Ghana dank Last-Minute-Tor 1:0-Sieger gegen Panama
Ghana hat einen Fehlstart in die Fußball-WM in den USA, Mexiko und Kanada gerade noch abwenden können. Caleb Yirenkyi avancierte in Toronto im Duell mit Panama vor 42.942 Fans erst in der 95. Minute zum Matchwinner und bescherte den Afrikanern nach sechs sieglosen Testauftritten wieder einmal einen Erfolg. Damit halten sie wie Gruppe-L-Tabellenführer England, der Kroatien mit 4:2 bezwang, bei drei Punkten. Die Mittelamerikaner müssen weiter auf ihren ersten WM-Punkt warten.
Entgegen den Erwartungen übernahm Panama mit LASK-Verteidiger Andres Andrade von Beginn an das Kommando. Ghana-Tormann Lawrence Ati-Zigi musste schon nach weniger als zwei Minuten bei einem Schuss von Cecilio Waterman eine Glanzparade zeigen. Der Ex-Tormann von Salzburg und dem FC Liefering rückte auch in der Folge in den Fokus. In der 38. Minute verfehlte nach einer Abwehr von Ati-Zigi Panamas Giovany Ramos nur knapp das Tor. Ghana schloss an die enttäuschenden Vorstellungen in der Vorbereitung an, blieb in der ersten Hälfte harmlos, Manchester-City-Stürmer Antoine Semenyo konnte über den Flügel keine Akzente setzen.
Ghana-Tormann Ati-Zigi verletzt out
Gleich nach Wiederbeginn wurden die Afrikaner doch erstmals gefährlich, da ging ein Kopfball von Jonas Adjetey aber direkt auf Goalie Orlando Mosquera (48.). Sein Gegenüber war in Hälfte zwei Benjamin Asare, da Ati-Zigi am Oberschenkel verletzt in der Kabine bleiben musste. Nichts änderte sich daran, dass der Außenseiter vorerst das Spiel machte. Nach einer Stunde zappelte auch das Netz, Panamas Aktivposten Cristian Martinez traf aus spitzem Winkel allerdings nur das Außennetz. Ghana kam auch dank frischer Wechselspieler besser in die Partie.
Nach einer Hereingabe von Brandon Thomas-Asante rettete Ramos mit einem Tackling vor dem einschussbereiten Jordan Ayew in den Corner (65.). Quasi im Gegenzug rückte Ramos auch in der Offensive in den Mittelpunkt, sein Schuss ging knapp vorbei (67.). Ghanas Adjetey ließ eine weitere Kopfballchance aus (73.). Zum zweiten WM-0:0 nach jenem von Spanien gegen Kap Verde wurde es aber nichts, da Yirenkyi den Ball nach Querpass von Thomas-Asante aus kurzer Distanz noch über die Linie drückte. Da in der Folge ein Kopfball von Ismael Diaz zu schwach ausfiel (99.), war der Premieren-Sieg für den seit Mitte April als Ghana-Teamchef amtierenden Portugiesen Carlos Queiroz perfekt. Jubelnd lief der 73-Jährige auf den Platz.
“Siege bei dieser Weltmeisterschaft sind teuer erkauft, aber meine Spieler haben gezeigt, dass sie bereit sind, einen hohen Preis für Erfolge zu zahlen. Wir mussten leiden und dabei hochkonzentriert bleiben”, resümierte Queiroz. Das Spiel habe zeitweise einer “Schachpartie” geglichen. “Wir haben nicht aufgehört, weiterzumachen, und schließlich den richtigen Weg gefunden, die Partie zu gewinnen.” Laut Kapitän Ayew sei es entscheidend gewesen, geduldig zu bleiben. “Es gibt schwierige Phasen, die man überwinden muss, und dann haben wir im richtigen Moment zugeschlagen.”
Für Panama hätte es keinen bittereren Ausgang geben können. “Das Ergebnis schmerzt, aber das liegt daran, dass wir mehr verdient gehabt hätten”, meinte Teamchef Thomas Christiansen. Nach Spielkontrolle vor der Pause habe man sich danach etwas auf das Spiel Ghanas eingelassen. “So wollten wir eigentlich nicht spielen. Bei einer Weltmeisterschaft werden Fehler teuer bestraft.” Von Aufgeben ist aber keine Spur. “Wir werden bis zum letzten Atemzug kämpfen”, versprach der 53-Jährige.