Bau: Jänner-Arbeitslosigkeit 3,5-fach höher als im Sommer

Ende Jänner 2026 waren 63.743 Bauarbeiter beim Arbeitsmarktservice als arbeitslos vorgemerkt oder in einer Schulung, um 2.261 Personen mehr als im Vorjahr (plus 3,7 Prozent). Damit war die Zahl der Jobsuchenden saisonal bedingt 3,5-mal höher als im Juli 2025, dem Monat mit der geringsten Arbeitslosigkeit im vergangenen Jahr, rechnet das Arbeitsmarktservice (AMS) vor. Vorstandsvorsitzender Johannes Kopf verweist dabei auf die hohe Wiedereinstellungsrate.
Aktuell würden rund 64 Prozent der Jobsuchenden am Bau über eine Einstellzusage verfügen. Grundsätzlich unterliege Zahl der arbeitslosen Personen im Bau im Jahresverlauf witterungsbedingt starken Schwankungen. So waren 2025 im Jänner um 40.940 mehr Personen aus der Bauwirtschaft arbeitslos vorgemerkt als im Juli.
Jeder Dritte ausländischer Staatsbürger
89.460 bzw. 33 Prozent der unselbstständig Beschäftigten am Bau hatten 2025 eine ausländische Staatsbürgerschaft, die größten Gruppen bildeten Personen aus Polen, Rumänien, Ungarn und Kroatien. Im Jahr 2022 erreichte die Zahl der offenen Stellen mit durchschnittlich 9.039 einen Höchststand.
Die sogenannte “Layoff-Arbeitslosigkeit”, also das Unterbrechen der Beschäftigung in den Wintermonaten, ist am Bau besonders ausgeprägt. 26,8 Prozent der Layoff-Arbeitslosigkeitstage und 31,6 Prozent der Aufwendungen für Existenzsicherungsleistungen entfallen auf diese Branche. Dafür gibt es für viele der Bauarbeiter eine Einstellungszusage des bisherigen Arbeitgebers, während sie auf Kosten der Allgemeinheit beim AMS “parken”.
Arbeitslosigkeit höher als in der Gesamtwirtschaft
“Die Recall-Quote, der Anteil des Recalls an den Beschäftigungsaufnahmen, lag im Jahr 2024 in der Bauwirtschaft bei 33,4 Prozent innerhalb eines Jahres. Im Vergleich dazu lag die gesamtwirtschaftliche Recall-Quote bei 11,1 Prozent”, so das AMS. 84 Prozent der im Bausektor im Juli 2024 beschäftigten war ein Jahr später noch in der Branche tätig.
Die Arbeitslosenquote im Wirtschaftszweig Bau lag im Jahr 2025 mit 9,1 Prozent über der Gesamtarbeitslosenquote von 7,4 Prozent. Saisonal zeigten sich jedoch deutliche Unterschiede: So lag die Arbeitslosenquote in den Monaten April bis November 2025 unter der Gesamtarbeitslosenquote. “Die hohe Arbeitslosigkeit und die deutlich rückläufige Beschäftigung in den Monaten Jänner bis März und im Dezember waren die maßgeblichen Treiber für die hohe Arbeitslosenquote im Jahresdurchschnitt 2025”, so das AMS. Auch regional habe sich eine große Diskrepanz gezeigt: 2025 betrug die Arbeitslosenquote in Vorarlberg 5,6 Prozent, Wien wies mit 14,9 Prozent den höchsten Wert auf.
AK kritisiert “Zwischenparken” beim AMS
Vor wenigen Tagen hatte die Arbeiterkammer Österreich das “Zwischenparken” von Arbeitnehmern scharf kritisiert. Obendrein würden die Arbeitnehmer die Zeche zahlen, während die temporäre Anmeldung beim AMS für die Unternehmen praktisch kostenfrei sei. “Zugleich entstehen dem Staat durch diese Unternehmenspraxis jährliche Kosten bis zu 700 Millionen Euro”, so die Arbeitnehmervertreter. Jährlich würden durch temporäre Layoffs rund 200.000 Beschäftigungsverhältnisse unterbrochen.