Digitalisierungsprojekt zu Alban Bergs Bibliothek gestartet

16.05.2022 • 13:14 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Digitalisierungsprojekt zu Alban Bergs Bibliothek gestartet

An rund 3.500 Objekten wird sich ein Scanroboter der Wiener Firma Treventus in den kommenden rund zwei Jahren abarbeiten: Die Alban Berg Stiftung lässt die umfangreiche Bibliothek des Komponisten digitalisieren. “Wir wollen damit zwei Dinge erreichen: Einerseits die echte, analoge Konservierung, und andererseits die zeitgemäße, technologische Aufbewahrung”, erklärte Stiftungspräsident Maximilian Eiselsberg bei einem Medientermin am Montag.

Dafür notwendig ist auch die Restaurierung einiger Bände und Zeitschriften, wie erläutert wurde. Beim Scanvorgang selbst werden die Materialien nur in einem 60-Grad-Winkel geöffnet und mit möglichst wenig Druck durch den herunterfahrbaren Scanarm erfasst, um sie schonend zu behandeln, so Treventus-Gründer Stephan Tratter. “Bei einem ‘normalen’ Scanvorgang kann es hingegen vorkommen, dass die Buchbindung bricht.” Neben den konservatorischen und wissenschaftlichen Aspekten sei in weiterer Folge auch denkbar, die digitale Bibliothek Bergs der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Neben dem Digitalisierungsvorhaben wurde heute außerdem der Kritische Bericht zu Bergs Violinkonzert vorgestellt – der nächste Band in der bereits seit den 1980ern bearbeiteten Gesamtausgabe des 1935 verstorbenen Komponisten. “Das ist wirklich ein Schatz, weil hier nun alles zusammengesammelt wurde”, verwies Editionsleiter Martin Eybl auf die unzähligen Dokumente, die das Werk erläutern und dessen Entstehung beleuchten. In den kommenden Jahren sind weitere Bände zur Oper “Wozzeck”, den Schriften Bergs sowie seinen Jugendliedern geplant. Auch die erst nach Bergs Tod von Friedrich Cerha fertiggestellte Oper “Lulu” wird umfangreich durchleuchtet werden.

(S E R V I C E – )

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