Automesse Vienna Drive will Schwung von 2025 mitnehmen

Am Donnerstag öffnet die Automesse Vienna Drive ihre Tore, im Vorjahr kamen an den vier Messetagen laut Veranstalter 71.000 Besucher zum Wiener Messegelände. Das Autojahr 2025 verlief für Hersteller und Händler besser als erwartet. Die endgültigen Zulassungszahlen für das Gesamtjahr werden am morgigen Mittwoch präsentiert, bis November gab es bei den Neuzulassungen ein Plus von 13,1 Prozent, mit 262.602 Autos wurden damit bereits die Gesamt-Neuzulassungen 2024 übertroffen.
Bis Jahreswechsel erwartet die Branche rund 282.000 Neuzulassungen. Der Endspurt ist nicht zuletzt auf starke Preisnachlässe am Neuwagenmarkt sowie eine gestiegene Zahl von Tageszulassungen zurückzuführen. Und auch das neue Jahr lockt mit kräftigen Rabatten, zeigt ein Blick auf die Onlineseiten der Autohändler. Wobei ohnehin der Kfz-Neuwagenmarkt von Firmenautos geprägt wird: Rund 60 Prozent der Neuzulassungen entfallen auf juristische Personen, 40 Prozent auf private Käufer. Der typische Neuwagenkäufer im Privatsegment ist 50plus.
Automarkt fest in VW-Hand
Marktführer VW gab sich kürzlich vorsichtig optimistisch für 2026. Generalimporteur Porsche Holding Salzburg konnte 2025 mit 106.607 Neuzulassungen und einem Plus von 16,3 Prozent stärker als der heimische Gesamtmarkt zulegen. Das Modellranking hierzulande ist jedenfalls fest in Konzernhand: Auf dem ersten Platz bei den Neuzulassungen 2025 liegt der Škoda Octavia vor dem VW Golf und dem SEAT Ibiza. In den Top Ten sind gleich sieben Volkswagen-Konzernmodelle platziert. Interessant dabei: Über 56 Prozent aller Volkswagen-Konzernfahrzeuge, die in Österreich ausgeliefert wurden, werden von der Porsche Bank finanziert.
In Österreich gab es mit Stand Anfang Dezember des Vorjahres eine Viertelmillion E-Autos. Alleine 2025 kamen knapp 60.000 Stromer auf die Straßen. Gleichzeitig stieg die Zahl der öffentlichen Ladestellen. Sie nahm in den vergangenen zwölf Monaten um 37 Prozent auf rund 35.000 Ladepunkte bzw. um 119 Prozent auf 3.500 Ultra-Schnellladepunkte zu.
Globaler Elektro-Primus BYD
Global betrachtet blicken die Autohersteller mit Sorgenfalten Richtung China. Hier wurden im Dezember nur noch 2,28 Millionen Neuwagen verkauft, das sind 14,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Das Minus fiel damit noch stärker aus als im November und war so groß wie seit Februar 2024 nicht mehr. Wobei viele chinesische Hersteller nun ihr Heil weg vom Heimatmarkt hin nach Europa suchen. Während in Europa noch über das Verbrenner-Aus diskutiert wird, schlägt China bereits Pflöcke ein: BYD hat im vergangenen Jahr so viele Elektro-Autos verkauft wie kein anderes Unternehmen weltweit. 2025 setzte das Unternehmen aus Shenzhen 2,26 Millionen reine Elektrofahrzeuge ab und überholte damit US-Konkurrenten Tesla.
Ungebrochen ist der Trend zum SUV. In Deutschland, wo die Jahreszahlen für 2025 bereits vorliegen, war jedes dritte zugelassene Neuauto ein Pkw im Geländelook. Die Kompaktklasse verlor hingegen weiter an Boden, mit 476.480 Neuzulassungen stand sie nur noch für 16,7 Prozent. Das meistverkaufte Fahrzeugmodell in Deutschland war trotzdem der kompakte VW Golf vor dem fast baugleichen VW T-Roc.
Starke Zulieferindustrie
In Österreich ist die Autobranche ein wichtiger Arbeitgeber, vor allem bei gut bezahlten Jobs. Allerdings stehen auch die heimischen Zulieferer stark unter Druck. Erst vor wenigen Tagen hatte Wollsdorf Leder Insolvenz anmelden müssen. Im Grazer Magna-Werk, das schon in der näheren Vergangenheit mehrmals Mitarbeiter abgebaut hat, läuft laut Medienberichten die Fertigung der Roadster BMW Z4 aus. Andererseits investiert BMW weiterhin kräftig in sein Motorenwerk im oberösterreichischen Steyr, das zuletzt auch die Produktion von Teilen für E-Motoren hochgefahren hat. Nach Eigenangaben erwirtschaftet die Auto-Zulieferindustrie einen jährlichen Produktionswert von 28,5 Mrd. Euro, 81.700 Jobs entfallen direkt auf die Branche.
Die Vienna Drive, die heuer zum zweiten Mal aufgelegt wurde, findet zeitlich mit der Ferien-Messe statt. Ein Ticket gilt für beide Ausstellungen. Eine Tageskarte kostet 13,50 Euro, für Kinder unter 14 Jahren ist der Eintritt gratis. Umsonst könnte die Parkplatzsuche und die Zufahrt mit dem Auto sein. Der ÖAMTC hat heute vor Verzögerungen rund um das Messegelände gewarnt. Nicht zuletzt ist die Stadionallee – die Verbindung Schüttelstraße-Meiereistraße – wegen Bauarbeiten gesperrt. Der Mobilitätsclub empfiehlt die Anreise mit den Öffis, die U2 fährt bis zum Messeeingang. Der Klub weist auch darauf hin, dass wochentags in weiten Teilen des 2. Bezirks – etwa auch in der Südportalstraße – eine Kurzparkzone von 09:00 bis 22:00 Uhr herrscht.