Frauenhäuser stellen Kampagne für Frauenhelpline vor

Die Autonomen Österreichischen Frauenhäuser (AÖF) und das Werbeunternehmen Gewista haben am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Wien eine Kampagne zur Unterstützung der Frauenhelpline gegen Gewalt vorgestellt. Unter dem Motto “Lieber ein Anruf mehr!” machen die Initiatoren auf die anonyme und durchgehend in ganz Österreich erreichbare Anlaufstelle aufmerksam. Betroffene und deren Angehörige können sich unter der Nummer 0800 222 555 kostenlos beraten lassen.
Die Mitarbeiterinnen der Frauenhelpline hören von betroffenen Frauen besonders oft den Satz: “Ich weiß nicht, ob ich hier richtig bin”, schildert deren Vertreterin Iga Zakrzewska. Eine Frau müsse jedoch noch nicht wissen, wie ihre Situation einzuschätzen ist oder ob sie weitere Schritte setzen möchte, um das Angebot in Anspruch zu nehmen. Sie darf zunächst einfach anrufen und über das sprechen, was sie erlebt. “Im Mittelpunkt jedes Gesprächs steht für uns die Frage: Was braucht diese Frau jetzt gerade?”, so Zakrzewska.
Holzleitner: Ein Anruf ist keine Überreaktion
Die Kampagne soll die Telefonnummer der Frauenhelpline prominent im öffentlichen Raum platzieren. Dabei werden bewusst Orte gewählt, die auf den täglichen Wegen vieler Frauen liegen, etwa die Screens in U-Bahn-Stationen. So soll vermieden werden, dass von Gewalt betroffene Frauen im Ernstfall erst recherchieren müssen, bevor sie Hilfe erhalten. Die Kampagne läuft bereits seit Mitte Juli in Wien, Graz, Linz, Innsbruck und Salzburg. Sie hat, laut Gewista-CEO Franz Solta, bereits zu einer deutlichen Steigerung der Anrufzahlen bei der Anlaufstelle geführt. Nun wird die Initiative in den Herbst verlängert.
Frauenministerin Eva-Maria Holzleitner (SPÖ) sprach mit Blick auf die Medienberichte der vergangenen Wochen zu den Femiziden in Graz und Wels den Opfern von Gewalt und deren Angehörigen ihr Mitgefühl aus und bedankte sich bei den Initiatoren der Kampagne. “Lieber ein Anruf mehr” sei genau das richtige Signal, das man Betroffenen nun senden müsse. “Ein Anruf ist keine Überreaktion. Ein Gespräch ist keine Überreaktion”, stellte Holzleitner klar. Opfer von Gewalt müssen jederzeit wissen: “Es gibt jemanden, der zuhört, professionell an der Seite steht und wirklich hochkompetent unterstützt, wenn bereits Gewalt passiert ist”, so die Frauenministerin. Auf Nachfrage, wie Hilfsangebote auch außerhalb des städtischen Raumes bekannter gemacht werden sollen, gab Holzleitner bekannt, dass ihr Ministerium bereits Gespräche mit den Glaubensgemeinschaften führe, um Plakatkampagnen zu diesem Zweck vorzubereiten.
(S E R V I C E – Hilfeangebote des Vereins AÖF: Die Frauen-Helpline gegen Gewalt 0800/222-555 steht rund um die Uhr, mehrsprachig, anonym und kostenlos allen Frauen, Angehörigen und Interessierten zur Verfügung: ; beim Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF) unter . Die Polizei ist Ansprechpartner für Personen, die Gewalt wahrnehmen oder selbst Opfer von Gewalt sind. Der Polizei-Notruf ist unter der Nummer 133 jederzeit erreichbar. Die Kriminalprävention des Landeskriminalamt Wiens bietet darüber hinaus persönliche Beratungen unter der Hotline 0800/216346 an. Weitere Anlaufstellen für Gewaltopfer: Gewaltschutzzentrum Wien: 01/585-32-88 – 24-Stunden Frauennotruf der Stadt Wien: 01-71719 – Wiener Frauenhaus-Notruf 057722 – Österreichische Gewaltschutzzentren: 0800/700-217; Onlineberatung HelpChat “Halt der Gewalt” (tägl. 18-22 Uhr und jeden Fr. von 9-23 Uhr): )