Forschungsquote stagniert heuer

In Österreich werden heuer laut Schätzung der Statistik Austria voraussichtlich 17,6 Mrd. Euro für Forschung und Entwicklung (F&E) aufgewendet. Das entspricht einem geringen Plus gegenüber 17,4 Mrd. Euro im Jahr 2025. Die sogenannte Forschungsquote – der Anteil der F&E-Aufwendungen am nominellen Bruttoinlandsprodukt (BIP) – wird den Angaben zufolge 3,34 Prozent betragen und damit gegenüber dem Höchstwert von 3,39 Prozent im Vorjahr leicht sinken.
“Mit diesem Wert erreicht Österreich bei den Forschungsausgaben EU-weit Platz drei”, so Statistik-Austria-Generaldirektorin Manuela Lenk am Donnerstag in einer Aussendung. Zurückzuführen sei der leichte Rückgang der Forschungsquote auf das Niveau von 2024 einerseits darauf, dass die Steigerung der Unternehmensausgaben auf rund 8,9 Mrd. Euro nominell etwas geringer als das BIP-Plus ausfällt. Andererseits werde die staatliche Forschungsfinanzierung mit 4,8 Mrd. Euro annähernd stagnieren.
Regierungsziel von vier Prozent bis 2030
Die Forschungsquote gilt als wichtiger Indikator für die Innovationsfähigkeit eines Landes. Da sie als Anteil am BIP definiert ist, unterliegt sie entsprechenden Schwankungen. Im Langzeitvergleich ist die Quote deutlich gestiegen. Vor 20 Jahren betrug sie 2,38 Prozent, seit 2014 wird das EU-Ziel von 3 Prozent erreicht. Im österreichischen Regierungsprogramm verankert ist, die Forschungsquote bis 2030 auf über 4 Prozent des BIP zu erhöhen.
Dieses Ziel unterstreichen die drei für Forschung zuständigen Bundesministerien anlässlich der neuen Zahlen erneut in einer Aussendung. Trotz Budgetkonsolidierung werde weiter in Grundlagenforschung, Schlüsseltechnologien und einen zukunftsfähigen FTI-Standort investiert, heißt es von Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner (SPÖ), Infrastrukturminister Peter Hanke (SPÖ) und Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP).
Unternehmen finanzieren rund die Hälfte
Rund 50 Prozent der gesamten Forschungsausgaben entfallen auf inländische Unternehmen, wobei hier auch die Ausschüttungen im Rahmen der Forschungsprämie – einer steuerlichen Begünstigung für Unternehmen, die hierzulande Forschung betreiben – eingerechnet werden. Für ein Drittel (heuer knapp 5,8 Mrd. Euro) ist der Staat verantwortlich. Neben den 4,8 Mrd. Euro vom Bund werden die Bundesländer rund 770 Mio. Euro für Forschung ausgeben. Rund 16 Prozent kommen aus dem Ausland, hauptsächlich über Tochterfirmen multinationaler Konzerne, die hierzulande Forschung betreiben.
In der EU lag laut vorläufigen Daten für das Jahr 2024 Schweden mit einer Forschungsquote von 3,56 Prozent vor Belgien (3,36 Prozent) und Österreich (3,34 Prozent). Deutschland kam damals auf 3,13 Prozent, Frankreich und Italien waren mit 2,18 bzw. 1,38 Prozent unter dem Durchschnitt der EU-27 (2,24 Prozent).