13.000 Einwohnerinnen und Einwohner. Heute zählt die Stadt 52.000 Menschen und damit viermal so viele wie damals. Der Name Dornbirn hat seinen Ursprung im frühen Mittelalter und leitet sich von dem Wort „Torrinpuirron“ ab. Torro war ein germanischer Bauernname und puirron steht für Hof beziehungsweise Siedlung. Der Birnbaum im Stadtwappen entstand erst im 17. Jahrhundert durch einen sprachlichen Irrtum. Die NEUE hat sich bei Mitgliedern der Vereine und Institutionen umgehört.

Petra Zudrell
Petra Zudrell sarah mistura

“Bald barrierefreies Hallo”

“Das jetzige Stadtmuseum wurde 1796 als Bürgerhaus gebaut und über mehrere Generationen von den Familien Stauder, Lanter und Rhomberg bewohnt. In den Anfängen diente es als Geschäftshaus, wodurch sich das Textilunternehmen Herrburger-Rhomberg entwickelt hat. Somit ist das Gebäude ein wichtiger Teil der Dornbirner Textilindustrie. Für die Zukunft wünsche ich mir zeitnah einen barrierefreien Zugang für das Museum, damit wir unsere Besucherinnen und Besucher auch ebenerdig begrüßen können. Auf dem Marktplatz würde ich mich außerdem über noch mehr Grün und konsumfreie Sitzgelegenheiten freuen. An Dornbirn selbst schätze ich vor allem die Natur und dass kulturelle, gastronomische und textile Nahversorgungen alle in der Umgebung sind. Außerdem finde ich es gut, dass Industriegebäude eine qualitätsvolle Nachnutzung finden, sodass Denkmäler neues Leben erhalten. Während meiner Schulzeit kannte ich den Marktplatz nur mit Verkehr, jetzt ist er an den Markttagen von Menschen und regionalen Produkten belebt. Auch die Gastronomie ist sehr vielfältig geworden.”

Petra Zudrell, Leiterin Stadtmuseum Dornbirn

Ruth Swoboda
Ruth Swobodapetra rainer

“Für alle Generationen”

“Die Naturschau und die inatura sind in Dornbirn entwickelt und umgesetzt worden. Sie liegt nahe am Herzen der Stadt und ist ein Ort des Entdeckens, Lernens und der Begegnung. Wir greifen Themen auf, die die Region prägen, von Natur und Umwelt bis hin zu Innovation und Technik. Natur, vielfältige Kultur- und Bildungsangebot sowie das Engagement vieler Menschen machen die Stadt lebendig und zukunftsorientiert. Besonders schätze ich die ausgeprägte Bereitschaft zur Zusammenarbeit. Die Stadt ist in den letzten Jahren gewachsen und hat wichtige Impulse für Nachhaltigkeit, Mobilität und Stadtentwicklung gesetzt. Gleichzeitig ist es gelungen, die hohe Lebensqualität und die enge Verbindung zur umliegenden Natur zu bewahren. Ich wünsche mir, dass Dornbirn auch in Zukunft mutig neue Wege geht und gleichzeitig seine besonderen Qualitäten bewahrt. Wichtig erscheinen mir starke Kooperationen zwischen Wirtschaft, Bildung, Kultur, Wissenschaft und Zivilgesellschaft sowie ein verantwortungsvoller Umgang mit Natur und Ressourcen. So kann Dornbirn weiterhin eine lebenswerte und innovative Stadt für alle Generationen bleiben.”

Ruth Swoboda, Direktorin inatura

Franz Rein
Franz Rein privat

“Auftrittsorte begrenzt”

