Fast jede zweite neue Heizung ist eine Gastherme

06.05.2022 • 12:09 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Fast jede zweite neue Heizung ist eine Gastherme

Trotz deutlich steigender Nachfrage nach erneuerbaren Heizsystemen dominierten 2021 laut der Interessenvertretung Vereinigung der österreichische Kessellieferanten nach wie vor Gasthermen auf dem Markt. Insgesamt zählte die VÖK 101.600 neue Heizsysteme. Davon waren insgesamt 49.000 Gasthermen (48 Prozent), die vergangenes Jahr neu eingebaut oder umgetauscht wurden. Das entspricht einem Plus von 7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Ölheizungen dagegen sind mit -13 Prozent stark rückläufig und führten damit den Abwärtstrend von 2020 mit -35 Prozent fort. Laut VÖK liegt das daran, dass Ölbrennwertkessel nicht mehr gefördert werden. Ein Aufwärtstrend ist bei Heizsystemen zu erkennen, die mit erneuerbarer Energie betrieben werden können: Den größten prozentuellen Zuwachs verzeichneten Holzheizungen mit einem Plus von 38 Prozent, dicht gefolgt von Wärmepumpen, die einen Zuwachs um 23 Prozent erreichten. Generell setzt Österreich stark auf monoenergetische Systeme, wohingegen in der EU Hybridanlagen und Brennstoffzellen an Popularität gewinnen. Die VÖK wünscht sich deshalb eine stärkere Förderung von Hybridanlagen, um die Stromnetze im Winter besser entlasten zu können.

Zum Gesetzesentwurf des Klimaministeriums, das den Einbau von Gasthermen in Neubauten ab 1. Jänner 2023 verbieten will, hat VÖK-Geschäftsführerin Elisabeth Berger einen konkreten Änderungsvorschlag. Anstatt auf Fernwärme zu setzen, die im Endeffekt durch Erdgas erzeugt werde und 30 Prozent weniger effizient sei als Gasthermen, solle der Einbau von hybriden Gasgeräten erlaubt werden. Der Einbau solle an die Bedingung geknüpft werden, dass die Hybridsysteme mit 100 Prozent erneuerbarer Energie (“grünes” Gas) betrieben werden müssen. Ob dies aufgrund der derzeitigen Marktlage möglich sein wird, bleibt fraglich.