AUVA-Traumazentrum in Klagenfurt soll jetzt gebaut werden
Ein neues Orthopädie- und Traumazentrum als Kooperationsprojekt des Kärntner Krankenanstaltenbetreibers Kabeg und der Unfallversicherungsanstalt AUVA, das zuletzt in der Schwebe hing, soll jetzt doch umgesetzt werden. Der Neubau soll am Gelände des Klinikums Klagenfurt entstehen, als Ersatz für das sanierungsbedürftige Klagenfurter AUVA-Unfallkrankenhaus. Wie die Kärntner Landesregierung am Dienstag mitteilte, habe der AUVA-Verwaltungsrat nun seine Zustimmung erteilt.
Der Kärntner Gesundheitsfonds werde, dafür sind noch Beschlüsse notwendig, 60 Millionen Euro zu den Gesamtkosten von rund 180 Millionen Euro in Teiltranchen über sechs Jahre investieren, erläuterte ÖVP-Klubobmann Markus Malle. Ungefähr die Hälfte fließe in ein Alterstraumazentrum der Kabeg im neuen AUVA-Zentrum, wofür ein Teil der Immobilie erworben werde. Die andere Hälfte werde eine Vorfinanzierung sein, das Geld werde von der AUVA jährlich zurückfließen.
Prettner hofft auf Baustart 2027
Gesundheitslandesrätin Beate Prettner (SPÖ) hofft auf einen Baustart 2027. Eröffnet werden soll die neue Krankenanstalt spätestens 2032. Geplant sind 30 tagesklinische Betten, 66 Betten auf den Stationen und 32 Betten in dem Alterstraumazentrum, das die Kabeg betreiben werde. Gemeinsam genutzt werden sollen der Hubschrauberlandeplatz sowie der Schockraum des Klinikums, die Kabeg werde auch im intensivmedizinischen Bereich unterstützen. Der gesamte Unfall- und Orthopädiebereich wird künftig von der AUVA übernommen. In den frei werdenden Räumlichkeiten im Klinikum werde die Dermatologie einziehen, erklärte Prettner, auch hier gäbe es schon Zukunftspläne. “Wir haben jede Synergie optimal genützt.”
Die Gespräche und Planungen für die Kooperation laufen seit 2014. Rückschläge waren laut Prettner die wirtschaftliche Situation der AUVA, deren Beiträge 2018 gekürzt wurden, und die Corona-Pandemie. “Was lange währt, wird endlich gut”, sagten Landeshauptmann Daniel Fellner (SPÖ) und Vize Martin Gruber (ÖVP).
AUVA: “Gewinn auf allen Ebenen”
Aus Sicht der AUVA ist die Entscheidung “ein Gewinn auf allen Ebenen”, sowohl für Patientinnen und Patienten wie auch für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, hieß es in einer Stellungnahme. “Intelligente Kooperationen sind das absolute Gebot der Stunde im Gesundheitswesen. Indem wir unsere Kräfte mit unseren Partnern der Kabeg bündeln, beenden wir das Zeitalter der Parallelstrukturen.” Nun gehe es an die finale Ausarbeitung der operativen Details.
Die Oppositionspartei FPÖ kündigte an: “Wir werden ganz genau darauf achten, dass diese Kooperation zwischen AUVA und Land Kärnten sowie die angekündigten Synergien letztlich nicht zu einem Sparprojekt für die Kärntner Bevölkerung werden.” Die Grünen begrüßten die Einigung, für die es “höchste Zeit” gewesen sei.