“D´Hatler Musig ist, wie alle Blasmusikvereine, ein wichtiger Kulturträger der Stadt. Kaum ein kirchlich oder weltlich Festanlass kommt ohne ihren Beitrag aus. Neben ihrem Beitrag zum Kulturleben repräsentiert die Hatler Musig Dornbirn auch bei Konzertreisen im europäischen Ausland. Die zahlreichen Vereine und ehrenamtlichen Engagierten sorgen für ein vielfältiges Angebot und leisten einen wertvollen Beitrag zum Erhalt des gesellschaftlichen Miteinanders. Für mich bietet Dornbirn eine große Vielfalt an Freizeitmöglichkeiten direkt vor der Haustüre. Nach dem Rückgang der Textilindustrie hat sich Dornbirn mit innovativen Technologiebetrieben, gestärkt durch die Fachhochschule, erfolgreich neu aufgestellt. Doch aufgrund des Verschwindens von Gasthäusern mit Veranstaltungssälen verlieren viele Vereine und Gruppen Möglichkeiten für Auftritte im eigenen Ort. Zahlreiche Gemeinden in Vorarlberg zeigen, wie wichtig geeignete Veranstaltungsräume für ein lebendiges „Dorfleben“ sind. Es wäre schön zu sehen, wenn Dornbirn sich wirtschaftlich weiterentwickelt und das Ohr möglichst nahe an der Bevölkerung hat.”

Franz Rein, Ehrenmitglied der Musikgesellschaft Hatlerdorf

Was Dornbirn besonders macht: Persönliche Einblicke zum 125-jährigen Jubiläum
Thomas Pachole Klaus Hartinger

“Ist unsere Heimat”

“Die Mohrenbrauerei und Dornbirn sind seit fast 300 Jahren eng miteinander verbunden und auch viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leben in Dornbirn. Unsere Entwicklung zu vorarlbergs beliebtestem Bier hat hier begonnen. Dornbirn ist für uns nicht nur ein Standort, sondern unsere Heimat. Die Stadterhebung vor 125 Jahren hat im damaligen Mohren-Saal stattgefunden. An dem Ort selbst schätze ich die Lebensqualität, die Bodenständigkeit und das Miteinander hinweg über viele Bereiche. Dornbirn hat ihre Rolle als wirtschaftliches Zentrum weiter gestärkt und gleichzeitig die hohe Lebensqualität erhalten. Ich wünsche mir, dass Dornbirn auch künftig den Mut behält, neue Wege zu gehen, ohne dabei ihre Identität zu verlieren. Wichtig wird sein, attraktive Rahmenbedingungen für Unternehmen zu schaffen, den Wirtschaftsstandort weiter zu stärken und gleichzeitig die hohe Lebensqualität zu bewahren. Darüber hinaus, sollte gesellschaftliches Miteinander, lebendige Vereinskultur und regionale Verbundenheit weiterhin das Fundament unserer Stadt bleiben. Denn genau diese Werte machen Dornbirn so besonders.”

Thomas Pachole, Geschäftsführer Mohrenbrauerei

Neujahrswünsche Promis
Aja Zischg privat

“Stark am Mainstream”

“Das Jazzseminar war österreichweit die erste Jazz/Pop-Abteilung. Seither wird es von der Stadt gefördert und ist ein wichtiger Teil des Kulturlebens. Ich lebe gerne hier, weil ich in kleinem Rahmen Natur und Kleinstadtflair vorfinde. So ist Erholung trotz Infrastruktur möglich. Dornbirn hat sich gut entwickelt. Aber nicht alles ist eine Frage des Geldes, sondern mehr eine Frage des Engagements und des kreativen Geistes. Es geht darum, Orte für Begegnung, kulturellen Austausch und Integration zu schaffen. Ich wünsche mir mehr Angebote für Menschen und herausragende Events im Jazz-Pop-Bereich. Dass wieder Künstler wie früher Randy Crawford im Kulturhaus auftreten oder wie die Funk-Events vom Conrad Sohm. Derzeit passiert vieles, aber viel ist mir zu durchschnittlich, zu stark am Mainstream orientiert.”

Aja Zischg, Leiterin Jazzseminar Dornbirn

Peter Kaufmann
Peter Kaufmann stadt dornbirn

“Mensch im Mittelpunkt”

“Die Feuerwehr Dornbirn ist ein wichtiger Teil der Stadt und steht im Einsatz für die Bevölkerung. Besonders schätze ich an der Stadt die große Vielfalt und dass der Mensch im Mittelpunkt steht. In den letzten Jahren sind wir zu einer großen Stadt herangewachsen, mit all ihren Vor und Nachteilen. In Zukunft hoffe ich, dass wir Herausforderungen gemeinsam meistern und gut miteinander auskommen.”

Peter Kaufmann, Kommandant Feuerwehr Dornbirn