Gemeinden bauen gemeinsam Datenplattform auf

Eine neue Gemeindedatenplattform soll den Austausch von Verwaltungsdaten zwischen den 2.092 Gemeinden in Österreich erleichtern. Für die Bürgerinnen und Bürger soll das raschere und einfachere Verwaltungswege bringen und den Gemeinden die Arbeit erleichtern, wie der für Digitalisierung zuständige Staatssekretär Alexander Pröll (ÖVP) und Gemeindebundpräsident Johannes Pressl am Freitag bei einer Pressekonferenz im Bundeskanzleramt erklärten.
Konkret soll ab 1. Jänner mit dem Aufbau der Datenplattform begonnen und bis Ende 2029 abgeschlossen werden. Im Doppelbudget stehen für das gemeinsame Projekt von Gemeinde- und Städtebund 8 Millionen Euro bereit. Einerseits gehe es darum, dass die vorhandenen Daten in den vielen “Datenbunkern” der Gemeinden vereinheitlicht und so verfügbar gemacht und Schnittstellen zum Teilen der Daten eingerichtet werden, erklärte Pressl.
Gemeinde-App-Store geplant
Zudem soll ein interner Marktplatz – vorstellbar wie ein Gemeinde-App-Store – geschaffen werden. Auf diesem sollen den Gemeinden einheitliche und sichere Software-Produkte und KI-Produkte etwa für Bauhofmanagement, Personalverwaltung oder Wasserzählerverwaltung angeboten werden. Bringen soll die Standardisierung mehr Effizienz und günstigere Kosten für die Gemeindebudgets. Ziel sei zudem, “die Daten laufen zu lassen und nicht die Bürger laufen zu lassen”, formulierte der Gemeindebundpräsident.
Staatssekretär Pröll sprach von “einem wesentlichen und großen Meilenstein am Weg zu einer modernen und digitalisierten Verwaltung”. Die Gemeindedatenplattform soll von Beginn an mit den bestehenden digitalen Angeboten und Infrastrukturen des Bundes wie der ID Austria und der Datendrehscheibe dadeX interagieren können. Dadurch entstehe keine weitere Insellösung, sondern ein kommunaler Baustein einer vernetzten österreichischen Verwaltung.
Die Gemeindedatenplattform ist Teil eines von der Reformpartnerschaft beschlossenen und vor zwei Wochen präsentierten Gemeindepakets. Vieles sei bereits vorbereitet, nun arbeite man die Details aus und stehe vor den ersten Ausschreibungen, so Pressl.