Ermittlungen gegen KuGes-Chefin erneut eingestellt

Die Staatsanwaltschaft Feldkirch hat Ermittlungen gegen Monika Wagner, Geschäftsführerin der Vorarlberger Kulturhäuserbetriebsgesellschaft (KuGes), wegen des Verdachts der Urkundenfälschung erneut eingestellt. Das teilte eine Sprecherin auf APA-Anfrage am Freitag mit. Das Verfahren rund um die unerlaubte Verwendung einer digitalen Unterschrift war bereits im Juni eingestellt, nach einem Fortführungsantrag jedoch für ergänzende Ermittlungen wieder aufgenommen worden.
Stephanie Gräve als damalige Intendantin des Vorarlberger Landestheaters hatte am 10. Mai Anzeige gegen ihre Vorgesetzte erstattet. Wagner soll bei einer Vertragserstellung ohne Zustimmung die digitale Unterschrift von Gräve verwendet haben, so der Vorwurf. Wagner selbst sprach von einem “unbeabsichtigten administrativen Fehler”. Der Aufsichtsrat der im Eigentum des Landes befindlichen KuGes stellte sich hinter Wagner. Gräve wurde zunächst freigestellt und im Juni gekündigt.
Staatsanwaltschaft blieb bei Einschätzung
Für die Staatsanwaltschaft war in der beanstandeten Verwendung der Signatur in der Folge “kein Vorsatz nachweisbar”, sie beendete zunächst die Ermittlungen. Im August wurde bekannt, dass aufgrund eines Fortführungsantrags einer Verfahrensbeteiligten neuerlich ermittelt wird. Diese Erhebungen, etwa weitere Zeugenbefragungen, erbrachten aber offenbar wenig Neues: Man gehe weiterhin davon aus, dass die über die vereinbarte Nutzung hinausgehende Verwendung der digitalen Signatur auf einem Versehen beruht habe, so die Staatsanwaltschaft. Die Entscheidung wurde den Beteiligten am Freitag zugestellt.
Das Verhältnis zwischen Gräve und der KuGes bzw. dem Land Vorarlberg galt spätestens seit März als belastet. Damals wurde bekannt, dass Gräves Mitte 2028 auslaufender Vertrag nicht verlängert werden soll. Die 1968 geborene Deutsche hätte bis 2030 weitermachen wollen. Vor allem die Art der Kommunikation der Entscheidung sorgte im Anschluss in Vorarlbergs Kulturszene für Irritation. Ende August übernahm der Wiener Regisseur Ali M. Abdullah interimistisch die Intendanz des Landestheaters für die Spielzeiten 2026/27 und 2027/28.