Fluss Po führt kaum noch Wasser

10.08.2026 • 13:56 Uhr
Fluss Po führt kaum noch Wasser

Der Po, Italiens längster Fluss, führt so wenig Wasser wie seit langem nicht mehr – mit Folgen, die inzwischen auch eine jahrhundertealte Tradition treffen. Die für den 15. August geplante Prozession zu Mariä Himmelfahrt auf dem Fluss wurde abgesagt. Der Pegel des Po ist so stark gesunken, dass eine sichere Fahrt mit den Booten nicht mehr möglich ist.

Bei der traditionellen Prozession wird die Statue der Madonna normalerweise per Boot auf dem Po zwischen den Städten Cremona und Brancere transportiert. Zahlreiche Institutionen und Vereine beteiligen sich jedes Jahr an dem religiösen Ereignis. In diesem Jahr muss die Prozession jedoch wegen der schwierigen Bedingungen auf dem Fluss ausfallen.

Bauern besorgt

Angesichts der anhaltenden Trockenheit fordert die Provinz Cremona nun weitere Maßnahmen. Besonders groß ist die Sorge über die möglichen Folgen der Wasserknappheit für die Landwirtschaft. Satellitenbilder des europäischen Erdbeobachtungsprogramms Copernicus, die zwischen dem 1. und 3. August aufgenommen wurden, zeigen entlang des Flusses bei Cremona ungewöhnlich große Sand- und Kiesbänke, die normalerweise unter Wasser liegen. Weiter flussabwärts verschärft sich die Lage.

Die geringe Wassermenge hat Folgen bis zur Mündung: Salzwasser dringt inzwischen mehr als 20 bis 25 Kilometer weit in die Mündungsarme des Deltas vor. Das Wasser ist dadurch für die Bewässerung landwirtschaftlicher Flächen zu salzig. Auch die Flussökosysteme sowie die Süßwasserfischerei leiden unter der Entwicklung.