Die Ukraine gewinnt den 66. Eurovision Song Contest

15.05.2022 • 11:46 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Die Ukraine gewinnt wie prognostiziert den 66. Eurovision Song Contest. Die Folklore-Rapformation Kalush Orchestra triumphierte am Samstagabend bei der musikalischen Megashow von Turin klar über die 24 Konkurrenten und holte den Sieg zum dritten Mal in das derzeit von Russland angegriffene Land. ESC-Europa zeigte sich wie im Vorfeld erwartet solidarisch. Vor allem dank der Stimmen des Publikums konnte sich die Ukraine durchsetzen.

Hatten die nationalen Jurys das Land noch mit 192 Punkten auf Platz 4 des Tournaments gereiht, vergaben die Zuschauerstimmen weitere 439 Punkte – mit Abstand die höchste Zahl des Feldes. Besonders krass war die Dissonanz zwischen dem österreichischen Publikum und der heimischen Fachjury. Während das Publikum die Ukraine auf Platz 1 des Bewerbs wählte, vergaben die Experten nicht einen einzigen Punkt an den späteren Gewinner des ESC.

Der verwies mit seinem Sieg am Ende des Abends, bei dem einige Punktesprecher gelb-blaue Schleifen am Revers trugen, Großbritanniens Kandidat Sam Ryder auf Platz 2, gefolgt von Spaniens Chanel. Österreichs Teenagerduo LUM!X feat. Pia Maria war hingegen bereits im 1. Halbfinale des größten Musikbewerbs der Welt ausgeschieden.

Oleh Psiuk, Leadsänger des Kalush Orchestra, zeigte sich nach seinem Triumph zuversichtlich, dass der ESC 2023 in seinem Heimatland stattfinden wird: „Ich bin sicher, dass die Ukraine nächstes Jahr Europa in einer neuen, einigen und glücklichen Ukraine begrüßen wird.“

Ins selbe Horn stieß auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, der sich via Telegram zu Wort meldete: „Unser Mut beeindruckt die Welt, unsere Musik erobert Europa! Im nächsten Jahr empfängt die Ukraine den Eurovision! Zum dritten Mal in unserer Geschichte.“ Er danke allen, die Kalush ihre Stimme gaben: „Ich bin überzeugt, dass unser siegreicher Akkord in der Schlacht mit dem Feind nicht mehr fern liegt.“

Psiuk jedenfalls kündigte an, dass er und seine Bandkollegen demnächst in das vom russischen Angriffskrieg gebeutelte Land zurückkehren werden, das man als wehrfähige Männer nur mit einer Ausnahmeerlaubnis der Regierung verlassen durfte: „Unsere Sondergenehmigung endet in zwei Tagen. Und in zwei Tagen kehren wir in die Ukraine zurück.“ Was dann die nahe Zukunft bringe, könne er nicht sagen. Nur so viel: „Wie jeder Ukrainer sind wir bereit, so zu kämpfen, wie wir können. Bis zum Ende.“

(S E R V I C E – )