Futter- und Wassermangel belasteten heuer Almwirtschaft

Hohe Temperaturen und fehlende Niederschläge haben im Sommer auf zahlreichen Almen zu Futtermangel und Problemen bei der Wasserversorgung geführt. In einigen Gegenden in Österreich mussten Feuerwehren ausrücken, um das Almenpersonal, Gäste und Weidetiere mit Wasser zu versorgen. Manche Almbauern benötigten auch Futterlieferungen oder mussten ihre Kühe mehrere Wochen früher als üblich von den Bergen zurück ins Tal treiben.
In Österreich gibt es rund 8.000 bewirtschaftete Almen und Weiden, die meisten davon in Tirol, Kärnten und Salzburg. “Auf zahlreichen Almweiden blieb der für die Sommermonate übliche Aufwuchs aus, Weidebestände vertrockneten teilweise vollständig”, berichtete der Obmann der Interessenvertretung Almwirtschaft Österreich, Josef Obweger. Bei besonders betroffenen Almen habe das vorhandene Futter nicht mehr ausgereicht. Teilweise mussten Tiere früher als geplant ins Tal zurückgebracht oder Heu zugefüttert werden.
Klimawandel auf Almen spürbar
“Der Sommer 2026 hat uns sehr deutlich vor Augen geführt, wie unmittelbar sich der Klimawandel auch auf die Almwirtschaft auswirkt”, sagte der Almwirtschafts-Obmann. Die Situation sei “nicht überall gleich dramatisch” gewesen, aber kaum eine Almregion sei “von der Trockenheit völlig verschont” geblieben.
Auch die Landwirtschaftskammer ist über die Entwicklung auf den Almen besorgt. Wenn “ausgeprägte Hitze- und Trockenperioden” über die Jahre zunehmen, dann geraten Futtergrundlage und Wasserversorgung “zunehmend unter Druck”, so der Landwirtschaftskammer-Österreich-Präsident Josef Moosbrugger. Auf den Almen würden neben einem angepassten Weidemanagement weitere Investitionen in Speicherteiche, Tränkeeinrichtungen und Wasserleitungen immer wichtiger.
Mehr Wölfe ein Thema für Almbauern
Neben Trockenheit und Wassermangel beschäftigte die steigende Wolfspopulation zahlreiche Almbauern. Die Landwirtschaftsvertreter begrüßten die in den Bundesländern geschaffenen Möglichkeiten zur Wolf-Bestandsregulierung. Etwa in Kärnten und Tirol, wo es heuer auch die meisten Nutztier-Rissvorfälle gegeben hat, gab es mehrere behördlich genehmigte Wolfsabschüsse.